Leser-Rezension zu „Mein Amerika” von Bill Bryson
am 14.04.2010
Kein anderer weiß so gut, wie man andere Länder, andere Menschen und Bräuche, ja gar die Kunst der Sprache und die Wissenschaft beschreiben kann, als Bill Bryson. In Mein Amerika beschreibt Bryson seine Kindheit.
Angefangen bei seinem ersten Ausflug in ein Kaufhaus, über seine ersten Doktorspiele im Baumhaus und dem Versuch endlich ein nacktes Mädchen zu sehen, sein erstes Trinkgelage, dauerhaftes Schulschwänzen und furchtbaren Sportunterricht, bis hin zum legendären Pipiglas.
Anekdote an Anekdote reiht sich langsam seine Kindheit zusammen und jede einzelne wird nach der Lektüre immer im Hinterkopf schwirren. Niemand wird mehr so einfach bei einer Familie mit kleinen Kindern eingelegte Pfirsiche essen, wenn er zuvor die Anekdote vom Pipiglas gelesen hat.
Wie anders Amerika damals war, lässt sich von Seite zu Seite erahnen und zieht einen in seinen eigenen Bann, bringt einem zum lachen und verblüffen. Wer hätte gedacht, dass Atome die Amerika so in Ekstase versetzen und Haushaltsgeräte fast vergöttert wurden? Manchmal fast schon trocken, gibt Bryson seine heutigen Ansichten zum Besten, erklärt Dinge von damals, auch im Geschichtlichen Kontext der U.S.A und zeigt: er ist der einzig wahre Thunderbolt kid.
Wer schon immer Bücher von Bryson mochte, wird dieses lieben! Wer Bill Bryson noch nicht kennengelernt hat, ist mit diesem Buch herzlich eingeladen ihn kennen zu lernen. Extrem nah, extrem persönlich.
Ich habe mein Mein Amerika Anfang 2008 gelesen und habe es inzwischen immer als guten Freund betrachtet und als ein Schmuckstück meiner Sammlung. Nun gibt es das Buch auch endlich als Taschenbuch.

