Leser-Rezension zu „Das Muschelessen” von Birgit Vanderbeke
am 14.09.2010
Ein großartiges Buch, das nur auf den ersten Blick inhaltslos wirkt. Eine Mutter sitzt mit ihrer Tochter und ihrem Sohn an einem gedeckten Tisch, während sie auf den Vater warten, der von einer Geschäftsreise zurück erwartet wird.
Die Gedanken der Drei schweifen ab: ist das Familienleben doch nicht perfekt, ist der Vater ein Tyrann, der seine Frau und Kinder in den Wahnsinn treibt?
Diese Gedankenspiele spitzen sich soweit zu, dass sich zum Schluss heraus stellt, dass die Mutter eine furchtbare Tat plante.
Besonders deutlich werden diese wilden Rückblicke durch die Schreibweise, die einfach ohne Punkt und Komma von Einem zum Anderen kommt. Der Sprecher redet sich beinahe in Rage, weil ihm immer mehr schlechte Dinge über den Vater in den Sinn kommen und er kaum noch an sich halten kann.

