Zum Inhalt des Buches möchte ich nur ganz kurz sprechen:
Cal Harper, der als Kind Halbwaise wurde, als seine Mutter durch die Hand seines Vaters umgekommen ist, trifft nach 20 Jahren ohne jeglichen Kontakt plötzlich auf seinen Vater. Dieser ist verletzt und Cal kann nicht anders, als ihm zu helfen. Das führt ihn schließlich unmittelbar in die spannende Jagd nach dem "Buch der Lügen". Auf seiner Suche stößt er auf Jerry Siegel, den Erfinder von Superman und schnell wird ihm klar, dass genau er der Schlüssel zu dem Buch ist. Doch nicht nur er ist auf der Suche danach, sondern auch Ellis, dem alle Mittel recht sind, um an das Buch zu kommen. Und schließlich ist auch noch Agentin Naomi hinter ihm her...
Das soll als großer Abriss schon genügen, nun will ich zu meiner Meinung kommen.
Die Idee an sich finde ich wirklich sehr gut. Die Frage, mit welcher Waffe Kain seinen Bruder ermordet hat, finde ich wirklich gut als Aufhänger. Bisher scheint diese Frage ungelöst, zumindest laut Bibel. Sicherlich werden aber die meisten Menschen davon ausgehen, dass es irgendwo noch eine geheime Schrift gibt, die eben dieses Geheimnis lüften kann. Warum also nicht eben dieses Thema als Aufhänger nehmen?
Das ganze mit Superman zu koppeln, finde ich an sich auch nicht zu abgedroschen. Die Möglichkeit, dass Mitchell Siegel auf diese Art und Weise den Gegenstand erhalten hat - wer könnte es schon ausschließen? Und dass Jerry Siegel dann das Versteck für diesen Gegenstand, nachdem er ihn von seinem Vater bekommen hat, auf die gleiche Art und Weise festgehalten hat und diese Sache verarbeitet hat wie den Mord an seinem Vater, das finde ich an sich sogar recht glaubwürdig. Mit der Story bin ich also an sich vollkommen zufrieden.
Was mir allerdings ein wenig die Freude verdorben hat, war der Schreibstil. An sich ist dieser ja nicht schlecht, allerdings hatte ich beim Lesen manchmal das Gefühl, dass Brad Meltzer sich die Erklärung eines Zusammenhangs zwar bis zum Ende durchdacht hat, davon aber nur die Hälfte auch seinen Lesern übermittelt hat. Zu Ende gedacht, aber nicht zu Ende geschrieben. Denn manchmal ziehen die Protagonisten Schlussfolgerungen, bei denen ich mich wirklich gefragt habe: "Woher wissen die das denn jetzt?" Woher wusste Cal am Ende, dass dieser Abdruck in diesem Buch mit der Asche von Jerry Siegel liegen könnte? Wenn ich mich recht entsinne, dann hatte er gar keine Gelegenheit, das Horn richtig anzusehen und zu wissen, das darauf eine Botschaft eingraviert war. Oder das davon ein Abdruck existieren könnte. Aber aus heiterem Himmel kommt er auf die Idee, dort nachzuschauen? Auch ansonsten handeln mir die Charaktere mitunter zu allwissend, als ob sie genau wüssten, was der andere tun wird.
Brad Meltzer hätte sich mitunter wirklich mehr Zeit lassen können, um Dinge/Ereignisse etc. mehr zu beschreiben, die Zusammenhänge klarer zu machen. An vielen Stellen ist das zwar schon sehr gut gelungen, aber an anderen hab ich echt gedacht, ich hätte etwas verpasst.
So weiß ich zum Beispiel immer noch nicht so ganz, warum das Buch der Lügen, das ja eigenlich gar kein Buch der Lügen, sondern ein Buch der Wahrheit ist, nur wegen diesem einen anderem Wort nach der Ansicht von Ellis, Roosevelt und Co. plötzlich eine Belohnung für Kain war? Keiner wusste, was das Buch ist oder was darin steht, aber waren alle der Meinung, das ein Buch der Wahrheit nur eine Belohnung sein könnte.
Und dann waren mir die Zufälle manchmal zu viel des Guten. Warum sollte das Buch der Lügen denn bitte ausgerechnet von jemanden gefunden werden, dem die Botschaft darin so viel geben konnte? Warum ausgerechnet jemand, der Probleme mit seinem Vater hat? Und warum überleben in diesem Buch immer alle Unfälle, die eigentlich tödlich sein könnten, wie Schüsse, Stürze aus Fenstern etc.?
Fazit: die Story ist klasse, der Schreibstil und die Umsetzung lässt aber noch ein bisschen zu wünschen übrig. Daher vergebe ich für das Buch drei von fünf Sternen, finde aber schon, dass man es mal gelesen haben sollte, da die Idee wirklich gut ist.