Rezension verfasst vor 4 Jahren
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Oliver Caruso, 26jähriger Juniorpartner der Greene & Greene Privatbank hat ausschließlich die reichsten Klienten der USA zu betreuen und die dubiose Aufgabe, die unbewegten und als passiv gelisteten Konten zu überprüfen. Sobald ein Kunde der Bank im Todesfall keine direkten Verwandten vorzuweisen hat wird das Geld automatisch dem amerikanischen Staat zuteil.
Kein Wunder also, dass Oliver und sein ebenfalls in der Bank angestellter Bruder Charlie hier einen Coup wittern, als deutlich wird, dass dieses System problemlos umgangen werden kann.
Gemeinsam mit einem Sicherheitsbeauftragten der Bank beschließen die Brüder, die Summe von drei Millionen Dollar über Umwege und unter Einbeziehung von Scheinfirmen ins Ausland zu transferieren. Der Kunde gilt als verstorben und das Verbrechen als perfekt durchdacht.
Eigentlich läuft alles wie geschmiert. Der Transfer läuft glatt und in der Bank schöpft niemand Verdacht.
Als am nächsten Morgen jedoch der Secret Service an die Pforten der Greene & Greene Bank klopft wird dem Trio schnell klar, dass etwas schief gegangen sein muss. Binnen kürzester Zeit ist die Sache klar. Aus unerklärlichen Gründen weist die Transfersumme einen Betrag von 313 Millionen Dollar auf und wurde somit vom Banksystem einer Prüfung unterzogen, weil sie den Betrag von 3 Millionen USD überstiegen hat.
In ihrer Verzweiflung beschließen die drei Ganoven einen sicheren Ort aufzusuchen, um das Debakel zu besprechen und eine geeignete Lösung zu finden, bei der alle Beteiligten glimpflich davonkommen. Doch als Agent Gallo und DeSanctis wie aus dem Nichts auftauchen und den Sicherheitsbeauftragten Shep niederstrecken wird den Caruso-Brüdern schnell bewusst, dass sie nicht die einzigen sind, die dem Geruch des Geldes gefolgt sind. Zumal die Angelegenheit durch Einbeziehung des Secret Service anstatt des FBI und der Bankaufsicht etwas verquer erscheint und den Verdacht aufkommen lässt, dass hier mehr im Argen liegt als ein Betrugsfall im Bankwesen.
Ab nun beginnt für Oliver und Charlie Caruso ein Wettlauf um Leben und Tod, wobei sich nach und nach die Hinweise verdichten, dass das Geld in der Realität nie existiert hat…
»Eins steht fest: Wer John Grisham mag, wird Brad Meltzer lieben. Buchstäblich von der ersten Seite an wird man in Atem gehalten von einer perfiden Mischung aus Tempo und Spannung.«
(WESTDEUTSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG)
Spannend und rasant erzählt werden die Leser in den Verfolgungswahn der Caruso-Brüder mit einbezogen, um einer Hetzjagd der Superlative beizuwohnen und der charakterlichen Veränderung der Figuren den Umständen entsprechend zu folgen. Auch wenn die Erzählperspektive anfangs etwas unkonventionell erscheint, weil Meltzer zum einen in der gegenwärtigen Ich-Perspektive schreibt und immer wieder den Sprung zum unbeteiligten Erzähler in der Vergangenheit macht, gewöhnt sich hier schnell ein.
Ein ausgeklügelter Thriller mit vielen Cliffhängern, der sich zum Ende der Story hin jedoch etwas schleppend entwickelt weil die Verfolgung in einer klischeehaften Darstellung eher an einen zweitklassigen Action-Film erinnert. Im Großen und Ganzen jedoch ein aufregender Titel, der vom Plot und der Machart stark an John Grisham erinnert – aber nur vereinzelt und mühsam mithalten kann.
© by Daniel Biester | Literaturreport.com
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