Leser-Rezension zu „Urbat” von Bree Despain
am 8.02.2012
Inhalt
Grace Divine, die Tochter des Dorfpastors, wusste schon immer, dass etwas Furchtbares passiert sein musste in jener Nacht, in der Daniel verschwunden war. Voller Schrecken erinnert sie sich daran, wie sie ihren Bruder Jude blutverschmiert auf der Veranda gefunden hat. Als Daniel nach drei Jahren wiederauftaucht, fühlt sich Grace auf unerklärliche Weise zu ihm hingezogen, obwohl sie ihrem Bruder versprechen musste, sich von Daniel fernzuhalten. Was steckt hinter dem dunklen Geheimnis der beiden Jungen? Was schützt die Menschen, die wir lieben? Muss Grace für ihren Bruder und ihren Geliebten ein Opfer bringen, das größer ist als alles, was sie bislang kannte?
Atmosphärisch, spannend und romantisch
Ganz nüchtern betrachtet unterscheidet sich Die dunkle Gabe gar nicht so sehr von den unzähligen anderen paranormalen Jugendromanen, die den Markt derzeit überfluten. Da wäre auf der einen Seite die unschuldige, unbedarfte Protagonist (in diesem Fall sogar eine Pastorentochter) und auf der anderen Seite der gutaussehende mysteriöse und gefährliche Typ. Nichts Besonderes, möchte man meinen.
Warum also gefiel mir Bree Despain Debüt dennoch so gut?
Die Protagonistin: Grace war mir wirklich sehr sympathisch. Sie vertritt ihren Glauben, ohne dabei übertrieben fromm oder bigott anzumuten, sie hilft anderen Menschen, ohne sich dabei wie ein nerviger Gutmensch aufzuführen und sie ist liebenswert und empfindsam ohne dabei naiv und sentimental zu wirken.
Ihre Gedankengänge und Gefühle kann man sehr gut nachvollziehen und im Laufe der Geschichte merkt man deutlich, wie Grace an ihren Aufgaben wächst und immer mutiger, stärker und eigenständiger wird. Prima!
Die Charaktere: Klischeehaftigkeit hin oder her, die Figuren in Die dunkle Gabe sind lebendig gezeichnet und überzeugen durch viel Liebe zum Detail! Die "Chemie" zwischen den einzelnen Charakteren stimmt einfach - mit Grace und Daniel bekommt der Leser zweifellos eines der besten Paare geboten. ;)
Die Religion bzw. das besondere Etwas: Das augenfälligste Merkmal sind ohne Frage die religiösen Einflüsse, die sich durch das gesamte Buch ziehen.
Der Name der Protagonistin Grace Divine bedeutet übersetzt die Gnade Gottes, ihre Geschwister heißen Charity (Keuschheit), Jude und James (griechische Versionen Judas und Jakob). Ganz zufällig wohnt die Familie Divine noch in einer Kleinstadt namens Holy Trinity (heilige Dreifaltigkeit).
Mit ziemlicher Sicherheit gefällt die "Überdosis" Religion nicht jedem Leser, dennoch muss man der Autorin zugute halten, dass sie Mühe gegeben hat und ihrer anfänglichen Linie treu bleibt. Dadurch erhält Die dunkle Gabe eine ganz eigene unverwechselbaren Note! Die biblischen Themen sind sinnvoll in die Geschichte eingebettet und sogar für die Entstehung der übernatürlichen Wesen wurde eine religiöse Erklärung gefunden.
Die christliche Religion nimmt in meinem Leben keine sonderlich große Rolle ein, deshalb war ich einigermaßen überrascht, dass mir das Buch trotz anfänglicher Skepsis so gut gefiel. ;D
Der Stil: Wie man es bei Jugendbüchern gewohnt ist hat die Autorin einen wunderbar flüssigen, leichten und lockeren Schreibstil.
Der Spannungsbogen und die Atmosphäre: Wenn man einmal mit Die dunkle Gabe angefangen hat, kann man das Buch nicht mehr zur Seite legen! Durch diverse Rezension wusste ich schon vor Beginn des Buches, um welche paranormale Spezies sich die Urbat Trilogie dreht, was meiner Begeisterung aber keinen Abbruch tat. Die Geschichte ist durchweg spannend und unterhaltsam und kann mit einer geheimnisvollen Atmosphäre aufwarten.
* Fazit*
Bree Despain hat mit ihrem Debüt bewiesen, dass ein Autor das Rad nicht neu erfinden muss, um den eine überzeugende und mitreißende Geschichte zu schreiben.
Die sympathischen Charaktere, der spannende Plot und die leicht mysteriös-gruslige Atmosphäre machen Die dunkle Gabe zu einem schönen Leseerlebnis für alle Romantasy Fans.

