Alexandra, eine Frankfurter Streifenpolizistin besucht zusammen mit ihrem Kollegen Mischa eine Lesung des Schriftstellers Tobias Stockmann auf der Frankfurter Buchmesse. Das Publikum ist völlig von seiner Ausstrahlung und seinem Charisma fasziniert und hält Stockmann lediglich für einen genialen Autor, als dieser behauptet, ein Mörder zu sein, und all die Morde, über die er so detailliert schreibt, selbst begannen zu haben. Auch Alexandra verfällt Stockmanns Charme und ist mehr als nur angenehm überrascht, als dieser sich mit ihr verabreden will.
Als beide sich näher kommen, wundert sich Alexandra allerdings schon, wieso er auch privat nicht mit seiner Show aufhört. Seine Behauptung, ein Mörder zu sein, ist ein wahnsinnig guter PR-Gag, aber wieso kann er nicht einfach zugeben, dass es nicht mehr als das ist? Und wieso gönnen Alexandra Kollegen ihr ihr neu gefundenes Glück nicht? Allen voran Mischa, der Stockmann schon von der ersten Sekunde an nicht leiden konnte. Und dann geschieht ein Mord. Zu genau den selben Umständen und an genau dem selben Ort wie in Stockmanns Roman. Alles nur Zufall? Oder ist Stockmann am Ende doch ein Mörder?
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Seit langem habe ich mich nun mal wieder an einen Krimi herangewagt, da ich die Thematik unglaublich spannend fand. Ein Schriftsteller, der behauptet, die Morde, über die er schreibt, selbst begangen zu haben? Das klingt nach einem spannenden und neuartigen Leseerlebnis, dachte ich und habe mich sogleich mit Begeisterung in den Kriminalroman gestürzt. Und ich wurde keines Falls enttäuscht. Der Roman hält, was er verspricht: eine nervenaufreibende Kriminalgeschichte, spannende Ermittlungen, Liebe, tiefgründige Charaktere, witzige und intelligente Dialoge und einen Hauch von psychologischem Tiefgang.
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Zur Kriminalgeschichte und den Ermittlungen muss ich sagen, dass sie wirklich sehr raffiniert eingefädelt wurden. Zu Beginn des Romans wird der Hauptaugenmerk auf die Charaktere gelegt. Natürlich muss man diese eben erst einmal kennen lernen, bevor man sich mitten ins Geschehen stürzen kann. Doch schon bald nimmt die Geschichte Fahrt auf. Seltsame Ereignisse geschehen und Stockmann gerät mehr und mehr in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Mit voranschreitender Handlung geraten die Ermittlungen immer mehr ins Rollen, bis sie dann zum Ende hin in einem explosionsartigen Höhepunkt enden, den so wohl niemand erwartet hätte. Grauenvoll, gut durchdacht und alles erklärend. Auch wenn ich mir am Ende ein paar Seiten mehr zu Aufklärung gewünscht hätte, wurde doch alles gesagt und man kann mit dem Ausgang hoch zufrieden sein.
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Über die Charaktere bin ich geteilter Meinung. Mischa war für mich der absolute Sympathieträger. Er ist ein wundervoller Mann, der zu seinen Gefühlen steht und absolut loyal ist. Für Alexandra würde er durchs Feuer gehen und vermutlich noch viel viel mehr tun. Er steht immer zu seinen Freunden und verteidigt sie, wo es nur geht. Außerdem ist er ein Mann, den viele unterschätzen. Denn hinter seinem kräftigen Körper verbirgt sich ein intelligenter und abwägender Kern. Er tut nichts Unüberlegtes und weiß in jeder Situation Rat.
Mit Alexandra hingegen konnte ich nie wirklich warm werden. Sie war mir zu impulsiv und achtete meiner Meinung nach zu wenig auf die Gefühle der Mitmenschen. So schläft sie beispielsweise mit einem verheirateten Familienvater, einfach nur, weil sie Lust darauf hat. Nicht etwa, weil Gefühle im Spiel wären, dann könnte man es ja wenigstens noch einigermaßen verstehen, sondern eben einfach so aus einer Laune heraus. Außerdem wirkte ihr Verhalten auf mich teilweise richtig kindisch und unüberlegt. Wirklich sympathisch wurde sie mir während des Lesens leider nie. Die Szenen aus Mischas Sicht haben allerdings einiges wieder gut gemacht ;)!
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Am Beeindruckendsten jedoch war, wie gekonnte die Autorin die psychologischen Aspekte mit in den Krimi verwoben hat. Stockmann ist in dieser Hinsicht ein unglaublich spannender Charakter, der viel Platz für tiefenpsychologische Analysen lässt. Und diesen Platz nutzt Brigitte Pons geschickte aus, indem sie ihn mit allerlei interessanten Ansätzen über Stockmanns Kindheit, seine Schulfreunde und seine Entwicklung zu dem Mann, der aus ihm geworden ist, füllt. Am Ende erweist sich sein Charakter als insgesamt schlüssig, da Frau Pons seine Taten alle durch Ereignisse in seiner Vergangenheit erklären kann und seinen Werdegang, bzw. wie er zu seinem seltsam kranken Charakter kam, gut durchleuchtet und detaillierte Ansätze zur psychologischen Sichtweise dieses Mannes liefert.
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Alles in allem gebe ich "Ich bin ein Mörder" 4 Sterne. Einen Abzug gibt es leider wegen Alexandras Charakter, der mir wirklich gar nicht zugesagt hat und mich mehrere Male sogar richtig ärgerlich stimmte. Ansonsten ist dieser Kriminalroman allerdings ein überaus gelungenes Werk, dass es sich allemal zu lesen lohnt. Wer also gerne Krimis liest, die sich nicht nur stumpfsinnig mit den Ermittlungen in Mordfällen auseinandersetzen, sondern eine tiefe Einsicht in das psychologische Profil der Menschen liefern, der sollte sich den Roman wirklich nicht entgehen lassen.