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Alle anzeigenPatchouli___
Vor 11 Monaten
(30)Inhalt
Die 16jährige Milla lebt, seit dem Verschwinden ihres Vaters, zusammen mit ihrer Mutter Savinia und ihrer Tante Ysa in Venedig. Als sie dann eines Tages den Gondeliere Luca kennen lernt, beginnt ihr Leben sich zu verändern. Sie, eine de Feuerleute, dürfte sich eigentlich nicht mit den „Anderen“ – den Feuerleuten – treffen; doch Luca strahlt etwas aus; ein Anziehungskraft der Milla nicht entkommen kann. Als sie dann auch noch erfährt, dass ihr Vater, ein legendärer Glasbläser, ihr sein Erbe, eine gläserne Gondel, überlassen hat, steht auf einmal alles Kopf. Die gläserne Gondel soll Venedig vor dem drohenden Untergang bewahren. Doch nur Luca und Milla zusammen können den Pakt, der die beiden „Völker“, also Feuer - und Wasserleute, miteinander verbindet erneuern. Doch der Preis, Venedig zu retten ist doch..
Meinung
Die Charaktere in diesem Buch waren von Anfang an sehr tiefgründig und detailreich beschrieben. Man hatte direkt jede einzelne Person klar vor Augen, was den Einstieg natürlich ungemein erleichterte. Milla war als Protagonistin sehr sympathisch dargestellt, doch auch durch Authensität, Sensibilität, ihre gefühlvolle Art und ihren Mut hat sie eindeutig geglänzt. Ich denke, viele werden sich mit Milla indentifizieren können - ich jedenfalls hatte damit keinerlei Probleme. Es hat mir Spaß gemacht, das Mädchen auf ihrer "Reise" zu begleiten und ich hab sie wahrlich zutiefst ins Herz geschlossen. Auch Luca hatte etwas ganz Spezielles an sich, und seine mysteriöse Ader hat ihn umso attraktiver für mich gemacht. Die anderen, nennen wir sie, Randfiguren hatten ebenfalls viel Tiefgang und jeder war auf seine Weise sympathisch und authentisch. An dieser Stelle also ein großes Lob an die Autorin! Im Übrigen, ich habe das Buch gestern Abend beendet und ich beginne bereits jetzt damit, Milla und Luca schmerzlichst zu vermissen.
Weiter geht’s mit dem Stil: Brigitte Riebe schreibt unheimlich gefühlvoll, flüssig und leicht. Die Sätze fliegen nur so dahin und durch die bildhaften Beschreibungen kann man wunderbar in die Welt von Milla abtauchen. Oftmals hab ich wirklich gestaunt, wie schnell die Seiten vorbei geflogen sind. Die Sprache ist der Geschichte auf jeden fall super angepasst, die historischen Begriffe und Co waren toll erklärt. Ich für meinen Teil habe absolut nichts am Stil auszusetzen, ich bin einfach nur begeistert von soviel Talent.
Nun zu einem kleinen Minus-Punkt: Die langen Kapitel. 40-50 Seiten. Meiner Meinung nach etwas zu viel auf einmal. Ich bin jemand, der gern kurze, knackige Kapitel liest, denn so entsteht in meinem Kopf stets der Gedanke: „Ach, ein Kapitel liest du noch, dann kannst du schlafen gehen“ – das hier fällt bei dieser Buch allerdings flach. Für mich gehören kurze Kapitel zum Lesefluss dazu, und obwohl sich dieses Buch auch hat total schnell weg lesen lassen, haben mich die langen Kapitel durch gestört... leider. Aber das ist nur ein kleiner, nein ein winziger Minuspunkt.
Weiter zur Idee: Diese Geschichte beinhaltet eine Idee, die mir so bisher noch nie begegnet ist. Es war erfrischend und spannend in die Welt von Venedig im 16. Jahrhundert abzutauchen und der nötige Touch Fantasy war einfach mehr als angebracht. Sicherlich gibt es bereits einige Bücher, die in Venedig, womöglich noch in dieser Zeit spielen, doch das was Brigitte Riebe in dieses Buch eingebaut hat, ist neu – zumindest für mich. Und es hat mir unendlich viel Spaß bereitet, genau diese Frische und diese interessante Idee zu verschlingen.
Und zu guter Letzt noch die Spannung. Die Spannung in diesem Buch ist stellenweise etwas flach, doch an genau diesen Stellen schafft es die Autorin, eine ganz andere Art von Spannung aufzubauen. Es war ein wahrlicher Genuss, in diesen Szenen mehr über die Verbindungen zwischen den Charakteren zu erfahren und dadurch kam nie Langeweile auf. In den „actionreichen“ Szenen hingegen ging wortwörtlich die Post ab! Es gab sogar Momente, in denen ich die Luft angehalten habe; einfach weil es wirklich spannend war. Hätte ich in diesem Jugendbuch, ehrlich gesagt, nicht erwartet.
- an dieser Stelle möchte ich doch noch etwas erwähnen: Von Anfang an wird man darauf vorbereitet, wie der Pakt zwischen Luca und Milla geschlossen wird. Das Buch hat rund 370 Seiten und von der ersten Seite geht es quasi nur um den Pakt… leider, leider, leider war mir der Höhepunkt des Ganzes deutlich zu kurz. Ich hatte mir eindeutig mehr erhofft und war dementsprechend enttäuscht, dass das Ganze bereits nach knapp 10 Seiten zu Ende ging.
Und genau aus diese Grund gibt es von mir 4 von 5 möglichen Sternen für dieses Buch! Nichtsdestotrotz freu ich mich schon wahnsinnig auf den zweiten Teil und kann es kaum erwarten, Milla und Luca endlich wieder zu begleiten.
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