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Vor 11 Monaten
(38)Gaia lebt im 25. Jahrhundert in Wharfton, dem Gebiet vor den Stadtmauern der Enklave. Nur innerhalb dieser Mauern herrscht noch etwas Reichtum und Technologie. In dem Außenbereich hingegen leben die Menschen in ärmlichen Verhältnissen und sind auf die Unterstützung durch die Enklave angewiesen. Dafür zahlen die Bürger jedoch einen hohen Preis, denn jede Hebamme muss die ersten drei Neugeborenen eines jeden Monats der Enklave geben. Als Gaia in die Fußstapfen ihrer Mutter tritt und ebenfalls Hebamme wird, muss auch sie einige Babys den jungen Müttern abnehmen und in die Stadt bringen. Als dann auch noch ihre Eltern in die Stadt verschleppt werden, beginnt sie Nachforschungen über die Enklave anzustellen und versucht in diese vorzudringen.
"Die Stadt der verschwundenen Kinder" ist der Auftakt der Birthmarked-Trilogie von Caragh O'Brien und gleichzeitig das Jugendbuchdebüt der amerikanischen Autorin. Seit dem letzten Jahr habe ich Dystopien für mich entdeckt und bin immer wieder gespannt, wie die jeweiligen Autoren ihre Zukunftswelt gestalten. So war es auch bei dieser Trilogie, denn die Idee mit den Babys, die der Enklave übergeben werden müssen, fand ich sehr interessant und ich wollte unbedingt wissen, was dahinter steckte. O'Brien ermöglicht es dem Leser ziemlich schnell in die Geschichte hinein zu kommen. Da hat sicherlich die Karte am Anfang des Romans, welche die Enklave und Wharfton darstellt, einiges dazu beigetragen, genauso wie der leichte Schreibstil
"Für Gaia hatte ein Unfall gereicht, ihr ein Leben in Armut zu bescheren, außerhalb der Mauer, ohne Bildung, ohne Aussicht auf gutes Essen oder Vergnügen oder schwärmerische Freundschaften, während die Mädchen ihres Alters, die man vorgebracht hatte, nun in der Enklave waren, wo es grenzenlos Essen, Elektrizität und Bildung für alle gab." (Seite 39f.)
O'Brien hat ein Szenario entworfen, in dem die Menschen in der Zeit vorm 25. Jahrhundert die Welt ausgebeutet und somit zum Teil zugrunde gerichtet haben. In Wharfton ist dieses durch fehlende Technologie bemerkbar. So gibt es in Wharfton keinen Strom mehr, kein fließend Wasser und auch die Lebensmittel sind knapp. Die Menschen haben sich wieder mehr den handwerklichen Berufen zugewandt, da sie sich selbst versorgen müssen. In der Enklave hingegen gibt es noch ganz andere Probleme, die Gaia erst Stück für Stück bei ihren Nachforschungen herausfindet. Deshalb werde ich diese auch nicht erzählen, es sei nur so viel verraten: Die Autorin hatte richtig viele Ideen, auch zu Dingen, die mir selbst gar nicht eingefallen wären, wo ich im Nachhinein jedoch begeistert war, dass sie ihre Grundideen so weit durchdacht und diese Aspekte mit angesprochen hat. Die Haupthandlung ist somit richtig gut gestaltet und macht Spaß, auch wenn ein paar wenige Nebenaspekte evtl. nicht sehr konsequent wirken oder Fragen aufwerfen.
Die Handlung ist stets interessant und oft überraschend. Protagonistin ist ganz eindeutig Gaia, die auch den meisten Raum im Roman einnimmt. Es fällt nicht schwer mit ihr mit zu fühlen, denn Gaia musste bereits in der Vergangenheit einiges ertragen und auch in der Gegenwart hat sie mit einigen Schicksalsschlägen zu kämpfen. Ihr Verhalten wird fast durchgängig authentisch beschrieben, da sie wie eine typische 16-Jährige immer wieder zwischen einem teeny und einem erwachsenen Verhalten hin und her springt. Immerhin muss sie ihren Platz in der Welt erst noch finden.
Fazit: Ein toller Auftakt einer Jugendbuch-Dystopie-Trilogie, der definitiv Lust auf mehr macht. Ich schwankte bei der Bewertung zwischen 4 und 5 Sternen und habe mich letztendlich dann doch für alle 5 Sterne entschieden, da mich das Buch gut unterhalten hat und ich die Grundidee des Romans einfach total interessant finde.
Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (24. Januar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345352800X
ISBN-13: 978-3453528000
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 16 Jahre
Originaltitel: Birthmarked
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