Coop lebt als Journalist in New York. Eines Tages verhindert er vor einem Juweliergeschäft einen Raub, woraufhin er vom Juwelier als kleine Aufmerksamkeit einen Ring erhält. Durch diesen Ring lernt Coop schließlich die Webdesignerin Lexie kennen. Zusammen möchten sie hinter das Geheimnis des Ringes kommen, der anscheinend mehr als nur ein gewöhnliches Schmuckstück ist. Bei ihren Recherchen kommen dann auch Lexie und Coop einander näher.
Um es vorweg zu sagen: Dieses Buch hat mich als Leser schockiert und schließlich gelangweilt zurückgelassen. Schockiert deswegen, dass solch ein Buch überhaupt in den Druck gelangen kann. Es ist nicht mehr als ein Groschenroman, wobei man damit Groschenromane wahrscheinlich noch beleidigt. Die Kriminalgeschichte um den Ring ist so unglaublich weit hergeholt, dass man beim Lesen nur noch den Kopf schütteln kann. Dabei keimte in mir der Verdacht auf, dass der Krimianteil wahrscheinlich nur deshalb unter Hochdruck dazu gedichtet wurde, damit die eigentliche Sexgeschichte nicht zu hölzern erscheint.
Doch genau dies tut sie eben doch. Die beiden Hauptcharaktere Coop und Lexie sprechen ab etwa der Mitte des Buches von der großen Liebe, während der Leser überhaupt nicht weiß, was diese Liebe überhaupt ausmacht. Denn bei jeder Begegnung fallen Coop und Lexie wie Karnickel übereinander her. Teilweise müssen sogar Abstellräume dafür herhalten. Da frage ich mich doch, wie eine Autorin derart wenig Respekt vor ihren eigenen Charakteren haben kann. Und genau deshalb wird es, wie vorher schon erwähnt, irgendwann totlangweilig. Coop und Lexie bleiben die ganze Geschichte über oberflächliche Charaktere. Nachdem die Autorin zum zehnten Mal betont hat, wie reiselustig Lexie ist und wie karrierebesessen Coop, hat man es auch verstanden. Zu mehr Charaktertiefe kommt es nicht.
Auch die Handlung ist unglaublich vorhersehbar. Natürlich bleiben Coop und Lexie nach einigen Differenzen doch zusammen und Lexies Oma hatte natürlich auch was mit einem Diebstahl zu tun. Das weiß man als Leser schon lange, und zwar deshalb, weil die Autorin zuvor etwa fünfzig dreist auffällige Hinweise gibt.
Die Autorin hätte einiges durch den Schreibstil wettmachen können, doch auch dieser ist leider miserabel. Dies kann aber vielleicht auch an der Übersetzung aus dem Englischen liegen. Eventuell helfen hier zwei Beispiele: „Sein bestes Stück erinnerte sich sofort daran, wie er vorhin ihr Kleid hochgeschoben hatte, um in sie einzudringen.“ „Sie tätschelte lächelnd seinen Oberschenkel, wobei sie seinem besten Stück gefährlich nahe kam.“
Ich habe wirklich nichts gegen seichte Unterhaltung, aber ich halte es für eine ziemliche Frechheit, wenn der Leser dabei so unterfordert wird, wie es bei diesem Buch hier der Fall ist. Ich bin mir darüber im Klaren, dass Carly Phillips eine gefeierte amerikanische Autorin mit einer großen Stammleserschaft ist, doch kann ich dies wirklich nicht nachvollziehen.
Fazit:
Bei „Küss mich doch!“ handelt es sich um eine oberflächliche Sexgeschichte, die jegliches Niveau unterbietet. Der verzweifelte Versuch, die Geschichte mit einem Kriminalfall aufzuwerten, scheitert kläglich, unter anderem auch an dem sehr einfachen Schreibstil.