Rezension zu "City of Fallen Angels" von Cassandra Clare

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Livi

Vor 1 Jahr

(5)

" "Du versuchst also, sie glücklich zu machen, obwohl du der eigentliche Grund dafür bist, dass sie unglücklich ist" , fasste Simon nicht sher freundlich zusammen.
"Das scheint ein Widerspruch in sich zu sein, findest du nicht?"
"Liebe ist ein Widerspruch in sich." "
("City of Fallen Angels", S. 218)
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The Mortal Instruments. So Vieles verbinde ich mit dieser Reihe, bei dessen ersten Band sich bei mir noch Ernüchterung, spätestens aber ab dem zweiten Band langsam anbahnende Begeisterung eingeschlichen hatte und ich schließlich unwillkürlich, unerwarten und ungewollt irgendwo zwischen City of Ashes und City of Glass der Geschichte, jedoch vor allem den Charakteren vollkommen und hoffnungslos verfallen war.
Das Ende kam trotz vorherigen Erwartungen dennoch überraschend und beinahe zerschmetternd: Dieses altbekannte, grässliche Gefühl, das einen übermannt, wenn man den letzten Satz der letzten Seite eines letzten Buches einer Buchreihe gelesen hat und einem letztendlich schlagartig bewusst wird, dass es dieses Mal kein Datum eines Fortsetzungsbandes geben wird, dem man entgegenblicken könnte. Aber dennoch: Es war ein gutes Ende. Beinahe schon grandios und solcher von solcher Art, wie es nur selten anzutreffen ist.
Würde ein scheinbar ungeplanter Forsetzungsband dies schließlich doch alles zerstören? Diese Frage war wohl mitunter einer der vielen Gründe, die mich zögern ließen, dieses Buch zu lesen. Aber, ich hätte es besser wissen sollen...Denn ich bin einfach doch viel zu neugierig, um meine Skepsis Oberhand gewinnen zu lassen.

Schon gleich zu Anfang war Eines klar: Cassandra Clare ist und bleibt meiner Meinung nach eine Meisterin des Perspektivenwechsels. Wie ein unsichtbarer, stiller Zuschauer, der von einer Situation und von den Gedanken des einen Charakteres zu denen des nächsten hüpft, fühlt man sich diese rund 570 Seiten hinweg. Scheinbar immer zum richtigen Zeitpunkt wird der Leser von einem Schauplatz in den nächsten katapultiert, sodass sich letztendlich ein großes, weitumfassendes Bild gibt, bei dem sich alles nacheinander zusammenfügt. Dabei musste ich glücklicherweise jedoch nie seufzen, wenn ich wieder einmal zu einer Szene gelangte, bei der aus der Sicht anderer Protagonisten erzählt wurde, oder hätte mir gehofft, diese so schnell wie möglich überspringen zu können. Tatsächlich ist das nämlich nicht selten der Fall- Leider viel zu oft empfinde ich Perspektivenwechsel in anderen Büchern als ermüdend und anstrengend, die nichts anderes tun, als der Spannung einen Stein in den Weg zu legen. Doch hier war das Gegenteil der Fall, denn die Beweggründe von Figuren kennenzulernen, von deren Leben man bisher noch nicht genaue Eindrücke erhaschen konnte, trug nur zu einer noch höheren Authenzität des ein oder anderen Charakters bei.

Doch da wären wir auch schon beim springenden Punkt: Die Charaktere. Ich hatte so sehr darauf gehofft. Gehofft, dieses Gefühl, das ich die vorangegangenen drei Bänden über verspürt habe, wieder willkommen zu heißen. Doch es blieb leider, leider aller Hoffnungen zu Trotz aus.
Simon, aus dessen Sicht der Großteil der Geschichte geschildert wird, blieb für mich bis zu Ende hin flach, charakterarm und beinahe schon langweilig. Wo war der Simon aus über 1000 Seiten der letzten Trilogie hin verschwunden? Der Simon, der sich selbst treu blieb und wegen seiner einzigartigen, speziellen Art beinahe schon ins Herz geschlossen werden konnte? Anscheinend restlos verloren, denn die ganze Zeit über blieb er für mich nichts, als ein Mittel zum Zweck in einem riesigen Spiel- Nämlich derjenige, der aufgrund seiner Fähigkeiten nur dazu benötigt wurde, um die Handlung ins Rollen zu bringen. Seine kleinen, privaten Probleme blieben hierbei nur Nebensächlichkeiten. Von seinen Beweggründen oder Gefühlen keine Spur, lediglich ein verwirrter, hin- und hergerissener Simon, der seine Handlungen wohl selbst nicht zu erklären vermögen konnte.
Dann wären da natürlich noch Clary und Jace. Erstere verlor im Laufe des Buches immer mehr an Sympathie meinerseits, denn aus der meiner Ansicht nach vorherigen eher willensstarken und dennoch menschlichen, fehlerhaften Clary wurde eine selbstlose, bedingungslos liebende Heldin, deren gefühlsduseligen Aussagen mich beinahe schon nervten. Noch dazu diese ständigen Wiederholungen à la "Ich werde dich immer lieben"... Und das immer und immer und immer und immer wieder.
Um jedoch auf den schlimmsten Punkt zu kommen, der mir wohl am meisten in meinem Leserherz schmerzte: Jace. Jace, den absolut unübertrefflichen Jace... Wo war er die ganze Zeit über nur? Der zuvor gel

assene, selbstgerechte Jace wurde durch einen Zickigen ersetzt, der unter Gefühlsschwankungen zu leiden hatte. Vor allem zu Anfang hätte ich entsetzt den Kopf schütteln können. Ich hatte mich auf Beziehungsprobleme zwischen Clary und Jace gefasst gemacht, jedoch nicht auf derartige. Solche, die überhaupt keinen Grund gehabt haben zu schienen.
Gegen Ende hin legte sich dies zu meiner Erleichterung jedoch und ein kleiner Funke der Charaktere, die ich in den vorherigen Bände so in mein Herz geschlossen hatte, blitzten durch. Vor allem Jace schien seine Gefühlsschwankungen überwunden zu haunerwartet menschlichen und fehlerhaften Handlungen überrascht. Ganz wettmachen konnte dies sein anfängliches Verhalten jedoch nicht.

Die Handlung an sich hatte für mein Empfinden keinen roten Faden aufzuweisen. Nach etwa der Hälfte des Buches musste ich mir des öfteren die Frage stellen, worum es hier eigentlich ging. Ging es nur darum, neue Probleme zu erfinden, um die Geschichte weiterspielen lassen zu können? Ging es um die Beziehung
en der Charaktere? Gott sei Dank wurde diese Frage jedoch im letzten Drittel des Buches beantwortet, auch wenn die vollkommene Auflösung mysteriöser Ereignisse auf den ersten Seiten nicht ganz überraschend und unvorhersehbar gelüftet wurde.

Auch mein - und wohl der Vieler- Verdacht, dieser vierte Band könnte nur ein Zweck gewesen zu sein, um die Geschichte des Erfolges wegen weiterzuführen wurde behoben: Denn geplant scheint dieser Teil definitiv gewesen zu sein. Wieso sollten sonst so viele vielleicht nicht ganz offensichtliche Dinge in City of Glass offen gelassen worden sein, wenn sie nicht in einem weiteren Band hätten beantwortet werden sollen? Im Nachhinein wurden mir so viele Anspielungen, die es in City of Glass gegeben hatte und die einfach auf Ereignisse im vierten Band bezogen worden waren, klar. Wieso City of Fallen Angels daher als ein ungeplanter Teil gilt, ist mir noch immer schleierhaft. Allerdings merkt man, (Selbst ich, die lediglich in den ersten Band der Infernal Devices hineingeschnuppert hat) dass Cassandra Clare anscheinend doch ziemlich bedacht darauf gewesen war, endlich ihre in dieser Reihe erfundenen Charaktere zu erwähnen und miteinzubeziehen. Ich bin mir absolut sicher, das dies in den folgenden beiden Bänden der Mortal Instruments noch weitergeführt werden wird.

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" "Ich kenne die Menschheit besser, als du es dir vorstellen kannst.
Und ich kenne ihre Schwächen- Stolz, Machtgier, Wollust
Habsucht, Eitelkeit
und Liebe."
"Liebe ist keine Schwäche."
"Ach nein?" "
("City of Fallen Angels", S. 446)
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Meinen Hoffnungen entgegen konnte dieser Teil nicht im Geringesten mit seinen Vorgängern mithalten.
Viele Charaktere schienen ihr altbekanntes Gesicht für mich verloren zu haben, während andere hingegen auftauchten und mich für sich gewinnen konnten. Aber auf ein derartiges oder auch nur annährend ähnliches Gefühl während des Lesens, das ich früher verspürt hatte, wartete ich die ganze Zeit über vergeblich.
Ob ich den nächsten Band oder überhaupt die Mortal Instruments weiterverfolgen werde, steht noch in den Sternen. Gefühlsmäßig würde ich eher zu einem Nein tendieren, aber schließlich hatte ich dies schoneinmal so ähnlich verlauten lassen und schließlich doch danach gegriffen.

Autor: Cassandra Clare
Buch: City of Fallen Angels
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