Inhaltsangabe
Ein Roman über das prominenteste Liebespaar der Philosophiegeschichte.
April 1975. Hannah Arendt aus New York zu Besuch bei Elfride und Martin Heidegger in Freiburg. Während der größte Philosoph des 20. Jahrhunderts im Nebenzimmer vor sich hin dämmert und für die Lösung der Daseinsfragen nicht mehr zur Verfügung steht, rechnen die beiden Frauen seines Lebens am Küchentisch miteinander ab.
Elfride, die arische Xanthippe, die von Heideggers Liebesbeziehung zu seiner jüdischen Studentin erst 1950 erfahren hat: Hannah Arendt, die aus Deutschland verjagte politische Philosophin, die seine nationalsozialistischen Eskapaden mit Elfrides Einfluss erklärt und ihn über alle Abgründe hinweg liebt. Die lebenslänglichen Rivalinnen kämpfen um die Wahrheit - nicht nur des Herzens. Wer ist Martin Heidegger?
Mit unverhohlenem Vergnügen - und auf der Basis solider Recherche - inszeniert Catherine Clément die erotisch-ideologischen Verstrickungen als philosophische »sitcom«. Heideggers Denken zeigt sich von einer unerwartet amüsanten Seite. In kurzen Szenen entfalten sich drei Biographien, die von den Katastrophen des Jahrhunderts geprägt sind. Verständigung scheint kaum möglich. Doch der tödliche Schuss in diesem Erinnerungsduell fällt nicht. Die alten Damen versöhnen sich, wir klappen den Schmöker zu und wünschen Heidegger die verdiente Ruhe.