Rezension zu "Blutsbande" von Catherine Jinks

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Jari

Vor 2 Jahren

(16)

Vampire gelten als schön, stark und gefährlich. Alles Quatsch. Die Vampire, die sich jeden Dienstagabend treffen, sind ein jämmerlicher Haufen: bleich, krank und feige. Deshalb fällt es Nina auch schwer, zu akzeptieren, dass sie seit über 30 Jahren selbst ein Vampir ist.

Doch als eines Tages einer der ihren ermordet wird, herrscht helle Aufregung bei den Vampiren aus Sidney. Wer hat Casimir umgebracht? Und sind sie alle auch in Gefahr? Endlich kommt Leben in die Gruppe und Nina erklärt sich sogar freiwillig dazu bereit, nach Wolgaroo Corner zu fahren, wo die Untoten einen "Verdächtigen" vermuten - eine ungeheure Leistung, wenn einem ständig übel ist und sich von Meerschweinchenblut ernährt.

Als Nina und ihre Gefährten in Wolgaroo Cornen einen misshandelten Werwolf retten, dessen Kidnapper auch noch in Vampire verwandelt werden und ein übereifriger Vampirjäger aus Ninas Badezimmer springt, geht die ganze Sache eigentlich nur noch drunter und drüber...

"Blutsbande" von Catherine Jinks rechnet mit den "Super-Vampiren" ab, die sich momentan überall in der Literatur und im TV tummeln. Jinks' Vampire sind weder schön, noch haben sie übermenschliche Kräfte. Ganz im Gegenteil: Sie sind ein Haufen Elend und alles andere als edel.

Nina erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive und nimmt kein Blatt vor den Mund. Dass sie keine wirklich gute Meinung von den Ihren hat, merkt man ziemlich schnell. Auch, dass sie sich trotz ihrer eigentlichen 51 Jahren, noch immer wie eine 15-Jährige verhält. Genau das macht aus Nina eine sehr sympathische und ehrliche Erzählerin.
Auch die anderen Vampire wachsen einem mit ihren Ticks rasch ans Herz, Jinks hat in diesem Buch eine grosse Bandbreite an Charakteren geschaffen. Mit Reuben, dem hyperaktiven Werwolf, hat die Autorin eine sehr interessante Figur geschaffen, die Schwung unter die passiven Vampire bringt.

Die Geschichte ist, manch trockener Abschnitte zum Trotz, sehr unterhaltsam und die Autorin schafft es immer wieder, neue Ereignisse einfliessen zu lassen, sodass es nie langweilig wird. Irgendetwas geht bestimmt wieder schief.

Wer also genug hat, von supercoolen, heroischen Vampirjünglingen, wird mit "Blutsbande" seinen Spass haben, auch wenn einem die Krankheiten der Vampire ab und zu etwas zu viel werden.
Auch wer unterhaltsame und lustige Geschichten mag, wird mit diesem Buch einige angenehme Stunden verleben. Denn ab diesem Haufen kann man manchmal einfach nur den Kopf schütteln und loslachen.

Autor: Catherine Jinks
Buch: Blutsbande
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