Rezension verfasst vor 3 Jahren
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Seine Reise beginnt 1981 in Barcelona und er kommt 1992 in Santiago de Compostela an.
„Der Umweg nach Santiago“ ist kein Reiseführer im eigentlichen Sinn, obwohl man nach dieser Lektüre sich am liebsten sofort auf den Weg machen möchte, um diese Reise, eigentlich sind es ja mehrere Reisen, ebenfalls in der gleichen Art zu machen, und versuchen Spanien so zu sehen wie Cees Nooteboom dieses Land sieht. Natürlich hat sich Spanien in diesen Jahren verändert dennoch seine Geschichte bleibt. Der Autor beschreibt nämlich nicht wie man am besten von Punkt A nach Punkt B kommt sondern „Meine Reise ist ein Umweg aus lauter zusammengesetzten Umwegen, und sogar von diesen lasse ich mich noch fortlocken“. Auf vortreffliche Art versteht es der Autor dem Leser ein ihm unbekanntes Spanien näher zu bringen. Er verbindet seinen Weg um die wechselhafte Geschichte Spaniens zu erzählen, das Spanien der Kelten, Iberer, Goten, Juden, Mauren, Römer alle also welche dieses Land in irgend einer Weise geprägt haben. Er folgt den Spuren von Don Quijote de la Mancha, sucht das Grab von Cervantes und findet das Gefängnis in welchem der Dichter sass, weil er eine Schuld nicht bezahlen konnte.
Faszinierend, manchmal vermeinte man sogar eine feine Ironie zu spüren, wie der Autor die Geschichte der spanischen Königshäuser beschreibt, der Häuser von Asturien, León und Galicien um nur einige zu nennen. In der Kathedrale von Granada besucht er die Grabmahle der verstorbenen Königen von Kastilien und Aragonien wo auch Johanna die Wahnsinnigen liegt.
Die berühmten Maler Spaniens Salvador Dalí bis Diego Velázquez, werden natürlich auch erwähnt, über jeden weiss der Autor etwas zu erzählen.
Man erfährt das nicht nur die großen Städte wie Madrid oder Barcelona sehenswerte Kathedralen und Museen beherbergen, nein auch Orte wie z. B. Soria( noch nie gehört) bieten ergreifende „Kunst“.
Wie der Autor die wechselhafte Landschaft mit all ihren farblichen Schattierungen beschreibt, die leeren, trockenen Hochebenen von Kastilien und die „grüne Lunge“ Spaniens Galicien, einfach hinreissend.
Aus jedem Wort das Cees Nooteboom schreibt spürt man seine Liebe sowohl zum Land und dessen Bewohner.
Das Buch enthält zu dem mehrere ansprechende schwarzweisse Abbildungen.
Ein Werk dass man immer wieder in die Hände nimmt, auch wenn man nur in Gedanken durch Spanien reisen kann, ich bin begeistert.
Geschichte, Land und Kultur zu beschreiben gelingt nicht jedem, doch Cees Nooteboom gelingt es in bestechender Weise.
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