Leser-Rezension zu „Great Expectations” von Charles Dickens

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Duesterwald-Online Duesterwald-Online
Verfasst von Duesterwald-Online
am 29.01.2012
 

Inhalt:
Wir steigen im Jahr 1812 in die Geschichte ein. Der Junge Pip ist ein Vollwaise. Er lebt bei seiner älteren Schwester und deren Mann, dem Dorfschmied Joe Gargery in bescheidenen Verhältnissen und da seine Schwester nicht unbedingt die netteste Person ihm gegenüber ist, auch in sehr unglücklichen.
Eines Tages begegnet er auf dem Friedhof dem geflohenen Zuchthäusler Magwitch. Pip hilft diesem Mann, sich von den Ketten zu befreien und verschafft ihm Nahrung. Kurz darauf wird er Miss Havisham und deren Pflegetochter Estella vorgestellt. Miss Havisham ist eine verbitterte alte Frau, die jedes männliche Wesen zu ihrem Feind erklärt hat und dementsprechend auch ihre Ziehtochter Estella zu einem lieblosen Wesen herangezogen hat. Pip verliebt sich jedoch sofort in Estella.
Doch die Liebe muss erst einmal hinten anstehen, denn auf Pip wartet Großes - Ein unbekannter Wohltäter möchte ihm eine vornehme Erziehung bezahlen und stellt ihm zudem noch ein großes Vermögen in Aussicht. Und so macht sich Pip auf nach London, mit großen Erwartungen und der einen Frage, wer dieser großzügige Wohltäter ist.

Meinung:
Die Geschichte um den Jungen Pip, der von ärmlichen und unglücklichen Verhältnissen in eine völlig neue Welt entführt wird, schildert Charles Dickens aus der Ich-Perspektive. Und so ist man mehr als einmal versucht, in dem Jungen Pip Dickens selbst zu sehen, zumal die Geschichte auch in dessen Geburtsjahr beginnt.
Was in der Inhaltsangabe eigentlich recht einfach und banal klingt, war für mich persönlich jedoch ein ziemlich harter Lesestoff. Charles Dickens verliert sich so sehr in kleinen Details, dass die Geschichte komplizierter und verworrener erscheint, als sie tatsächlich ist. Man braucht eine Weile, die Zusammenhänge zu verstehen. Doch die Liebe zum Detail ist nicht nur hemmend für das Verständnis, sondern auch für die Spannung: Diese scheint nämlich rein gar nicht zu existieren. Und wenn dann endlich ein Punkt erreicht ist, an dem sich Spannung aufgebaut hat, zerstört Dickens sie selbst, in dem er diesen Teil kurz und bündig abfertigt.
Ich wünschte, ich könnte etwas positives über die Charaktere sagen, aber auch in diesem Bereich wurde ich leider enttäuscht. Von den meisten bekommt man zu wenig bis fast gar keine Innensicht, ein großer Nachteil der Ich-Perspektive. Und jene Charaktere, die man näher kennen lernt, sind entweder bösartig, naiv oder verbittert. Selbst die Hauptperson Pip war mir nicht sympathisch, zum Großteil wegen seiner großen Bereitschaft, das Opfer zu spielen. Einzig und allein Joe Gargery, der Ehemann von Pips Schwester, erscheint ein wenig normal, obwohl man bei ihm auch versucht ist, ihn zur Besinnung bringen zu wollen, wenn seine Ehefrau ihn oder Pip mal wieder unterdrückt.
Ich habe bis jetzt keinerlei Ahnung, was Dickens mit diesem Buch aussagen wollte. So bleibt für mich nur die Vermutung übrig, dass es sich dabei tatsächlich um ein autobiografisches Werk handelt. Jedoch kein sonderlich schmeichelhaftes. Mich hat das Werk im Endeffekt enttäuscht, ich hatte mir mehr erhofft.

Fazit:
Trotz Titel sollte man keine großen Erwartungen an das Werk stellen.

 

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Great Expectations Great Expectations
Charles Dickens

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Great Expectations
von Charles Dickens

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