Leser-Rezension zu „Wohin der Fluss uns trägt” von Charles Martin
am 7.02.2010
Inhalt:
Die Geschichte handelt von Chris und Abbie, ein über beide Ohren verliebtes Ehepaar, in deren Leben so ziemlich (fast) alles perfekt wäre, wäre Abbie nicht vor gut 4 Jahren unheilbar an Krebs erkrankt. Abbie weiss, dass sie nicht mehr lange zu leben hat und Chris versucht nun ihr 10 Wünsche auf einer spontan erstellten Liste zu erfüllen. Die beiden beginnen mit Wunsch Nummer 10: Den St. Mary’s River von Moniac runter bis zum Meer mit dem Kanu fahren. Doch Abbies Vater, Senator von Charleston, ist damit überhaupt nicht einverstanden und schon bald werden die beiden öffentlich verfolgt.
Bewertung Text:
Zugegeben: Liebesromane gehören nicht gerade zu meinem bervorzugten Genre, vor allem nicht nach all den unzähligen Rosamunde Pilcher Filme, welche ich gemeinsam mit meiner Mutter angeschaut habe. Und wenn ich das Buch nicht gewonnen hätte, hätte ich es wohl auch nie gekauft. Denn: Das Cover und auch der offizielle Buchrückentext entsprechen so ziemlich allen Klischees, welche ich gegenüber Liebesgeschichten habe – totaler Kitsch. Und das ist eigentlich wirklich sehr schade, denn die Geschichte kam mir überhaupt nicht so vor. Im Gegenteil. Es geht mehr um Abbies Krankheit, Krebs, und wie sie und Chris trotz allem die Freude am Leben aufrecht zu erhalten suchen. Das Buch erzählt eine wunderbare Reise auf dem St. Mary’s River und zeigt, dass mit ein wenig positiver Einstellung das Leben viel schöner sein könnte.
Das Buch kann grob in zwei Erzählstränge eingeteilt werden: Der eine spielt in der Gegenwart und beschreibt, was Chris und Abbie gerade auf ihrer Reise erleben, der andere erzählt zunächst Chris‘ Vergangenheit, dann die Begegnung mit Abbie, die Hochzeit bis hin zum Tag des Aufbruchs zur Flussreise. Damit geht der zweite Erzählstrang logischerweise in den ersten über.
Schön finde ich die Ausflüge in die Kunst – Chris ist Künstler und Abbie war Model und Innenarchitektin und ganz nebenbei einfach an Kunst interessiert – da gibt es einige schöne Sätze über Kunst. Kunst ist, was mich anspricht. – Toll, dass das jemand anderes ebenfalls so empfindet.
Ob ich die Charakterzeichnung wirklich mag, da bin ich mir nicht ganz sicher. Von Chris und Abbie erfährt man ziemlich viel und doch sind sie mir ein Stück weit noch fremd, ganz zu schweigen von den Nebenrollen, welche eher blass bleiben. Ausserdem fand ich die teilweise – für mich jedenfalls – eher langweiligen geografischen Passagen zum St. Mary’s River eher trocken. Ehrlich gesagt war mir ziemlich egal, wie sich dieser Fluss so durch die Landschaft schlängelt, solange Chris und Abbie nur ihre Liste abarbeiten könnten.
Alles in allem schaffte das Buch mich eigentlich nur am Schluss wirklich zu berühren, vorher fand ich die Lektüre jedoch auch unterhaltsam, auch spannend – immerhin hofft man wirklich, dass die beiden ihre Reise fortsetzen können und man ist wirklich gespannt, ob sie nun ihre Liste schaffen oder nicht – und ja, einfach eine angenehme Lektüre für zwischendurch, was man beim Thema Krebs eigentlich nicht gerade erwarten würde.
Bewertung Cover / Gestaltung:
Zur Gestaltung habe ich ja bereits angetönt, dass Cover(-foto) und Buchrückentext sehr klischeehaft und kitschig rüber kommen, was ich eigentlich nicht so mag und mich von einem Kauf auch abgehalten hätte. Zur Gestaltung im Innern des Buches lässt sich nichts spezielles sagen – „normal“ halt.
Fazit: Leichte Lektüre für Zwischendurch

