Leser-Rezension zu „Wohin der Fluss uns trägt” von Charles Martin
am 9.05.2010
Ihnen bleiben nur wenige Tage, denn Abbie ist im Endstadium ihrer Krebserkrankung angekommen. Doch sie ist eine Kämpferin und zusammen mit Chris, ihrem Mann, macht sie sich auf, zu ihrer letzten Reise, denn es gibt noch 10 Dinge, die sie vorher erledigen möchte.
Es wird ein Wettlauf gegen die Zeit. Und nicht nur diese sitzt ihnen im Nacken - auch Abbies Vater hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, seine Tochter für die letzten Tage wieder nach Hause zu holen. Sein Schwiegersohn ist ihm schon von Anfang an ein Dorn im Auge.
Abwechselnd und aus der Sicht von Chris beschreiben die Kapitel einmal die gegewärtige Situation und dann wieder Rückblenden, wie die zwei sich kennenlernten und nach und nach auch wie die Krankheit entdeckt wurde.
Man erfährt sehr viel über Abbie und Chris und bewundert Abbies Stärke. Die Kraft, die der Krebs ihr raubt, scheint sie Chris in doppelt Form zurück zu geben.
Leider wirkt einiges zu konstruiert und auch unlogisch. Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgehen, dass Abbie schon so krank ist, dass sie bettlägrig ist und auf ihrer Reise hat sie Momente, in denen sie stehen oder sogar alleine in die Badewanne steigen kann. Natürlich können die starken Medikamente so einiges bewirken, aber das zweifle ich doch sehr stark an.
Und wie es der Zufall so will, ist auch noch ein Flugzeug vorhanden, welches sie benötigen, um einen ihrer Wünsche von der Liste zu erfüllen. Oder auch derJahrmarkt.
Das sind dann die Stellen, wo man etwas weniger aufmerksam lesen oder einfach darüber hinweg lesen sollte.
Ich habe diese Dinge erfolgreich verdrängt und für mich festgestellt, dass Charles Martin ein bezauberndes Buch über die Kraft der Liebe geschrieben hat. Die Geschichte hat mich sehr berührt, auch wenn ich wusste, wie das Buch enden wird, so habe ich doch etliche Tränen vergossen. Und so wünscht man sich doch ein gutes Buch.

