Rezension verfasst vor 1 Monat
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Im 19. Jahrhundert wollen die Russen die Bodenschätze Alaskas erschließen und schreiben deshalb einen Wettbewerb aus bei dem die effektivste Bohrmaschine gefunden werden soll. Der Erfinder Leviticus Blue baut tatsächlich eine, aber bei der Probebohrung kommt es zu einer Katastrophe, die gesamte Innenstadt Seattles wird verwüstet und aus dem Erdinneren tritt ein giftiges Gas aus, das die Bewohner in Untote verwandelt. Die Regierung lässt das Stadtzentrum absperren und umgibt es mit einer Mauer, um die Ausbreitung des Gases zu verhindern.
Jahre später fristet die Witwe des Erfinders, Briar Wilkes mit ihrem Sohn Ezekiel ein trostloses Leben außerhalb der Mauer. Nicht genug dass sie in bitterer Armut vor sich hinvegetieren, weil ihr Mann damals die Katastrophe zu verantworten hatte, werden sie von den anderen Bewohnern auch noch ausgegrenzt.
Doch dann setzt es sich Zeke in den Kopf, den Namen seines Vaters reinzuwaschen, büxt von zu Hause aus und dringt in die Todeszone ein, um eine Antwort darauf zu finden, was damals tatsächlich geschah. Briar bleibt also nichts anderes übrig, als sich auf eine Rettungsmission zu begeben und das Geheimnis ihrer Familie aufzudecken.
Steampunk mit Zombies, das ist vielleicht nicht unbedingt eine schlechte Idee, aber was Cherie Priest aus diesem Grundkonzept macht ist mehr als enttäuschend. Dabei war Boneshaker sogar für den prestigeträchtigen Hugo Award nominiert und erhielt unter Steampunk-Fans eine Menge positiver Resonanz. Nichts an Boneshaker ist wirklich schlecht, aber auch nichts wirklich gut. Es ist einer dieser ärgerlich mittelmäßigen Romane, die man nicht mal richtig kritisieren kann, weil man nicht weiß, wo man ansetzen soll. Der Schreibstil ist zutiefst unspektakulär, so sehr, dass keine einzige Dialogzeile, keine einzige Beschreibung hängen bleibt. Die Figuren haben Potenzial, aber sie wirken mechanisch und klischeehaft. Es gibt Action, es gibt Konflikte, aber sie berühren einen einfach nicht. Man möchte die Geschichte mögen, aber man findet keinen rechten Zugang zu dieser Welt, denn die Autorin erzeugt keine Stimmung, die einen in die Story hineinziehen würde. Man schaut den Charakteren von außen zu, anstatt mittendrin zu sein, wenn sie ihre Abenteuer erleben. Boneshaker will hoch hinaus, dümpelt aber nur im seichten Fahrwasser unzähliger anderer Fantasy-Epen dahin. Eigentümlichkeit des Ausdrucks ist Anfang und Ende aller Kunst, - sprach der gute Herr Goethe, genau an dieser Eigentümlichkeit mangelt es aber hier. Das Ergebnis ist Fastfood-Steampunk, das nur Leute essen sollten, die nicht auf ihre literarische Gesundheit zu achten haben.
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