Leser-Rezension zu „Der Kruzifix-Killer” von Chris Carter
am 18.06.2010
Über das Buch:
Robert Hunter, ein Ermittler im Morddezernat von L.A., kommt mit seinem (neuen) Partner Carlos Garcia zu einem Tatort an dem eine Frau grausam hingerichtet wurde, sie trägt das Zeichen des "Kruzifix-Killers", einem Serienkiller der gefasst, zum Tode verurteilt wurde und inzwischen schon hingerichtet wurde. Es ist schnell klar, dass es sich um keinen Nachahmungstäter handeln kann, denn die Handschrift ist eindeutig und Details darüber drangen nie an die Öffentlichkeit. Wie schon bei den ersten Morden geht der Killer äußerst umsichtig vor, er wählt seine Opfer scheinbar ohne jeglichen Zusammenhang und hinterlässt keinerlei Spuren. Der Täter sucht immer wieder den Kontakt zu Robert Hunter und versucht ihn in seine perfiden und blutrünstigen Spiele mit den Opfern einzubeziehen.
Meine Meinung:
Der Einstieg ins Buch ist wirklich außergewöhnlich und gelungen, der Leser wird direkt ins Geschehen katapultiert, man findet mit Robert Hunter seinen Partner Carlos als "Spielball" und potenzielles Opfer des Kruzifix-Killers. Danach beschreibt der Autor, wie es zu dieser Situation gekommen ist und die letzten Kapitel dienen der Aufklärung.
Da ich sehr viele sehr positive Kritiken zu diesem Buch gelesen und gehört habe, ging ich mit sehr hohen Erwartungen an das Buch heran, diese wurden leider nicht vollständig erfüllt. Der Kruzifix Killer ist ein guter, wenn auch ein sehr brutaler Thriller, der spannend unterhält, aber der Überflieger, mit dem ich gerechnet habe, war er nicht. Außer dem recht ungewöhnlichen Einstig und der etwas ungewöhnlichen Aufteilung der Geschichte, ist er auch weitgehend nach altbekanntem Muster gestrickt - zwei Ermittler, mit ihren persönlichen Problemen und ein intelligenter Serienmörder, der mit dem Ermittler spielt... Leider erinnerten die Spiele mit den Opfern und die Brutalität auch etwas an Saw, wer also diese Filme nicht gesehen hat, wird mehr "Freude" an dem Buch haben.
Die handelnden Personen sind gut beschrieben, auch die Geschichte der Opfer wird immer etwas beleuchtet, dadurch werden die Verbrechen für den Leser noch bestialischer, da die Opfer nicht nur als "Kanonenfutter" dienen, sondern dem Leser auch als Mensch vorgestellt wurden.
Insgesamt finde ich aber leider auch hier die oft so üblichen Unglaubwürdigkeiten - bei so grausamen Verbrechen arbeiten sicherlich nicht nur zwei Ermittler an dem brisanten Fall und kümmern sich um jede Facette der Ermittlung, von Patientenlisten in Krankenhäusern über Recherchen im "Milieu" und aktiver Tätersuche in Bars, nach einem Phantombild.
Ein großes Manko ist auch der Klappentext, der einfach zuviel verrät. Nachdem im Buch nicht allzu viele Möglichkeiten zur Rache gegeben sind, bzw. nicht so viele Personen beschrieben werden, die dazu Anlass hätten, kann man als "alter Thriller Hase" die Zusammenhänge leicht erahnen. Auch der Schluss war leider nicht nur etwas überzogen sondern auch etwas unglaubwürdig.
Mein Fazit:
Auf Grund meiner hohen Erwartung an das Buch, fällt meine Meinung etwas kritisch aus, aber prinzipiell, ein guter Thriller, für Leser mit einer gewissen Toleranz gegenüber sehr ausführlich beschriebenen und grausamen Details.

