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Floh

vor 1 Jahr

(106)

In "Social Network - Die Bibliothek des Schicksals" vom Debütautor Chris M. Wagner kann man sich auf einen wirklich interessanten und komplexen Mystery-Thriller mit vielen verborgenen Schätzen und Facetten freuen. Viel Historie, Düsternis, die Untiefen der Netzwerke, Sagen und Mythen und die unglaubliche Skrupellosigkeit damaliger Vereinigungen. Ein Cocktail aus Horror, Mystery, Ciber-Kriminalität und dunkle Verstrickungen, ein absoluter Lesegenuß auf wackeligen Boden mit starker Härte...
Erschienen im Acabus Verlag (http://www.acabus-verlag.de/#&panel1-1)

Inhalt:
"Das Netz kennt dich. Es weiß, was du willst und es gibt dir, was du brauchst. Es spielt mit dir, wie mit einer Marionette. Und ohne dass du es bemerkst, spielt es auch mit deinem Leben. Schicksal? Ein Leben besteht aus einer Kette von Ereignissen, ein einzelnes Ereignis aus Ursache und Wirkung. Alle Ereignisse dieser Welt können zu einem großen Flechtwerk zusammengefasst werden - Wirkung des einen ist die Ursache des Nächsten. Was wäre, wenn man in dieses Netz eingreifen und es nach belieben formen könnte? Rosemarie von Wards wird bewusstlos im Heizungskeller ihres Strandhauses aufgefunden. Trotz notärztlicher Behandlung verstirbt sie noch im Krankenhaus. Doch warum war der Keller verschlossen? Ist es Zufall, dass sich die lebensnotwendige Infusion lockerte? Dies alles ist ein schwerer Schock für Rosemaries Verlobten, Daniel Lang. Er möchte das Erlebte am liebsten hinter sich lassen und beginnt ein neues Leben in München. Der Job bei einem Unternehmen mit dem Namen FaTec ist ihm so gut wie sicher. Da holen ihn die Ereignisse ein. Er wird in einen Unfall verwickelt, der Taxifahrer wird erschossen, und niemand glaubt Daniel, als er von dem mysteriösen Priester mit dem schwarzen Kollarkragen spricht - bis auf seine scheinbar geistesgestörte Nachbarin Grace Owen aus dem dritten Stock. Was Daniel nicht weiß: Zu diesem Zeitpunkt befindet er sich bereits in den Klauen der Hüter des Schicksals."

Zum Schreibstil:
Mit dem bereits im Jahre 2011 erschienenen Debüt des Autors Chris M. Wagner "Social Network - Die Bibliothek des Schicksals" ebnet dieser den Weg in tiefe Abgründe und mörderische Verstrickungen. Trotz der fortlaufenden Medienwelt liest sich dieser Mystery-Thriller nach wie vor brandaktuell, wenn man über kleinere "Alterserscheinungen" hinwegsehen mag. Die Handlung spielt um den charismatischen Protagonisten Daniel Lang, der mit seinem neuen Job bei FaTec GmbH unglaubliche Entdeckungen und Machenschaften erlebt. Der Leser wird direkt in die Welt der einst neuesten Technik und Möglichkeiten katapultiert, vermisste Menschen, eine mysteriöse Handlung eines ominösen Priesters, eine gestörrte Nachbarin und und und.....Autor Chris M. Wagner hat ein Talent und eine Note, die den Leser direkt mit in das Geschehen nimmt. Spannend und schonungslos gibt der Autor hier seine Recherchen und Ideen für die Story wieder. Leider trifft der Autor meiner Meinung nach nicht immer das genaue Maß, das kann vielleicht auch an der Schnelllebigkeit des Medienzeitalters liegen.
Autor Wagner weiß es für mystische Spannung, turbulente Abwechslung und düsteres Erstaunen zu sorgen. Er schreibt sehr gewählt und intelligent. Den Thriller habe ich wirklich durch seine besondere Atmosphäre, die entssteht, ganz intensiv gespürt. Dieses Flair wurde durch derben Horror und verworrener Mystery verstärkt. zudem bietet Chris M. Wagner eine stimmige und sehr intensive Recherche.
Gekonnt jongliert der Autor in seinem Debüt mit der Vielfalt der Sprache und der einstigen Zeit der Technik, die jederzeit auch in unseren Stand der Entwicklung platz findet.

Schauplätze:
Großer Pluspunkt und unweigerlich auch der Schwerpunkt dieses Leseerlebnisses sind die Schauplätze. Zwei Handlungsstränge die von ihren Kulissen, bzw. der Ausformung und Darstellung der Seiten nicht unterschiedlicher sein können. Ein Gegensatz, der zu einem Nenner wird. Dem Autor Chris M. Wagner gelingt es durch seine reale und absolut lebhafte Darstellung der Schauplätze eine Welt des unsagbaren Grauen, Spannung und Gänsehaut zu schaffen. Wer hat nicht allein bei den Schlagwörtern Priester, Geisteskrank, Verschwörung, Hüter des Schicksals, Social Networt, Cyber, Herrscher, Reliquien oder Auftrag bereits eine Assoziation vor Augen? Autor Wagner verstärkt diese durch seine Recherchen für den Roman zu einem kompletten Bild der Zeit und Umstände. Sehr genau hat er die Eindrücke der Medienwelt und Epoche und der Gesellschaft eingefangen und gibt diese im Buch an die Leser weiter. Drehbuchhaft und absolut filmreif dringen unschlagbare Bilder in den Geist der Leserschaft. Ein Lesegefühl mit allen Sinnen. Der Fokus liegt auf viele Automatismen in Dingen Assoziationen. So beflügelt er die Phantasie der Leser und lässt auf weitere Werke aus seiner Feder hoffen.

Charaktere:
Auch bei der Wahl der Charaktere hat sich Chris M. Wagner ins Zeug gelegt, er hat sich sehr intensive Gedanken gemacht und nichts, rein gar nichts, dem Zufall überlassen. Ein gelungenes und starkes Bild der Protagonisten. Leider aber auch etwas zu sehr gewollt und daher manchmal etwas aufdringlich. Hier erscheint das Maß nicht immer sehr ausgewogen. Da steckt so viel mehr drin! Polarisierend, fesselnd und respekvoll, so sollen die Protagonisten aus Haupt- und Nebenrollen erscheinen. Wir erleben in diesem Auftakt Völkergrupen wie sie skrupelloser und gefährlicher nicht sein können, oder andere Gesellschaften aus Ermittlern, Mitarbeitern, Firmenmoguls und düsteren Gestalten. Einige von den vielen Akteuren wird man sofort lieben und einige wird man mit Abscheu begegnen. Viele sind im großen Finale, bzw. Showdown des ersten Teils gar nicht mehr am Leben, oder nicht mehr so anzutreffen, wie zuvor.

Meinung:
Dieses Buch könnte sogar noch etwas mehr bieten. Jedoch kann ich für ein Debütwerk schon von absolut gelungenen Lesevergnügen sprechen. In dem Autor steckt so viel Potential, jedoch wirkte einiges in diesen komplexen Genre-Mix etwas unkoordiniert und aufgesetzt. Hier dominieren sagenhafte und fesselnde Noten aus verschiedenen Genre, eine spannende und fesselnde Handlung aus zwei dominaten Handlungssträngen, grandiose und pompöse Kulissen und einzigartige Charaktere, der Thrill kristallisiert sich nicht so sehr heraus, eher die mystischen und verschwörerischen Umstände (vielleicht sind diese Thrill genug? Ja, mir hat es völlig gereicht!).
Die Gratwanderung aus Informationen und Überladen gelingt dem Autor nicht immer geschickt und lenkt in einigen wenigen Passagen daher manchmal vom Kern ab, sodass das Lesen und Nachvollziehen schwer und anspruchsvoll erscheinen kann, vielleicht liegt es aber auch an der Zeit von mind. 5 Jahren, die seither im Stand der Technik vergangen sind.

Der Autor:
"Mystery ist sein Genre. Er liebt unfassbare Geschichten mit einem Hauch Unerklärlichem. Sein bisher wichtigstes Werk ist der Mysterythriller "Social Network. Die Bibliothek des Schicksals". 'Sie behaupten also, Sie wissen, welchen Schmetterling Sie gegen die Wand klatschen müssen, damit im Karibischen Meer kein Hurrikan entsteht?' Wer sich traut, kommt beim Lesen dieses Romans seinem Schicksal einen gehörigen Schritt näher.
Schreiben ist lügen mit Erlaubnis. Wie Chriz zum Schreiben kam ist ein Mysterium. Aber eins ist sicher: Während Du diese Zeilen liest, ist die nächste Lüge schon in Arbeit ...
Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von München.
http://chrismwagner.de/ "

Zum Cover:
Das Cover wirkt passend historisch, es zeigt eine dunkle Stimmung und ein Symbol, welches sich im Buche wiederfindet. Ein sehr hochwertiges Buch von guter Qualität und stimmigen Gesamteindruck. Tolle Farben, stimmiges Bild.

Fazit:
Das Buch besitzt sogar noch mehr Potential und Facette. Dennoch war es ein unschlagbarer und überaus beklemmender Lesegenuß. 4 sehr verdiente Sterne!

Autor: Chris M. Wagner
Buch: Social Network. Die Bibliothek des Schicksals

Litis

vor 1 Jahr

Schöne Rezi! Vielen Dank dafür! :)

lord-byron

vor 1 Jahr

Na toll. Wieder ein Buch mehr, das ich haben muss. Warum lese ich eigentlich immer noch deine Rezensionen? Das wird immer sehr, sehr teuer. ;-)

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