Edda, Linus und Simon lernen sich in einem Jugendcamp kennen. Doch was als normales Camp für Jugendliche getarnt ist, entpuppt sich schnell als eine üble Forschungsstation. Warum werden Kinder mit sonderbaren Geräten manipuliert und werden auf einmal von Wissenschaftsnerds zu supercoolen Kids? Edda, Linus und Simon verbindet eine aufgewühlte Kindheit, die mit dem Verlust eines oder beider Elternteile zu tun hat. Werden sie deshalb verfolgt? Als sie plötzlich auf seltsame Sonnenräder im Berliner Untergrund stoßen, decken die Drei ein verschollen gedachtes Geheimnis auf…
„Abaton Vom Ende der Angst“ ist der erste Teil einer geplanten Trilogie. Das Buch scheint auf den ersten Blick sehr unscheinbar. Doch schaut man erst mal in sein Inneres, ist man von den seltsamen Zeichnungen direkt gefesselt. Schon vor dem Lesen habe ich über Kringel, Kreise, Zeichen und Flöckchen gegrübelt. Was kann das sein? Und was soll das alles mit dem Buch zu tun haben?
Diese Frage löst sich im Laufe des Lesens….
„Wenn man an Verschwörungen glaubte, hätte man womöglich bemerkt, dass die Quersumme des Datums dieses Tages die Zahl 23 ergab. Doch unsere Helden interessierten diese Fakten nicht. Noch nicht.“
Der Leseeinstieg wird einem bei Abaton nicht leicht gemacht. Die Erzählperspektive wechselt ständig zwischen Linus, Simon, Edda, Gene-Sys, der Campleiterin und anderen Personen. Man muss sich ein wenig durch die Verwirrungen kämpfen um den Überblick zu behalten. Was anfangs noch schwer fällt, steigert im weiteren Verlauf des Buches die Spannung. Der Leser bekommt viele Sichtweisen auf das Geschehen geboten und kann den Verlauf ein wenig vorhersehen. Oft passieren unvorhergesehene Dinge, Personen treffen aufeinander und die Erzählperspektiven verschmelzen oder neue Personen tauchen auf.
Die Protagonisten aus Abaton sind sehr verschieden. Zum einen haben wir Edda. Zuerst ist sie ziemlich oberflächlich, interessiert sich nur für Jungs, Schminke und Klamotten und lebt bei ihrer Oma. Seit ihre Mutter in eine Anstalt eingewiesen wurde versteckt sie ihr wahres Ich hinter einer coolen Fassade. Simons Vater sitzt im Gefängnis und seine Mutter hat einen neuen afrikanischen Freund, der nur wegen der Aufenthaltsgenehmigung mit ihr zusammen ist. Außerdem hat er dabei zusehen müssen, wie sein kleiner Bruder im Eis einbrach und ertrank. Linus dagegen hat beide Elternteile verloren und sucht seit einem Jahr nach einer Spur ihres mysteriösen Verschwindens. So verschieden die Charaktere scheinen, finden sie schnell zusammen und bilden eine eingeschworene Truppe, die sich schnell in die Herzen der Leser brennt. Durch ihre sympathische Art wirken die Drei sehr real und man kann ihre, wenn auch manchmal dummen, Ideen nachvollziehen. Von Anfang an fiebert der Leser mit und wünscht sich bis zum Ende, das die Drei endlich die Wahrheit erfahren.
Die Story hinter dem Buch ist sehr kreativ und vor allem Neu. Wer nicht gerne Einheitsbrei liest, ist mit Abaton gut beraten. Die Angst besiegen, Urformen von Pflanzen züchten, Bilder malen können in die man hineingehen kann und Menschen mittels einem Video hypnotisieren – All das findet man in Abaton. Zum Teil wird der Leser mit wahnwitzigen Ideen konfrontiert, die aber alle interessant verpackt echt glaubwürdig sind. Viele Dinge im Buch haben mich zum Nachdenken angeregt und über Zukunftsvisionen träumen lassen.
Abaton hat mich insgesamt begeistert. Der schwierige Leseeinstieg hat das Gesamtbild ein wenig getrübt, aber wer dran bleibt und fleißig weiterliest wird am Ende belohnt.
Die neue Abaton Trilogie - Mysteriös, angsteinflößend und unglaublich spannend