Leser-Rezension zu „1979” von Christian Kracht
am 13.09.2010
Ein Buch, das mit einer unglaublichen Wucht daherkommt. Kracht erzählt die Geschichte eher in beiläufigem Ton. Tatsächlich entwickelt sich aber eine teils unfassbare Härte. Ab und an schleichen sich auch recht phantastische Elemente ein. Ein Architekt reist mit seinem Freund in den Iran der Revolutionsphase, dies aber eher unabsichtlich. Der Freund, ohnehin ein reichlich kaputter Typ, kommt bei einer Art Gartenparty letztlich zu Tode (Alkoholvergiftung?). Der Architekt (Ich-Erzähler) wird auf einen Selbstfindungs-, oder Esoterik- oder Sonstwastrip zu einem heiligen Berg nach Tibet geschickt und gerät letztlich in ein chinesisches Gefangenen- bzw. Umerziehungslager.
Kracht schafft es hier ein literarisches Kunstwerk zu kreieren, ein für meine Begriffe Kleinod im Romandschungel.
Dies war bereits mein dritter Kracht und ich bin jedesmal annähernd begeistert. Zugegeben sein letztes Werk war stellenweise etwas... na ja wirr. Nichtsdestotrotz, es lohnt sich immer zu Kracht zu greifen.

