Leser-Rezension zu „Alles Fleisch ist Gras” von Christian Mähr
am 23.02.2010
Anton Galba hat eine Affäre mit seiner Mitarbeiterin Helga Sieber. Ansich keine große Sache, wenn da nicht nicht ein weiterer Mitarbeiter wäre, Roland Mathis, der die beiden beim Liebesspiel im Wald gefilmt hätte und Galba damit erpresst. Bei diesem Versuch stürzt Mathis leider die Treppe herunter und kommt um. Wohin mit der Leiche ? Ab in den Häcksler der Dornbirner Abwasserreinigungsanlage, wo alle drei arbeiten.
Was daraus wird konnte Anton Galba nie ahnen. Über einen Polizisten der die Bösen dieser Welt verschwinden lassen will, Feme in Dornbirn bis hin zu einem Bombenanschlag.
Was viele sich schon gerne mal gewünscht haben, macht Christian Mähr in seinem Roman zur Realität. Menschen die der Gesellschaft (oder einen persönlich) schaden einfach verschwinden zu lassen. Völlig von der Justiz und heutigen Rechtsverständnis losgelöst.
Viel scharzer Humor, sozialkritikische Argumente kommen ebenfalls zur Geltung. Gelungen finde ich auch den Titel von einem Bibelpsalm herzuleiten. Trägt auch zur Bildung bei, genauso wie dass, was man über die Femegerichte im Mittelalter erfährt.
Einzig die etwas technisierte Sprache hat gestört und manche Ausdrücke, die wahrscheinlich nur in Österreich geläufig sind. Trotz dieser Mängel war es gut zu lesen.

