Rezension verfasst vor 1 Monat
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Internet und Handy sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Wir sind immer öfter und länger online. Wir treffen unsere Freunde auf Facebook, googeln unseren neuen Kollegen, scrollen nebenbei durch die Nachrichten und kaufen gleichzeitig unser Bahnticket. Wenn wir nicht im Internet sind, schreiben wir SMS oder telefonieren. Aber wie wäre es denn allein mit uns und unseren Gedanken, offline und abgekoppelt vom Rest der Welt? Wie verändert das unsere Freundschaften, unsere Arbeit, unsere Beziehungen und unser Selbstbild? Christoph Koch ist dahin gegangen, wo es richtig weh tut: offline. Und hat getestet, was vom Leben übrig bleibt.
Also ich fand das Buch sehr amüsant und witzig geschrieben. Natürlich ist dieser „Selbstversuch“ nicht unbedingt repräsentativ und wissenschaftlich fundiert. Und es wird immer noch Menschen geben, die ein neues Handy brauchen und - so wie ich z.B. ! - zum Verkäufer sagen.: „aber ich will nur telefonieren und nicht all den anderen Schnick-Schnack“…(wobei es schon an Arbeit grenzt, so ein Handy überhaupt noch zu bekommen!)
Dass wir uns nicht falsch verstehen: ich bin seit x-Jahren bekennender Internet-und E-Mail Freak; damals musste ich mir das alles noch mühsam selber beibringen und hab erstaunte Blicke geerntet, wenn ich was erzählte, das ich „aus dem Internet“ wusste. Ja, ja, so ändern sich die Zeiten…*g* - mittlerweile besitze ich allen technischen Schnick-Schnack dazu , selbst ein I-pad hat seinen Weg zu mir gefunden.
Trotzdem werde ich nach wie vor mit Leidenschaft z.B. „echte“ Briefe schreiben (und auch bekommen) , mich mit Freunden real treffen und nicht nur bei Facebook, meine Bücher weiterhin in der Hand halten und lesen (und nur im Urlaub auf dem E-Book-Reader) – man kann und sollte das, so ist meine Meinung, miteinander verbinden und weder das eine noch das andere kategorisch ablehnen.
Ich fand es einfach lustig mit zu erleben, wie „abgeschnitten“ sich der Autor erst mal vorkam, als er anfing, auf Internet & Co. zu verzichten und dass er erst mal nichts mit sich anzufangen wusste. Denn wenn wir ehrlich sind: würde es uns anders gehen? Wie viel Zeit verplempern wir denn im Internet, Zeit, die sicher auch sinnvoller anders zu verbringen wäre. Ich sehe das auch an mir selbst: hier mal geguckt, dort bisschen gespielt, aha und Mails sind auch schon wieder da…und ruck-zuck sind Stunden um ! Dabei wollte ich doch „nur schnell“…..
und so ein Versuch, das ganze mal ein wenig einzuschränken hat mit Kommunikationsverweigerung rein gar nichts zu tun. Sinnvoll ist es, darüber nachzudenken, was denn WIRKLICH wichtig ist und jemand, der all seine freie Zeit nur im Internet verbringt, kann mir nicht erzählen, dass er es das macht, weil er „muss“ und weil er sonst alles Neue verpasst….ja, verpassen wird er was, nämlich sein eigenes reales Leben……
So auch – meiner Meinung nach - das Fazit von Christoph Koch : die Möglichkeiten, die uns heutzutage geboten werden, anzunehmen – aber uns nicht von ihnen stressen und verrückt machen zu lassen.
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