Achtung! Kann Spoiler zu den ersten beiden Bänden "Das Geheimnis der singenden Stadt" und "Die Hüterin der Nebelsteine" enthalten!
Nachdem die Schatten auch über Lisboa hergefallen sind und es keine Hoffnung mehr für die Stadt zu geben scheint, hat die Mephistia ihr Gesicht offenbahrt.
Catalina Soleado, die versucht, zu retten, was noch zu retten ist, begibt sich mit dem Schatten des alten Kartenmachers in die Stadt aus Nacht und Nirgendwo und Jordi Marí hat Nuria Niebla, die totgeglaubte Hexe gefunden und die Hoffnung, Catalina wiederzufinden, nimmt für ihn endlich Gestalt an.
Doch natürlich kommt wieder einmal alles anders, als man denkt....
Alles hat zwei Seiten. Das zeigt dieser abschließende Band einmal mehr als seine Vorgänger. In diesem Buch erfährt man relativ viel über die Schatten, über die Vorgeschichte der Kassandra Karfax und über die Geschehnisse, die damals alles veränderten und man merkt, dass man in dieser Geschichte keine voreiligen Schlüsse ziehen sollte, weil nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Wie alles, fordert auch die Ausübung von Magie ihren Preis, was der Trilogie einmal mehr die Komplexität verleiht, die in dieser Form nicht jedes Jugendbuch sein Eigen nennen kann und ich kann die drei Bücher um Catalina und Jordi auch nur jedem Erwachsenen ans Herz legen.
Während die erste Hälfte des Buches mal ruhiger, dann wieder rasant seinen fast schon gewohnten - aber keinesfalls langweiligen - Weg geht, folgt daraufhin der finale Showdown, in dem noch mal alles über den Haufen geworfen wird, woran man geglaubt hat, ohne dass die ganze Sache unlogisch wirkt.
Trotzdem bleiben für mich persönlich auch noch einige Dinge offen, die mir im Endeffekt nicht so ganz klar waren oder über die ich abschließend noch gerne etwas erfahren hätte...
Wie bei jedem Marzi, so wurde ich auch bei diesem Buch gegen Ende wieder etwas wehmütig, geht es doch schließlich darum, sich von Figuren zu verabschieden, die man von Seite zu Seite ein Stückchen mehr ins Herz geschlossen hat. Am meisten trauere ich glaube ich immer noch Ramon Rocas, dem Rabenkater, hinterher - aber das ist eine andere Geschichte...
Nichtsdestotrotz war ich relativ zufrieden damit, wie die Sache geendet hat und freue mich schon auf "Grimm" - den einzigen Marzi, den ich noch nicht kenne und der es schon kaum erwarten kann, von mir gelesen zu werden!
Abschließend zur gesamten Trilogie
Manche Bücher erlauben es einem, durch sie hindurchzuschreiten, an fremde Orte und in ferne Städte.
Genau dies hat mir auch die Malfuria-Trilogie erlaubt. Ich fühlte mich entführt in ein magisches Barcelona und auch wenn das Interesse dafür vorher nie groß da war, hätte ich jetzt durchaus Lust auf einen Urlaub in der singenden Stadt.
Christoph Marzi hat einen wunderbaren Schreibstil, der vor allem in diese Trilogie relativ einfach und schnörkellos ist und es doch schafft, einen sofort in die nötige Stimmung zu versetzen, die diesem Buch würdig ist. Das Thema Licht und Schatten war natürlich wie geschaffen für einen solchen Wortmagier und ich habe die drei Bücher ausnahmslos genossen.
Da es durchaus einige Leute gibt, die der Uralten Metropole nicht ganz zugeneigt sind, da sie nicht ganz so begeistert von "Lycidas" waren, wie ich, möchte ich diesen Leuten die Malfuria-Trilogie wärmstens ans Herz legen. Die Geschichte um Catalina ist vielschichtig und komplex, aber nicht ganz so verworren wie die Abenteuer von Emily Laing, sondern klarer strukturiert und nicht ganz so vollgepackt.
Alles in allem eine tolle Trilogie, die ich irgendwann sicher noch einmal lesen werde!