Leser-Rezension zu „Oktoberfest” von Christoph Scholder
am 15.01.2012
spannend, aber mit einigen Längen im ersten Teil
Der Erstling "Oktoberfest" von Christoph Scholder, lag lange auf meinem Lesestapel, obwohl das rote Cover eigentlich immer eine Signalwirkung auf mich hatte.Das ich es jetzt zur Hand nahm ,war reiner Zufall, der sich aber bezahlt gemacht hat.
Der Autor verwirrt zu Anfang mit verschiedenen Handlungssträngen, bei denen man sich zu Anfang fragt, wie die zusammenfinden sollen, aber.......sie findet zusammen und zwar zu einem logischen Ganzen, das manchmal ein bisschen fantastisch und konstruiert erscheint, den Gesamteindruck aber nicht stört.
Die grobe Handlung des Buches ist die Geiselnahme von mehr als 70 000 Personen, die sich in den Festzelten des Münchner Oktoberfestes aufhalten. Durch einen perfekt ausgeklügelten Plan, werden Leitungen manipiliert, aus denen Gas auströmt und mehr als 2000 Menschen tötet.Die Geiselnehmer verlangen ungeschlieffene Diamanten im Wert von Millarden, ansonsten drohen sie mit dem Tod der restlichen Geiseln.
Eine interessante Idee hat sich der Autor hier zu eigen gemacht,ist das Oktoberfest doch schon das Ziel eines Bombenanschlags gewesen. Dieses Szenario übertrifft aber alles Vorstellbare und wird superspannend umgesetzt. Gerade der 2.Teil des Buches war für mich so spannend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Durch die vielen Handlungsstränge und Personen ,die im ersten Teil vorkommen, schleicht sich schon die eine oder andere Länge ein und man muss als Leser schon am Ball bleiben, um den Überblick nicht zu verlieren.Die Handlung überzeugt aber und war für mich auch durchaus im Bereich des Möglichen.
Neben der spannenden Handlung, bzw Schreibweise erfährt der Leser aber auch viel, was in solchen Situationen auch politisch abläuft, welche Ministerien bei einer Geiselnahme aktiv werden und welche militärischen Organisationen zur Hilfe kommen.
Nett war auch mitzuerleben , wie der Autor Kompetenzrangeleien an eingien Stellen humorvoll beschrieben hat. Interessieren würde mich, welchen Ministerpräsidenten der Autor hier im Auge hatte.Auch die Beteiligung der Presse,die immer wieder durch die Informationen"egomaner Hohlköpfe", die nicht wissen , was sie mit ihrer Redseligkeit auslösen, ihre Storys aufbereiten und dadurch Panik auslösen, wird gut eingebaut.
Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Buch vor allem bei militärisch interessierten Männer Anklang findet,aber auch mir hat dieses Buch, bis auf die anfangs erwähnten kleinen Längen gut gefallen. Sicherlich hatte der MAD-Mann Härter gewisse Ähnlichkeiten mit der Rolle eines James Bond, aber mich hat das insofern nicht gestört, da eben auch viel über nmilitärische Aktionen gechrieben wurde. Was ich allerdings in diesem Zusammenhang lustig fand war, dass die "bösen Buben " aus Russland stammten. Bauen wir jetzt wieder das alte Feindbild auf?
4,5 Sterne für ein gelungenes Leseerlebnis.

