Achtung! Wer den ersten Band nicht gelesen hat, wird hier spoilerhaltige Inhalte finden!
Cover und Buchtitel:
Während der erste Band in Blau gehalten ist, ist der zweite Band komplett in gefährlichem Rot gehalten. Der diesmal abgebildete Kopf eines Drachen gehört zu einem (zunächst) Unbekannten. Es wird aber klar, dass es sich um eines der beiden übrigen Dracheneier in Galbatorix Hand handelt. Dieser Drache starrt den Betrachter wütend und böse an. Im Gegensatz zu Saphira zeigt der Drache in seiner Haltung neben der Eleganz eines jeden Drache auch pure Feindseligkeit und Angriffsbereitschaft. Der Blick ist angsteinflößend und stimmt seinen Hintergrund ebenfalls rot, finster und gefährlich an. Ich meine sogar aus der Haltung des Drachens zu erkennen, dass er noch sehr jung sein muss. Bei Saphira empfindet man Ehrfucht und Bewunderung, bei diesem Drachen jedoch Furcht. Sehr eindrucksvoll und passend, ich mag es!
"Der Auftrag des Ältesten" ist ein sehr guter Titel. Es passt perfekt zum Inhalt des Buches und strahlt gleichzeitig Spannung und Abenteuer aus. Zudem umgibt ihn die einzigartige Sprache der Eragon Bücher, die ich sehr mag. Super!
Schreibstil und Buchtitel:
Ich hatte zunächst das Gefühl, als würde alles zu schnell gehen. Nach dem Angriff der Urgal-Armee mit Durzas (dem Schatten) Führung, läuft alles den Bach runter. Plötzlich ist Ajihad, Anführer der Varden, tot. Viele trauern um verlorene Familienmitglieder und es schien so, als würde das Buch mich mit seiner gewaltigen Trauer mit runterreißen. Christopher Paolini schreibt mit so viel Gefühl, wie ich es selten gesehen habe. Völlig vertieft in die Geschichte, hatte ich dieses Buch innerhalb von 3 Tagen gelesen. Ich liebe diesen Autor, diesen Schreibstil, diese Geschichte und diese Sprache! Es ist eine beeindruckende Abwechslung nicht immer die zeitgemäßen Bücher zu lesen, deren Sprache nichts besonderes mehr ist. Hier jedoch fühle ich mich in eine andere Zeit entführt, es ist einfach traumhaft! Am besten finde ich, dass dieses gesamte Buch mit seiner Trauer und mit seinen Schicksalsschlägen, der Geschichte eine enorme Glaubwürdigkeit schenkt. So wie es im Leben auch mal ganz stark bergab gehen kann, ist es auch in diesem Buch. Der größte Teil des Buches hatte eine niedergeschlagene, traurige und hoffnungslose Atmosphäre. Im Kontrast dazu waren die glücklichen Momente umso kostbarer und eindrucksvoller!
Diesmal berichtet nicht nur Eragon seinen Teil der Geschichte. Roran und er wechseln sich ungefähr alle drei Kapitel ab und in zwei Kapiteln erzählt sogar Nasuada. Ich finde es sehr interessant, am Ende gibt es sogar einige Überraschungen. Die Geschichte ist in Vergangenheit und in der Er-/Sie-Perspektive verfasst.
Eragon hat es wirklich schwer. Nachdem er aus purem Glück, wie er später fesstellte, Durza den Schatten besiegt hat, verfolgt ihn eine große Narbe an seinem Rücken. Sie verflucht seinen Körper mit mehreren schmerzhaften Anfällen am Tag und immer sind die Schmerzen so stark, dass er bewusstlos wird. Mit seinen jungen Jahren hat Eragon schon zu viel durch gemacht und trägt zu viele Lasten auf seinen Schultern. Ihm und Saphira wird bewusst, dass sie so wie sie gerade waren, keine Chance gegen Galbatorix haben werden. Und als ob das schon nicht reicht, streiten sich die Varden, die Zwerge und die Elfen um seine Macht und versuchen ihn und Saphira zu beeinflussen! Er ist nun der letzte Hoffnungsträger für die Varden, die Zwerge und die Elfen. Als Drachenreiter ist es seine Pflicht, trotz seiner Qualen, seine Ausbildung zu vollenden. So schnell wie nur möglich macht er sich, genau wie ihm Togira Ikonoka, der mysteriöse, unversehrte Krüppel, es ihm befohlen hatte auf den Weg zu den Elfen. Er weiß nur, dass er dort Antworten auf seine Fragen bekommen wird. Zudem herrscht zwischen Arya und ihm eine unangenehme Stimmung. Eragon kann seine Leidenschaft für sie nicht mehr verbergen und Arya weist ihn immer ab. Trotzdem wollen sie ihre Freundschaft nicht zerstören und alles wird immer schwieriger zwischen ihnen.
Mir ist Eragon im Verlauf dieses Buches NOCH MEHR ans Herz gewachsen, als schon im ersten. Er macht grausame Dinge durch und nur Saphira kann ihm beistehen. Der Großteil der Geschichte beschreibt Eragons weiterführende Ausbildung als Drachenreiter in der Elfenstadt. Es ist sehr interessant. Ich finde es schade, dass Brom im ersten Buch starb, denn er war ein ehemaliger Drachenreiter und war mir, von seinem Charakter her, sehr sympathisch. Als Ajihad stirbt, gibt er Eragon den Auftrag, die Varden nicht in Chaos versinken zu lassen und dass er gegen das Imperium ankämpfen soll.
Roran (Cousin/Bruder Eragons) hat es ebenfalls nicht leicht. Er kehrt zurück und findet sein zu Hause niedergebrannt, Eragon verschwunden und das schlimmste: sein Vater Garrow ist tot! Seine Trauer und Wut ist gewaltig und er versteht, dass die Dorfbewohner nun Angst haben, dass das Imperium es nun auf sie abgesehen haben. Dann erscheinen plözlich die Ra'zac mit Soldaten dort auf und wollen wissen, wo Roran ist. Roran muss fliehen und hält sich versteckt. Dabei will er doch bei seiner geliebten Katrina sein! Sie wollen heiraten, doch Sloan ist dagegen, da Roran nun nichts mehr hatte, um Katrina was zu bieten. Mit der Zeit geschehen schreckliche Dinge, Roran verändert sich drastisch. Er bekommt einen furcheinflößenden Ehrgeiz und erringt bald große Achtung und Respekt von den Dorfbewohnern. Er will Antworten. Über die Enwicklung hinweg, wurde mir Roran immer unsympathischer. Sein Charakter ist sehr schön ausgearbeitet, wie alle Figuren in C.P.s Bücher, keine Frage. Er war mir nur von seinem Verhalten her unheimlich. Aber es war sehr faszinierend zu sehen, was in Carvahall zu sich ging.
Nasuada, Tochter von Ajihad, muss nun die Führung der Varden übernehmen. Der Ältestenrat rechnete damit, sie zu beeinflussen und ihr Machtspiel durch sie zu lenken, doch da hatten sie sich getäuscht. Nasuada behauptet sich und lässt sich nicht benutzen. Auch sie habe ich als Charakter sehr gemocht.
Arya's (Elfin und die Botschafterin zwischen den Elfen und Varden, Dracheneihüterin von Saphira) Abweisungen gegen Eragons Umgarnungsversuche sind echt schade. Ich hätte es schön gefunden, wenn Eragon endlich mal was gutes passieren würde, aber ihre Argumente kann ich vollkommen verstehen! Ihren Charakter hasse ich nicht, aber ich mag ihn auch nicht besonders. Ich denke, dafür muss ich erst mehr über sie erfahren.
Meine Meinung:
Auch der zweite Band der "Eragon"-Saga konnte mich vollstens überzeugen. Ich bin begeistert und fiebere schon dem dritten Band entgegen. Der Stil der ganzen Geschichte gefällt mir einfach und ich finde es super faszinierend! Dieses mal erfährt man sehr viel über die Elfen, darauf habe ich mich am meisten gefreut. Gekonnt beschreibt Christopher Paolini ihr sonderbares Leben, ihren Einklang mit der Natur, ihr Eleganz und Leidenschaft in allem was sie tun - es war zauberhaft. Am Ende wird es zum Zerreißen spannend und es werden mehrere SEHR überraschende Dinge aufgedeckt! Ein gemeiner Cliffhänger, aber das Buch an sich gleicht es wieder schön aus.
Also abschließend: grandios! Ich liebe es!
Fazit:
5 von 5 Punkten! :) *-*
Absolute Leseempfehlung!