Leser-Rezension zu „Der verwaiste Thron 2” von Claudia Kern
am 21.02.2010
Der Kampf um Westfall beginnt, und er wird innerhalb der Mauern ausgetragen. Craymorus zwingt Fürstin Syrah dazu, ihn zu heiraten, während die Nachtschatten unaufhörlich auf dem Weg zu ihnen sind. Ana muss hingegen lernen, sich ohne ihren Leibwächter durchzuschlagen und Gerit muss den Verrat an seinem eigenen Volk bitter büßen.
„Verrat“ erleidet leider das Schicksal vieler zweiter Teile und sackt zu seinem Vorgänger deutlich ab. Anas Geschichte verstrickt sich in immer mehr Irrungen und Wirrungen, wogegen Jonan—die deutlich interessantere Figur von Beiden—kaum auftaucht. Lediglich Gerits Geschichte bleibt weiterhin interessant, und auch Craymorus Weg ist spannend zu lesen. Insgesamt aber fällt es schwer, bei all den Figuren und Motivationen den Überblick zu behalten, zumal die Handlung einige Kehrtwendungen macht. „Verrat“ ist immer noch deutsche Fantasy, deren Qualität über dem Durchschnitt liegt, reicht aber nicht an „Sturm“ heran.

