Inhalt
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Im Wald wird die nackte, grausam zugerichtete Leiche der Journalistin Eva Kovacs gefunden. Abteilungsinspektorin Sandra Mohr vom LKA in Graz ist alles andere als begeistert, dass ausgerechnet sie in dem rätselhaften Mordfall in der steirischen Krakau ermitteln soll. Schließlich hat sie ihrer Heimat nicht ohne Grund vor Jahren den Rücken gekehrt. Bisher hat Sandra vergeblich versucht, sich von ihren Wurzeln zu lösen und auch diesmal holt sie die Vergangenheit ein. An der Konfrontation mit der herrischen Wirtin Mizzi, deren gutmütigem Sohn Michl und dessen streng gläubiger Verlobten Franziska kommt sie genauso wenig vorbei, wie an der Auseinandersetzung mit der eigenen Familie. Dass Sandra zudem mit einem neuen Kollegen, Chefinspektor Sascha Bergmann, zusammenarbeiten muss, vereinfacht die Ermittlungen nicht gerade …
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Einschätzung
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Bisher war ich immer der Meinung, ein Krimi müsse in Metropolen wie New York, Miami oder London angesiedelt sein, um meine Fantasie zu beflügeln. Claudia Rossbacher hat mich eines Besseren belehrt! Mit ihrem Alpen-Krimi „Steirerblut“ entführt sie ihre Leser in die beschauliche Steiermark – genauer gesagt nach St. Raphael im Krakautal. Ich muss gestehen, dass mich ein Roman selten so gut unterhalten hat. Zum einen bereitete es mir unverhofftes Vergnügen, den Ort des Geschehens zu kennen. Zum anderen waren es die Dialoge in Mundart mit fast 100%igem Wiedererkennungswert, die zu meiner Erheiterung beigetragen haben. Ob es nun der Chefinspektor ist, der sich mit einem kriminellen Subjekt auseinandersetzen muss …
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„Okay. Wir brauchen eine DNA-Probe von Ihnen. Kooperieren Sie freiwillig?“
„Muss ich jetzt ins Glasl wichsen?“
„Das können Sie gerne tun. Aber uns reicht ein Mundhöhlenabstrich.“
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Oder eben jener Verdächtige, der sich langsam aber sicher in die Enge getrieben fühlt …
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„Ich hab ihr zwischen die Haxn gegriffen, da ist sie komplett ausgezuckt … hat wie eine Depperte auf mich eindroschen und nach der Polizei geplärrt. Ich hab ihr daraufhin eine Fotzn verpasst. Was hätte ich denn sonst tun sollen, damit sich die hysterische Funsn wieder beruhigt?“
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Abgesehen von diesen “Gustostückerln” steirischen Dialekts, hat die Autorin die Story wirklich spannend angelegt. Hier geht es einmal um den Kriminalfall, bei dem der Leser bis zum Schluss im Dunkeln tappt. Ist der Täter nun ein Sexualmörder oder findet man ihn eher in der Wirtschaftskriminalität? Zum anderen kommt auch das Privatleben der Ermittler nicht zu kurz und man erhält einen guten Einblick in das Familien-, aber auch in das Liebesleben der Protagonisten. Steirerblut ist bekanntlich kein Himbeersaft und Blut dicker als Wasser. Oder etwa nicht?
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Sandra Mohr, Abteilungsinspektorin beim LKA in Graz, glaubt mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen zu haben, bis sie ein Mordfall in ihre Heimatgemeinde zwingt. Als ob es nicht reichen würde, dass man ihr vor kurzem einen sexistischen Chefinspektor vor die Nase gesetzt hat. Nun muss sie sich zu allem Überfluss auch mit ihrer bigotten Mutter Helga Feichtinger und ihrem missratenen Stiefbruder Mike auseinandersetzen. Und als ob dieses Gefühlschaos noch zu lapidar wäre, versucht Ex-Freund Max ihr Liebesverhältnis wieder neu zu beleben.
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Sascha Bergmann, seines Zeichens Chefinspektor, verbirgt mehr, als man ihm vermutlich auf den ersten Blick zutraut. Zu Anfangs nervt er seine Kollegin mit dummen Sprüchen, die er beinahe pausenlos vom Stapel lässt, während er jedem Rock nachstellt, der seine spurensicheren Wege kreuzt. Doch letzten Endes ist er ein Profi und am Schluss klicken für den Mörder doch noch die Handschellen.
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Die Nebencharaktere sind allesamt wunderbar unterschiedlich charakterisiert. Ob es sich nun um Mizzi Oberhauser, die Wirtin der „Goldenen Gans“ handelt, die ihren Gasthof mit strenger und vor allem reinlicher Hand leitet. Oder um Michl Oberhauser, ihren gutmütigen Sohn, der seiner Hochzeit seelisch und auch körperlich entgegenfiebert. Oder um Franziska Edlinger, die nicht gerade zierliche Verlobte, der in ihrer Kindheit Schlimmes widerfahren ist, worüber die Dorfgemeinschaft eisern schweigt. Oder um Paul Kovacs, den Ehemann des Opfers, der in einen Immobilienskandal verwickelt scheint und deshalb zum Verdächtigen Nr. 1 mutiert. Sie alle haben ihre individuellen Persönlichkeiten, die den Roman so abwechslungsreich gestalten.
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Claudia Rossbacher legt – wie sie selbst sagt – großen Wert darauf …
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… dass meine Texte niemals holpern und möglichst schnörkellos Inhalte vermitteln, damit der Leser hineingezogen wird und nirgends stolpert oder auf gedankliche Abwege gerät. Den Anspruch der unkomplizierten, präzisen Sprache, die im Kopf des Lesers klare Bilder entstehen lässt, stelle ich an meine Krimis genauso wie an Sachbuchtexte oder andere Werke. Manchem Literaturkritiker mag mein Stil einfach erscheinen, dorthin zu kommen ist aber ziemlich schwierig …
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… und genau das gelingt der Autorin mit Bravour und bedarf keiner weiteren Worte.
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Das Cover von Gmeiner hat mich dazu animiert, das Buch überhaupt erst in die Hand zu nehmen, denn wie schon gesagt, war ein Roman mit Lokalkolorit bisher nicht meine erste Wahl. Die Augen des Betrachters erhalten hier einen unmissverständlichen Ausblick durch ein traditionelles Herz-Loch, das man in jedem „gut bürgerlichen“ Plumpsklo (umgangssprachlicher Begriff für eine Toilette ohne Wasserspülung) findet.
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Fazit
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Jung, rasant und mit ganz viel alpenländischem Flair. Dafür gibt es von mir fünf von fünf stoasteirischen Punkten! (LK)