Leser-Rezension zu „Jagdzeit” von Claudia Toman

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Lene1277 Lene1277
Verfasst von Lene1277
am 20.09.2011
 

Olivia, immer noch Single, fährt für ein paar Tage in die Berge, um dort einen angeblich gutaussehenden, alleinstehenden Lehrer zu treffen, den sie kaum kennt - eine Art Blinddate sozusagen. Nebenbei hofft sie, durch den Kurzausflug Ihre Blockade für's Schreiben zu lösen, denn ihr Verlag sitzt ihr mit einer Deadline für das nächste Buch im Nacken. Doch der Ausflug in die Berge scheint für Olivia noch mehr zu beinhalten: angeblich befindet sich im nahegelegenden Wald eine magische Quelle, die jeden Wunsch erfüllt - die Quelle der Inspiration. Ist es nicht das, was Olivia sucht - schon immer gesucht hat? Doch je weiter sie in den Wald vordringt, desto größer wird Ihre Angst. Nur..zum Umkehren ist es schon zu spät: die Jagd hat längst begonnen...
Der Roman "Jagdzeit" ist die Fortsetzung von "Hexendreimaldrei" - obwohl ich glaube, man kann die Bücher durchaus auch unabhängig voneinander lesen. Aber sicher ist der Wissenstand des ersten Buchs hilfreich für die gesamten Zusammenhänge.

Wenn es im ersten Buch märchentechnisch eher in die Richtung "Froschkönig" ging, haben wir es hier mit dem guten alten "Rotkäppchen" und dem bösen Wolf zu tun. Oliva (im übertragenden Sinne das Rotkäppchen) irrt im Wald umher und sucht nach der einen Hütte im Wald, die eine alte Frau bewohnt und die die eine Quelle beherbergt. Dummerweise gibt es da noch Gagnrad, den Wolf, der ihr auf dem Weg dorthin begegnet und der ihr nicht gerade freundlich gesinnt ist, so scheint es. Auch Elemente aus der nordischen Mythologie sind zu finden.
Das Märchen der Geschichte ist anteilsmäßig diesmal größer, was mir allerdings sehr gut gefallen hat. Auch die Zeitsprünge sind wie schon im ersten Buch vorhanden - das Buch beginnt mit Olivias Umherirren im Wald und erst im Laufe des Lesens erfährt man als Leser wie sie überhaupt in diese Lage kommen konnte.

Merkwürdige Dinge passieren in dem Bergdorf W.: außer Olivia gibt es noch einen zweiten Gast im einzigen Gasthaus, der "Gifthütte", der ihr wie eine Art Schnüffler vorkommt - keiner weiß, was er dort genau will und macht. Beide begegnen sich immer wieder zufällig und bald verbindet beide mehr, als sie annehmen (und als Olivia lieb ist) - sie sind "Fremde" und stellen einfach zu viele Fragen, das wird in W. nicht gerne gesehen.

Gerade die Wechsel zwischen den "märchenhaften" Vorgängen im Wald und den Ereignissen im Dorf, machen das Buch so lesenswert. Was ist jetzt Magie, was dann eher das Reale? Und was für ein Geheimnis hüten die Dorfbewohner? Dieses Element gefällt mir persönlich sehr gut, ich finde es erzeugt Spannung bzw. eher so eine Art "Rästelraten" um das: wie gehört was zusammen?

Die Charaktere sind wie schon im ersten Band wirklich gut. Die Protagonistin Olivia ist mir persönlich einfach nur sympatisch durch die leichte Tolpatschigkeit (in dem Falle: Großstadtgöre trifft auf pure Natur - wie sinnvoll sind Pumps im Wald?) und ich finde das einfach nur herrlich, dass Olivia im Roman unter PMS leidet! Aber vielleicht ist das der Grund, warum sie mir an manchen Stellen ein wenig zuuu zickig ist..wer weiß.

Zitat: Erstmals, seit ich aufgewacht bin, melden sich die Hormone zurück. Guten Morgen, PMS, auch schon wach? ...

Neu ist Olivia's innere Stimme - sie nennt sie "Motzmarie" und die Kommentare von ihr sind einfach klasse. Die Interaktion von beiden ist ein gutes Element, um die Situation von Olivia im Wald noch besser darzustellen. Ich mag die einfach, die Motzmarie ;-)

Abschließend kann ich sagen, ich persönlich finde dies eine gelungene Fortsetzung und freue mich jetzt schon auf das dritte Buch!

 

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Claudia Toman

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