Leser-Rezension zu „Die Favoritin des Königs” von Claudia Ziegler

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lovely_ann lovely_ann
Verfasst von lovely_ann
am 6.03.2011
 

An diesem Buch bin ich fast gescheitert - nicht das es so anspruchsvoll wäre, aber es war für mich doch ziemlich lähmend und hat meine Lesefreude doch sehr gemindert. Aber der Reihe nach, erst einmal kurz um Inhalt:
Das Buch erzählt das Leben der Jeanne-Antoinette Poisson, besser bekannt als Marquise de Pompadour. Die Autorin nimmt hierbei die historisch bekannten Fakten und macht daraus einen Roman, mit fiktiven Elementen und ihrer ganz eigenen Sicht der Geschichte. Das Anliegen der Autorin ist es, aus der in der geschichtlichen Betrachtung fast durchgehend negativ dargestellten Madame Pompadour eine lebendige und sympathische Frau zu machen, die nicht Intrigantin und Täterin ist, sondern liebende Frau und Opfer.
Und daran genau scheitert der Roman für mich. Das Pendel schlägt mir zu sehr nun nach der positiven Seite aus und Madame Pompadour ist genauso eindimensional geblieben. Für mich ist sie in diesem Roman keine glaubhafte Figur. Einerseits sittsam erzogen, mit eigenen Moralvorstellungen, schämt sie sich für das Leben ihrer Mutter und ist erschüttert über das Ziel, was ihre Gönner damit verfolgen, wenn sie ihr die Bildung zukommen lassen. Doch dann verfolgt sie sehr schnell selbst das Ziel, als sie nur ein Blick auf den König wirft und sich sofort verliebt. Und zwar nicht etwa in die Machtfigur, nein, in den Mann, wie die Autorin glaubhaft machen will. Muß Liebe schön sein, wenn es denn so wäre, wie uns hier vorgegaukelt wird. Doch so schön ist Liebe nur in Schmonzetten oder den Soap-Operas des Vorabendfernsehens. Und darin fühlt man sich oft sprachlich und inhaltlich versetzt. Der Autorin gelingt es nicht, vor meinen Augen ein historisches Versailes entstehen zu lassen, sondern ich hatte die ganze Zeit das merkwürdige Gefühl, hier spielen moderne Soap Opera - Darsteller ein bißchen in historischen Kostümen rum. Sprachlich und auch in der Beschreibung von Gefühlen und Beziehungen ist doch alles zu sehr von unserer Zeit geprägt und lassen die damalige Zeit nicht realistisch zum Abtauchen entstehen.
Die Intrigen um sie herum langweilten mich sehr schnell und es gibt auch keinen wirklich guten Spannungsverlauf, der einen mitziehen könnte.
Für mich ist das Buch nicht gelungen.

 

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Die Favoritin des Königs Die Favoritin des Königs
Claudia Ziegler

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Die Favoritin des Königs
von Claudia Ziegler

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