Rezension als hilfreich gekennzeichnet: (5)

Chibiusa Chibiusa
Verfasst von Chibiusa
am 8.02.2012
 

~Ich bin übersättigt~

~Kuss des Tigers ~

Was war ich begeistert von dem Titel, der Idee und der Leseprobe.
Da ich Tiger mag und indische Märchen auch sehr schön finde, war ich sofort Feuer und Flamme für dieses Buch. Sowohl die Leseprobe als auch die Idee von einem verwunschenen Prinzen in Tigergestalt reizten mich ungemein. Also kaufte ich es mir kurzerhand und verschlang die ersten 150 Seiten im Flug.
Kelsey schloss ich sofort in mein Herz und auch Ren den weißen Tiger mochte ich auf anhieb.
Das Buch las sich flüssig und Kelsey bewies großen Mut, als sie das Angebot erhielt, mit Ren nach Indien zu reisen, um ihn dort in ein Tiger- Reservat zu bringen und so lange bei ihm zu bleiben,bis er sich im Dschungel allein zu Recht finden würde. Die Bindung zwischen ihr und dem Tiger ist sehr schön beschrieben und begeisterte mich so sehr, dass ich wissen wollte wie es weiter geht.

Doch sobald sich Ren als verwunschener Prinz einer uralten indischen Legende zu erkennen gibt, stürzt die Geschichte allmählich in tiefe Abgründe.
Kelsey reagiert viel zu abgebrüht auf die Tatsache, dass Ren im Grunde ein Mensch ist, sie hinterfragt das Ganze überhaupt nicht. Auch als man ihr erklärt, sie eine Auserwählte der Göttin Durga und die einzige Person, die Rens Fluch brechen kann.
Sie zieht einfach mit und macht alles was man ihr sagt.
Ab da zieht sich das Buch in die Länge, man erfährt zu wenig über den Fluch, also weshalb Ren und sein Bruder Kishan ausgerechnet zu Tigern wurden.

Grundsätzlich kam wieder etwas Spannung auf, als die Beiden einen Tempel aufsuchen um nach einer Lösung suchen, wie man den Fluch brechen kann, allerdings löst sich diese Spannung sehr schnell wieder auf, sobald sie den Tempel verlassen und anstatt weiter auf Abenteuerreise zu gehen, erst einmal tagelang Rast in Rens Villa machen. Dort himmelt Kelsey Ren in einer Tour an, verliert sich in übertrieben Beschreibungen, wie toll er aussieht, dass er der absolute Frauenschwarm ist und so weiter und sofort. Es ist nervig, da man es irgendwann kapiert hat, dass er einem "schleimigen Model Kerl, mit klebrigen Charme und schmalzigen Anmachsprüchen" gleichkommt. Seitenlang bekommt man nichts anderes vorgesetzt.
Zwischendurch, liest man 4-5 Seiten lang, was Kelsey isst und noch essen wird. Auch dies geht einem mit der Zeit auf den Senkel, denn es ist sorgt nicht zur Spannung bei. Eher zur Übelkeit. So viel wie Kelsey isst, würde nicht mal ein Schwangere verputzen. Es ist wirklich ekelhaft zu lesen, was sie sich alles an einem Abend in den Schlund schiebt.

Auch danach bessert sich die Geschichte kaum, Kelsey und Ren suchen erneut den Dschungel auf, um seinen Bruder Kishan ausfindig zu machen. Dieser erscheint schließlich sehr umspektakulär, nach zig Seiten auf denen man lesen kann, wie Ren sich in menschlicher Gestalt in Kelseys Herz schleimt, dass es nur so tropft und sie wiederum sabbert und sich natürlich immer wieder den Magen zustopft.

Was Kishans Erscheinen bewirken sollte frage ich mich nach wie vor. Er ist weder eine Bedrohung, noch interessant. Mich hat er genervt, da er Kelsey genauso schnell Honig um den Mund schmiert wie sein Bruder. Es ist geradezu nervig, wie er sie anbaggert. Genauso stellte ich mir die Frage, wo nun die große Feindschaft zwischen den beiden Brüdern zu sein scheint. Sie verhielten sich eher wie kleine Kinder und prügelten sich oft, für mich aus völlig belanglosen Gründen. Wirklich lächerlich. Schließlich rückt er ein Amulett raus, dass er Kelsey gibt, das war also sein großer Auftritt. Wahnsinn. augenroll

In der Hoffnung das Buch würde sich nun wieder fangen las ich es natürlich weiter. Leider wurde es nicht besser, es wurde nur noch schlimmer, das Gesülze, Gesabbere und Geflirte ( ach ja und natürlich GEFRESSE) fand kein Ende. Dann wurde irgendwann mal wieder ein Tempel aufgesucht. Dort traffen sie dann auf eine Göttin. In meinen Augen eine der wichtigstens Szenen im Buch, aber auch diese führt zu nix. Man erfährt nix. Fragen bleiben offen, man weiß nach wie vor nicht wieso Ren und Kishan zu Tigern wurden und warum Kelsey die Auserwählte ist erklärt man sowieso nicht. Sie ist es einfach. Ab da hatte mich die Lust zum Lesen verlassen und ich quälte mich durch 200 todlangweilige Seiten. Auf diesen Seiten passiert nicht viel. Kelsey entscheidet sich dazu, sich selbst so Scheiße zu finden, dass sie nicht glaubt das man sie lieben kann, sie vergleicht sich sogar mit einem Rettich ( sie sei ja kein Büffet). Ren und sie streiten sich Seitenlang, alles wird wirr und undurchsichtig. nebenbei wird der Oberbösewicht angesprochen und dann wieder bei Seite geschoben, denn ausladendes Essen und Selbstmitleid sind wichtiger als Spannung, Erklärungen und ein gesundes Selbstbewusstsein. Schließlich wird das Drama perfekt, indem Kelsey eine schlimme Entscheidung trifft, um die Geschichte zur absoluten Lachnummer des Jahres werden zu lassen. Auch das was sie in dem letzen Tempel finden, trieb mir Lachtränen in die Augen. Ihr dürft raten, um was es ging. Natürlich nicht um den Fluch, nein ums ESSEN. Ja Mensch, um was denn auch sonst. Herzlichen Glückwunsch war mein einziger Gedanke. Die Leseprobe zum 2. Teil geht genauso melodramatisch, lächerlich und affektiert weiter, daher werde ich diese Reihe nicht fortführen.

Ich bin einfach nicht mehr dafür gemacht Bücher zu lesen, in denen Frauen sich selbst für Dreck halten, Kerle immer nur megageil sind und sie sich dann in zig Bändern streiten, trennen, lieben, streiten und trennen bis sie dann zusammenbleiben und alles wieder in Ordnung ist. Die Idee war gut, die Umsetzung grauenvoll. Schade drum. Die Charaktere sind allesamt 1- Dimensional, keiner scheint Geheimnisse zu haben, niemand scheint mehr als 1-2 Facetten zu haben, aber alle teilen sie eine Leidenschaft: FRESSEN ohne Ende!! Und ich bin SATT!! Satt dieses Buch gelesen zu haben.

Hätte die Autorin ihr Augenmerk mehr auf den Fluch, Geheimnisse, Intrigen und Spannung gelegt, wäre es ein klasse Roman geworden. Leider verliert sie sich in unermesslichen Hunger und Gejammer und Genschnulze auf hohen Niveau. Geeignet für Leser, die Kitschromane für 5 Euro lesen. Ansonsten eher für kleine Mädchen, deren Ansprüche noch nicht so hoch sind. Sie werden Spaß mit der liebestollen, fresssüchtigen Kelsey haben. Ren wird ihnen den Schlaf rauben , aber mir raubten sie alle nur den letzen Nerv. Außerdem bin ich völlig übersättigt, von solchen 0815 Romanen. Ich kann es nicht mehr ertragen.

Ich hätte gerne 2-3 Sterne vergeben, aber das Ende hat den Roman völlig vermasselt, daher nur 1 Stern.

 

Kommentare zu dieser Rezension

Chibiusa vor 2 Monaten

Danke, wobei ich selbst finde, ich gehe etwas sehr hart mit dem Buch um. Habe die Rezension geschrieben, als ich völlig genervt, die letzte Seite beendet hatte. Ich lasse es dennoch so stehen. Das mit den Kitschromanen, ist im Übrigen auch nicht abwertend gemeint. Es gibt viele Leute, die solche Romane sehr gerne lesen. Es ist nur nicht meine Welt. ;) Und ich finde es gut, dass dir das Buch gefallen hat. Nichts nervt beim lesen mehr, als von dem Buch enttäuscht zu sein. :(


xoxoJade vor 3 Monaten

mir hat das Buch im Großen und Ganzen gefallen,aber ich kann deine Kritik nachvollziehen.Gute Rezi.


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