Rezension verfasst vor 1 Jahr
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Ein Roman über den russischen Tänzer Rudolf Nurejew, der außergewöhn-lichste und in vielerlei Hinsicht sicherlich auch empörendste Tänzer des 20. Jahrhunderts. „Der Tänzer“ ist keine Biographie – der Autor sagt in seinen Danksagungen, dass er teilweise „mehrere historische Persönlichkeiten in einer konzentriert“ habe oder „die Charakterzüge einer Person auf zwei oder mehre-re Charaktere verteilt“ habe.
Kein Sachbuch, sondern Fiktion: „Der Tänzer“ ist ein kluges Mosaik aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln. Man sieht Nurejew durch die Augen seiner El-tern, seiner Schwester, der Freunde und Liebhaber. Presseausschnitte, Inter-views oder Tagebucheinträge vervollständigen das Bild.
Was für ein außergewöhnliches Leben Nurejew lebte: Der Roman folgt ihm von seiner elenden Kindheit in Ufa (bei Irkutsk) über seine ersten, heimlichen Tanz-schritte bis hin zu seinen Erfolgen – zuerst in Leningrad, dann weltweit.
Was für ein außergewöhnlicher Mann er war: Besessen vom Tanz, exzentrisch, promiskuitiv, tragisch.
McCanns Sprache ist eindrucksvoll, reich an wunderbaren Bildern, vielfältig. Und doch ...
Bei „Der Tänzer“ ging es mir genau wie bei „Zoli“ von Column McCann, das ich vor ein paar Jahren gelesen habe. Irgendwie packt es mich nicht. Ich verstehe die Charaktere nicht, ich schaffe es nicht, in die Tiefe der Geschichte vorzu-dringen, sondern treibe auf der Oberfläche. Zuerst fasziniert, dann mehr und mehr gelangweilt habe ich das Buch dennoch bis zu Ende gelesen – das mich dann doch wieder sehr berührt hat.
Zugegeben: ich bin vielleicht nicht die richtige Leserin für das Buch. Ich bin kein Ballettfan und Nurejews Michael-Jackson-ähnliche Eskapaden lassen mich ziemlich kalt. Aber auf youtube bekommt man einen kleinen Eindruck, wie er auf der Bühne war. Wirklich atemberaubend. http://www.youtube.com/watch?v=lQ3F0BxXmKA&feature=related
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