Eine Geschichte dieser Welt, dieser grossen Welt, eine Geschichte, ein Leben. Jeder hat seine eigene Geschichte, alles dreht sich und das Leben geht weiter, egal, was du erlebst, ob du arm bist oder reich, egal, ob schwarz oder weiß. Niemand kennt den Anderen doch alles ist miteinander verwoben, leise lüftet sich das Geheimnis deiner Geschichte, deiner Welt, sie gibt sich zu erkennen, bleibt im Nebel hängen, wie Dunst an der Scheibe der U-Bahn, wenn es regnet und die Tropfen von den Kleidern und Schirmen perlen, Kinder malen an den Scheiben, schreiben Worte auf die ungewaschenen Fenster, hart und weich, Gegensätze. Klein für die Welt und die Welt für dich selbst.
Ein Morgen in New York. Die Zeit und die Menschen bleiben stehen, verharren. Ein kleiner dunkler Fleck, dort, dort oben. Es ist eine Puppe, ein Schatten im Licht, ein schwarz gekleideter Mann, er hält eine Stange in den Händen, er geht durch die Luft. Ob er fällt?
Der Krieg hat ihnen die Kinder genommen, ihr Leben.
Die Nutten der Bronx stehen in Badeanzügen und mit Schirmen an der Straße, dort, wo sie für ihre Zuhälter anschaffen gehen. Das ist ihr Leben, Tillie und Jazzlyn und wie sie alle heißen, sie kommen zu ihm, sie brauchen einen Raum. Corrigan, der Ire, seine Wohnung: ein Loch, Spritzen und kaputte Typen, die Tür nie verschlossen. Er ist auf einer Mission, er hat einen Bund geschlossen mit seinem Gott, er kämpft, tut Gutes und bekommt auf die Fresse dafür, brutal. Er gibt ihnen einen Raum und in diesem Raum können sie in Ruhe pinkeln. Alle werden sterben, jeder von uns. Corrigan wird sterben.
Salomon ist Richter und entscheidet - über Recht und Gewalt, ohne zu berühren und ohne das es ihn berührt, da drinnen, tief. Urteil ohne Veränderung, es ist ein Teufelskreis, auf Bewährung frei, zur Ableistung von Sozialstunden verdonnert, 8 Monate in den Knast.
Sie wollte das nicht, es ist einfach geschehen. Wer passt nun auf die Babys auf?
Die Mütter der toten Soldaten, fast noch Kinder, Soldatenkinder. Die Mütter, die sich treffen, ihrer Trauer Luft geben; kennengelernt haben sie sich durch eine Zeitungsannonce.
Und im fernen Kalifornien sitzen die Computerfreaks, die Hacker und sie finden einen Weg, direkt dabei zu sein, als der Mann durch die Luft geht. Sie rufen an, irgendwo dort in der Nähe, wo er gerade jetzt auf dem Seil balanciert und es gelingt: eine Stimme, eine Frau, sie steht ganz nah dran, kann ihn sehen. Ist sie verheiratet? Geben sie mir ihre Nummer?
Alle Worte sind zu wenig, deine Geschichte zu schreiben.
Nur selten wissen wir, was wir hören, wenn wir es zum ersten Mal hören, aber eines ist sicher: wir hören es, wie wir es nie wieder hören werden. Worte sind gut, um auszudrücken, was ist, aber manchmal können sie nicht ausdrücken, was nicht ist.