Rezension verfasst vor 3 Jahren
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Salomon Schwartz ist ein Frauenheld, wie er im Buche steht, obwohl er kein schöner Mann ist. Einnehmend in seinem Wesen, laut und beliebt springt er scheinbar leichtfüßig und ohne Skrupel von Beziehung zu Beziehung. Dabei geht er so schnell wie er gekommen ist. Er beschenkt die Frauen, kocht für sie, hilft im Haushalt. Salomon erkauft sich seiner Meinung nach das Recht die Frauen, wenn er es für richtig hält, ohne Weiteres verlassen zu dürfen. Aber hinter seiner Beziehungsunfähigkeit steckt mehr.
Mit 18 von seinen Eltern verstoßen ist er beständig auf der Suche nach Gründen. In seiner Zeitungskolumne tt (lat. totus tuus, zu Deutsch "Ganz der Ihre") schreibt er Briefe an Gott und die Welt und doch eigentlich immer wieder an seinen eigenen Vater, was letzten Endes in einem Buch mit ebendiesem Titel endet: "Brief an meinen Vater". Verloren ist er, der Schürzenjäger, der sarkastische, großartige Mon Schwartz. Bis er die Psychotherapeutin Saar de Vries trifft. Bei ihr wird er endlich sesshaft und beginnt zu Einsichten sich selbst und seine Familie betreffend zu gelangen. Doch dann stirbt Salomon überraschend an einem Herzinfarkt. Wie auch der Lebenspartner der Autorin, Ischa Meijer, stirbt Mon Schwartz zu früh und Connie Palmen nutzt die Form der fünf erzählenden Frauen, zu denen Mon eine Beziehung hatte, um sich selbst Ischa Meijer noch einmal näher zu bringen. Ihm zu sagen, was sie ihm nicht mehr von Angesicht zu Angesicht mitteilen konnte. So ist "Ganz der Ihre" im Bezug auf diesen Verarbeitungsprozess in gewisser Weise als Fortsetzung zu "I.M." zu sehen. Intelligent, philosophisch, poetisch ist dieser Roman, wie von Connie Palmen gewohnt, und gewinnt durch ihren persönlichen Schmerz noch einmal an Kraft.
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