Leser-Rezension zu „Der Schlund” von Cord Hagen

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anushka anushka
Verfasst von anushka
am 7.03.2009
 

Vor der Küste La Palmas verschwinden zwei deutsche Taucher. Vinzent Born, Versicherungsagent, wird damit beauftragt, diesen Fall zu untersuchen und Vermutungen zu prüfen, die beiden Taucher seien in Wahrheit noch am Leben. Auf dem Flug nach La Palma lernt er Susanne Brecht kennen, die auch auf die Insel will - allerdings, um den dortigen Wissenschaftlern und Behörden bei der Installation eines Tsunami-Frühwarnsystems zu helfen. Einer der Sensoren sendet nicht mehr. Und zwar derjenige an der Stelle, an der die Tauscher verschwunden sind. Gemeinsam kommen Born und Brecht einem großen Diebstahl auf die Spur, aber auf der Insel geschehen auch unerklärliche Dinge und irgendetwas lauert in den Tiefen vor der Küste ...

Wenn das menschliche Ungeziefer überhand nimmt, schüttelt sich die Insel so lange, bis sie wieder sauber ist - glauben die Einheimischen. Und auf dieser Insel scheint es von diesem Ungeziefer mehr zu geben als alles andere. Die Verschwörung reicht bis in die höchsten Reihen, alle sind korrupt und nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Die Ureinwohner schotten sich ab, die Spanier hassen die Touristen und ganz besonders die Deutschen. Dieses Buch zeichnet kein besonders gutes Bild der Insel. Und genau dieses Bild war beim Lesen teilweise sehr belastend und bediente sämtliche Klischees. Cord Hagen - Pseudonym eines "bekannten deutschen Schriftstellers" - ist selbst Deutscher, scheint diese Tatsache aber mehr als zu verfluchen ... denn in welchem Ausmaß in diesem Buch (natürlich den spanischen Charakteren in den Mund gelegt) auf den Deutschen herumgehackt wird, ist beim Lesen kaum erträglich. Aussagen wie "diese deutsche Schlampe" wiederholen sich mit Regelmäßigkeit. Warum dann auf eine deutsche Leserschaft abzielen und das Buch nicht lieber in Spanien verkaufen? Dies ist jedoch nicht der einzige Wehrmutstropfen beim Lesen dieses Buches. Immer wieder schien sich der Autor nicht mehr erinnern zu können, wie seine Charaktere eigentlich heißen: da heißt die Frau des Polizeichefs mal Rosita, mal Rosina, der Polizeichef selbst mal Levante, dann wieder Levantes. Auch das Forschungsschiff heißt mal Esperanza und mal Esperanta; ein deutlicher Beweis, dass Lektorenstellen in Verlagen durchaus ihre Berechtigung haben.
Aber auch inhaltlich weist "Der Schlund" zahlreiche Schwächen auf. Angepriesen wird das Buch im Klappentext als "Ein packender Wissenschaftsthriller für alle Fans von Frank Schätzing und Michael Crichton". Fans dieser Autoren würde ich von diesem Buch abraten, da Hagen in keinem Fall auf deren "wissenschaftlichem Niveau" schreibt. Hier geht es eher um "Der weiße Hai meets prähistorisches Fossil" und wer würde den "weißen Hai" schon als Wissenschaftsthriller bezeichnen? Allein die Anwesenheit von Wissenschaftlern in einem Roman erfüllt noch nicht den Anspruch an einen Wissenschaftsthriller.
Auch die Charaktere sind eher einfach gezeichnet: gut ist gut, moralisch, mitfühlend und am Schicksal der gesamten Menschheit interessiert. Böse ist böse, machthungrig, geldgierig, egoistisch und löst alle Probleme durch Mord. Und wie bei jedem Buch dieser Art braucht man natürlich nicht fragen, wer das Zusammentreffen mit den "rocas carnivoras" überlebt und wer nicht. Gewürzt ist das ganze noch mit einem einheimischen Kult, der natürlich alle Antworten hat und den wissenschaftlichen Fortschritt verflucht.
So hat man in diesem Buch klare Schwarz-Weiß-Zeichnungen, Klischees und Vorurteile auf allen Seiten, ein bißchen Mord und Totschlag und ein alles verschlingendes Tiefseemonster ... Was will man mehr für kurzweilige, blutrünstige Unterhaltung auf niedrigem literarischen Niveau?

 

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Der Schlund Der Schlund
Cord Hagen

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tauchen, wissenschaftsthriller, taucher, wissenschftlerin, könnte es wirklich geben...weiß schon warum ich das meer nicht mag

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Der Schlund
von Cord Hagen

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