Leser-Rezension zu „Das Krähenweib” von Corina Bomann
am 30.05.2010
"Krähenweib, Krähenweib, Lumpen hängen an deinem Leib!" Dieser 1. Satz aus dem Klappentext ist der Beginn der Geschichte um Annalena Habrecht. Sie wurde als "Unehrliche" bzw. als Tochter eines Henkers geboren und musste seit frühester Kindheit mit solchen Beschimpfungen umgehen lernen. Niemand unter den "normalen" Bürgern würde sie ehelichen wollen. Deshalb muss sie sich ihrem Schicksal fügen und wird mit einem Mann verheiratet, der dem gleichen unehrlichen Stand angehört. Ihr Mann erfreut sich daran sie zu quälen und zu misshandeln. Bis ihr eines Tages klar wird, dass er sie irgendwann zu Tode prügeln wird, wenn sie nicht flieht. Sie findet diesen Weg und ihre Flucht macht Station in Berlin. Dort findet sie als Magd eine Anstellung bei einem Kaufmann und lernt den Apothekerlehrling Johann Friedrich Böttger kennen und lieben. Auch er verliebt sich in Annalena, aber er ist auch besessen von seiner zweiten Liebe zur Alchemie. Der Wunsch Gold herzustellen beherrscht ihn bald so, dass er leichtsinnig wird und Aufmerksamkeit erregt, die Personen auf den Plan ruft die ein reges Interesse an seiner Kunst haben, welches Johannes in große Gefahr bringt. Wieder befindet sich Annalena auf der Flucht, die dieses Mal in Dresden Station macht, da Johannes in die Fänge von August demStarken geraten ist. Hält die Liebe zwischen Annalena und Johannes diesem Abenteuer stand? Und Annalenas Mann hat wohl auch noch eine Rechnung mit ihr offen.
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Die Hauptprotagonistin ist natürlich Annalena, aber schon bald wird die Geschichte beherrscht von Johannes und seiner Sucht, Gold herstellen zu wollen. Die Gedanken von Johannes werden im Buch als die geheimen Aufzeichnungen des Johann Friedrich Böttger in Kursivschrift hervorgehoben. Rundum ein schöner Deutsch-Historischer Roman der am Ende vielleicht sogar in der Lage ist, Zweifler in seinen Bann zu ziehen. Tränen konnte ich mir auch nicht verkneifen, was für mich aber doch immer ein Zeichen dafür ist, dass die Figuren so gut beschrieben sind, dass ich mich mit ihnen verbinden konnte.

