Leser-Rezensionen zu „Das Krähenweib” von Corina Bomann
Rezension verfasst vor 1 Jahr (11)
Annalena, Tochter eines Henkers,wird mit einem Henkerknecht verheiratet. Eines Tages flieht sie vor ihrem gewalttätigen Mann. In Berlin lernt sie Johann Böttcher kennen...
Das Buch erzählt zum einen die Geschichte der Annalena, zum anderen die Lebensgeschichte des Johann Böttchers, des Erfinders des Meißner Porzellans. Dabei geht es vor allem um die Lebensjahre Böttchers in Berlin bis zu seiner Überstellung an den Dresdner Hof. Speziell in Dresden wird auch auf die historischen Ereignisse hingewiesen. So ist Annalena eine Zeit lang Dienerin von Fatima, einer Gespielin August des Starken.
Mir hat der Roman gefallen. Die Geschichte Sachsens wird glaubwürdig erzählt. Die Fakten sind gut recherchiert. Neben dem Leben am Hof spiellt auch das Leben des Bürgertums eine Rolle. Die Machtlosigkeit einer Magd gegenüber ihrem Dienstherrn wird aufgezeigt. Nicht zuletzt wird dargestellt, welche besondere Rolle die Henker und ihre Familien spielten. Der Roman ist spannend geschrieben. Als Leser kann ich mich mit Annalena identifizieren. Sie hat es geschafft, sich aus den Zwängen ihres Standes zu befreien und sich dabei selbst treu zu bleiben. Gleichzeitig wird deutlich, wie Böttcher dem Drang nach Gold alles andere unterordnet. Ihm ist es gelungen, zwei Herrscher zu täuschen und so seinen Kopf zu retten. Doch seine Freiheit hat es ihm trotz allem gekostet.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (13)
Schon als kleines Mädchen lernt die Henkerstochter Annalena Habrecht die Verachtung der Menschen kennen. Ihr Lebensweg scheint vorgezeichnet, und Jahre später ist sie selbst mit einem Henkersknecht verheiratet. Lange leidet sie still, aber eines Tages nimmt sie ihr Schicksal selbst in die Hand, und es gelingt ihr die Flucht vor ihrem gewalttätigen Ehemann.
In Berlin findet Annalena eine Anstellung als Magd und lernt den sympathischen Apothekerlehrling Johann Friedrich Böttger kennen. Bald verliebt sie sich in den jungen Mann, aber sie muss seine Zuneigung mit einer starken Rivalin teilen, denn Johann hat sich der Alchemie verschrieben. Seine angebliche Fähigkeit, Gold herzustellen, macht ihn zum Spielball der Machthaber. Als er durch einen Verrat vom Preußenkönig gefangen genommen wird, droht ihm der Galgen, und er begibt sich freiwillig unter den Schutz des Kurfürsten von Sachsen, August II.
Annalena kämpft um ihr Glück und um die Freiheit des Geliebten und gerät dabei immer wieder selbst in Gefahr. Ihre Vergangenheit droht, sie einzuholen.
Die Verbindung zwischen Fiktion und wahrer Geschichte ist der Autorin hervorragend gelungen. Annalenas Schicksal wirkt durchweg realistisch und echt. Zwar ist dem Liebespaar im Roman nur wenig gemeinsame Zeit vergönnt, aber dieser Umstand lässt die Geschichte sehr glaubwürdig erscheinen. Sehr gut gefallen hat mir, dass Corina Bomann die historischen Figuren äußerst ausführlich und lebendig beschreibt und dadurch ihrer Erzählung ein hohes Maß an Authentizität verleiht. Mit Annalena hat der Roman eine starke und liebenswerte Protagonistin, die mit Beherztheit und Mut über sich hinauswächst und viel erreicht.
Ihre Weggefährten durch die gesamte Handlung sind die Krähen. Als junge Frau wird sie „Krähenweib“ geschimpft, ihr schwarzes Haar erinnert immer wieder an das Gefieder dieser klugen und zugleich geheimnisvollen Vögel, die später zu ihren symbolischen Begleitern werden, was sich auch in der optischen Gestaltung des Buches wieder findet, denn jedes Deckblatt der fünf Hauptkapitel ziert eine Krähe. Praktisch und schön ist auch die Karte am Anfang des Romans, auf der man Annalenas Weg verfolgen kann. Insgesamt finde ich die Ausstattung sehr gelungen, denn so wie auf dem Gemälde „The Red Ribbon“, welches den Einband schmückt, kann man sich Annalena durchaus vorstellen. Im Hintergrund ist der Dresdner Neumarkt zur damaligen Zeit zu sehen.
„Das Krähenweib“ hat mich nicht nur vorzüglich unterhalten und beeindruckt, sondern es hat auch mein Interesse an dem beschriebenen Zeitabschnitt und den historischen Figuren geweckt. Bei meinem nächsten Dresden-Besuch werde ich die Stadt ganz sicher aus einem anderen Blickwinkel betrachten und mir die Handlungsorte in Erinnerung rufen.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (47)
Ein Stapel Bücher liegt neben mir. Alle möglichen Genre von Psychothriller, Gegenwartsliteratur, über Sommerlektüre und einige Neuerscheinungen, die Bestseller werden könnten, und dann ein einziges historisches Buch, der Roman von Corina Bomann.
Soll ich oder soll ich nicht?
Jedes Mal aufs Neue überlege ich, ob ich mal wieder etwas Historisches lesen sollte, obwohl alle anderen Bücher lauter nach mir rufen und von mir gelesen werden wollen. Warum muss ich mich überwinden, obwohl ich noch nie von historischen Romanen enttäuscht wurde, frage ich mich.
Ich greife zu und will einfach nur anlesen, um zu sehen, ob ich mit etwas Historischem gut betraten bin, und schon bin ich im Jahr 1684 und finde ganz zu Anfang eine alte Karte von Deutschland vor. Keine Frage, ich bin im Buch und bin bei Lenchen, Annalena, die gerade als Krähenweib beschimpft wird und tief traurig ist.
Als Tochter eines Henkers wird man als schlechter Mensch angesehen, doch der Mut ihres Vaters lässt sie nicht verzagen und sie kämpft sich durch ihr Leben.
„Krähenweib, Krähenweib, Lumpen hängen an deinem Leib!“
Als Ehefrau von Mertens aus Walsrode, ebenfalls Henker, wird sie geprügelt, ausgepeitscht und pflegt täglich ihre Wunden, bis sie sich endlich stark genug fühlt und sich davon stehlen will, doch vorher würde sie ihn gern genauso gefoltert und gequält und anschließend tot sehen, wie Mertens es bei den zum Tode Verurteilten tut.
„Nimm meinen Segen mit auf den Weg, Henkerstochter. Möge dir von nun an ein besseres Leben beschieden sein.“
Die Flucht scheint vorerst zu gelingen und Annalena schafft es ein ganzes Stück alleine, doch erneut muss sie von ihrem vorerst sicher geglaubten Ort fliehen.
Als sie aus einer Ohnmacht erwacht, findet sie sich in Oranienburg wieder. Nach einer kleinen Pause begibt sie sich nach Berlin und sucht sich eine Anstellung. Es verschlägt sie als Magd zu einem Krämer, dem Krämer Röber. Sie beugt sich ihren Aufgaben und lernt Hildegard, die Hausherrin, wie auch die andere Magd Marlies kennen.
Doch ihre volle Aufmerksamkeit wird erweckt, als ihr der Apothekerlehrling Johann Friedrich Böttger über den Weg läuft, obwohl Annalena für immer frei sein, keinen Ehemann mehr haben wollte. Beide scheinen sehr verliebt, doch der junge Böttger teilt seine Liebe. Zwar mit keiner anderen Frau, dennoch einer starken Konkurrenz, denn die Alchemie verlangt viel Zeit und zudem experimentiert er heimlich und meist nachts. Auch sein Aufzeichnungsbuch, seinen kleine Schatz muss er behüten, denn dort stehen seine Erfahrungen und Geheimnisse sorgfältig nieder geschrieben. Er darf sich nicht erwischen lassen, doch sein Handeln und Tun bleibt nicht lange unbeobachtet und Böttger muss sein Können beweisen. Mit dem Herstellen von Gold könnte er reich und berühmt werden, das wollen auch die Herrscher und sie pirschen sich nach und nach an ihn heran, wollen ihn wegen seiner Macht. Böttger kann trotz Warnungen das Spiel mit dem Feuer nicht lassen, der Stein der Weisen lockt ihn und das Glänzen der Goldstücke ist für ihn die große Verlockung.
Annalena steht an seiner Seite, eine Flucht scheint die einzige Lösung. Ein Neubeginn in einer anderen Stadt ,wo beide unerkannt leben können, sich neu ordnen und ihre Liebe zelebrieren können.
„Nicht beachtet und für normal angesehen zu werden, war für sie das Paradies.“
Der Traum scheint von kurzer Dauer, denn Böttger und seine Alchemieversuche scheinen sich wie ein Lauffeuer verbreitet zu haben und beide werden erkannt.
Jeder Tag wird nun ein Kampf, ein Kampf um ihren Lebensmann und auch ein Kampf um ihre Vergangenheit, der bestritten werden muss.
„Die Liebe, mein Freund, geht manchmal seltsame Wege…“
Corina Bomann lässt die Liebe in den schweren Zeiten zu Wort kommen und dabei bleiben die wichtigen historischen Fakten nicht auf der Strecke. Historische und menschliche Begebenheiten, wie sie es heute und auch damals gab, im perfekten Zusammenspiel mit einem großen Spannungsbogen und Worten, die den Leser federleicht um Jahrhunderte zurück versetzen, ohne es zu spüren. Das Nachwort zum Buch verfeinert die historischen Fakten und zeigt, welche Personen neben den geschichtlich belegten aus Corinna Bomanns Feder entsprungen sind. Ein wahrlich goldener Schatz, der dem kostbaren Porzellan ebenbürtig ist.
Außerdem liest Corina Bomann aus dem „Krähenweib“ auf dem Literaturfest in Meißen, bekannt für das „weiße Gold“ und die dazugehörige Manufaktur welche im „Krähenweib“ zu finden ist, sowie aus ihrem neuen Buch.
http://blog.lovelybooks.de/2010/06/08/literaturfest-meisen-08-13-06-2010/
Eine Treffen mit Corina Bomann folgt und dazu auch ein Interview auf dem Blog.Lovelybooks.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (45)
Es gibt sie noch – die großen historischen Romane. Bücher, die den Leser schon zu Beginn der eigentlichen Geschichte an eine geheime Schatztruhe heranführen. Man öffnet sie und wühlt ein wenig herum, bis man die passende Bekleidung und Ausrüstung gefunden hat, um an der Seite seiner Lieblingsfigur in eine längst vergangene Epoche einzutauchen. Man muss gut wählen, sich gut vorbereiten - sonst wird es gefährlich.
„Das Krähenweib“ eröffnet mir viele Möglichkeiten und ich schlüpfe im Jahre 1701 schnell in die Rolle eines gut betuchten Reisenden durch die Herzogtümer, Kurfürstentümer und Grafschaften eines Landes, das man viel später einmal Deutschland nennen sollte. Regionale Fürsten kämpfen um Macht und Territorien, leben dabei auf Kosten des gemeinen Volkes in Saus und Braus und nähren sich redlich am Blut ihrer Untertanen.
Auf meiner beschwerlichen Reise begegne ich einer mehr als bemerkenswerten jungen Frau. Annalena Habrecht, Gattin eines Henkerknechts aus Walsrode, leidet augenscheinlich unter den Schmähungen der einfachen Bürger und unter der Gewalt ihres eigenen Mannes Mertens. Ihr Stand wird verachtet, niemand will etwas mit den Vollstreckern grausamer Urteile zu tun haben und Mertens ist getrieben von der perversen Lust, seine eigene Frau zu demütigen und sie bei jeder Gelegenheit brutal auszupeitschen, um sie gefügig zu halten. Ihr zernarbter Rücken brandmarkt sie für Außenstehende, da eigentlich nur Huren oder Diebe so behandelt werden. Rechtlos ist Annalena - hilflos jedoch nicht.
Vor die Wahl gestellt, weiter zu leiden oder zu handeln, ergreift sie in einer todesmutigen Aktion die Flucht, in der Hoffnung, ihr Schicksal besiegt zu haben. Ihr Weg führt sie auf Umwegen nach Berlin, wo sie endlich eine Anstellung als Magd eines Händlers findet. Befreit von der Last der Vergangenheit verliebt sie sich in den Apothekerlehrling Friedrich Böttger, der neben ihr jedoch einer zweiten Geliebten verfallen ist. Die Alchemie. Böttger ist auf der Suche nach dem Stein der Weisen und dem Weg aller Wege zum unendlichen Reichtum: er will Gold herstellen, koste es was es wolle - selbst seinen guten Ruf setzt er aufs Spiel.
Annalena verknüpft ihren Lebensweg und alle Liebe, zu der sie fähig ist, mit diesem hoffnungsvollen und hoch talentierten Mann. Dass sie hierbei jedoch nicht die Einzige ist, die um seine Gunst kämpft, wird ihr zu spät bewusst. Böttger wird zum Spielball der Herrscher, die in ihm die Gelegenheit sehen, ihre Schatzkammern zu füllen, um weiter Kriege zu finanzieren. Im Strudel der Ereignisse werden sie fliehend getrennt und erreichen ihr vorläufiges Ziel, das aufstrebende Dresden kurz nach der Wende zum 18. Jahrhundert. Eine weitere Fügung des Schicksals bringt beide, zwar getrennt voneinander aber doch im Herzen untrennbar vereint an den Hof des sächsischen Kurfürsten August des Starken.
Böttgers scheinbare Fähigkeiten machen ihn zum wertvollsten Besitz des Herrschers - und damit zu seinem Gefangenen. „Gold oder der Strang“, so lässt sich sein Arbeiten beschreiben. Und Annalena, nun die Magd der fürstlichen Mätresse, setzt alle Hebel in Bewegung, ihren Geliebten zu befreien um endlich einen gemeinsamen Weg gehen zu können.
Doch sie sind nicht alleine. Preußische Spione und Menschen aus Annalenas Vergangenheit haben die Spur längst aufgenommen und wähnen sich in Dresden am Ziel ihrer Macht- und Rachegelüste.
Annalena spürte, wie sich etwas in ihrer Kehle zusammenzog. „Das Gold“, dachte sie. „Das Gold hat wieder mal gewonnen.“
Gibt es Hoffnung für die Beiden?
Ich könnte es verraten, tue ich aber nicht. Ich steige in meine Kutsche und reise weiter. Ich wurde Zeuge einer tiefgründigen Geschichte, die man sich noch lange am Lagerfeuer erzählen wird. Die Geschichte von Annalena Habrecht, einer mutigen und großen Frau niederen Standes. Mit pechschwarzem Haar und blütenweißer Seele. Eine schillernde einfache Frau, die für mich immer mehr sein wird als „Das Krähenweib“. Und ich lernte Friedrich Böttger kennen, der statt des Goldes etwas entdeckte, das ihn Geschichte schreiben ließ. Diese jedoch steht auf einem anderen Blatt Papier.
Corina Bomann ist es gelungen, historisch belegte Fakten mit ihrer Phantasie anzureichern, den realen Figuren Leben einzuhauchen und ihnen Romanfiguren an die Seite zu stellen, die es einfach gegeben haben muss. Lokalkolorit und eine starke Geschichte zeichnen diesen Roman ebenso aus, wie das detaillierte, historisch fundierte Nachwort zu den verbrieften Personen und Rahmenbedingungen des beginnenden 18. Jahrhunderts. Absolut Lesenswert.
Annalena hat sich das Fliegen selbst beigebracht, egal wie oft sie am Boden lag, oder wer auch immer versuchte ihr die Federn auszureißen. Flieg….
„Denn Krähen leben dann am besten, wenn sie frei sind. Nichts anderes will ich sein.“
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Corina Bomann - demnächst zu Gast beim Literaturfest in Meißen (11. - 13.06.2010). Wie passend!
Rezension verfasst vor 1 Jahr (25)
"Krähenweib, Krähenweib, Lumpen hängen an deinem Leib!" Dieser 1. Satz aus dem Klappentext ist der Beginn der Geschichte um Annalena Habrecht. Sie wurde als "Unehrliche" bzw. als Tochter eines Henkers geboren und musste seit frühester Kindheit mit solchen Beschimpfungen umgehen lernen. Niemand unter den "normalen" Bürgern würde sie ehelichen wollen. Deshalb muss sie sich ihrem Schicksal fügen und wird mit einem Mann verheiratet, der dem gleichen unehrlichen Stand angehört. Ihr Mann erfreut sich daran sie zu quälen und zu misshandeln. Bis ihr eines Tages klar wird, dass er sie irgendwann zu Tode prügeln wird, wenn sie nicht flieht. Sie findet diesen Weg und ihre Flucht macht Station in Berlin. Dort findet sie als Magd eine Anstellung bei einem Kaufmann und lernt den Apothekerlehrling Johann Friedrich Böttger kennen und lieben. Auch er verliebt sich in Annalena, aber er ist auch besessen von seiner zweiten Liebe zur Alchemie. Der Wunsch Gold herzustellen beherrscht ihn bald so, dass er leichtsinnig wird und Aufmerksamkeit erregt, die Personen auf den Plan ruft die ein reges Interesse an seiner Kunst haben, welches Johannes in große Gefahr bringt. Wieder befindet sich Annalena auf der Flucht, die dieses Mal in Dresden Station macht, da Johannes in die Fänge von August demStarken geraten ist. Hält die Liebe zwischen Annalena und Johannes diesem Abenteuer stand? Und Annalenas Mann hat wohl auch noch eine Rechnung mit ihr offen.
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Die Hauptprotagonistin ist natürlich Annalena, aber schon bald wird die Geschichte beherrscht von Johannes und seiner Sucht, Gold herstellen zu wollen. Die Gedanken von Johannes werden im Buch als die geheimen Aufzeichnungen des Johann Friedrich Böttger in Kursivschrift hervorgehoben. Rundum ein schöner Deutsch-Historischer Roman der am Ende vielleicht sogar in der Lage ist, Zweifler in seinen Bann zu ziehen. Tränen konnte ich mir auch nicht verkneifen, was für mich aber doch immer ein Zeichen dafür ist, dass die Figuren so gut beschrieben sind, dass ich mich mit ihnen verbinden konnte.
Rezension verfasst vor 1 Jahr (15)
Annalena hat es in ihrem Leben alles andere als leicht und doch sehnt sie sich nur nach einem: ein wenig Glück in ihrem Leben.
Dieses Glück scheint endlich in greifbarer Nähe, als sie den jungen Apothekerlehring Johann Böttger kennenlernt.
Die beiden verlieben sich ineinander. Doch schon bald droht Böttgers zweite Liebe, das Gold, die beiden zu entzweien...
"Das Krähenweib" war mein erster Roman der Autorin, wird aber garantiert nicht mein letzter bleiben.
Mit Annalena hat Corina Bomann eine sympathische Protagonistin geschaffen, die gegen die Zwänge ihres Standes kämpft und dabei für ihr Glück kämpft. Annalena ist eine interessante Persönlichkeit, die im Verlauf der Geschichte durchaus zu überraschen weiß und den Leser für sich einnimmt.
Ähnlich verhält es sich mit dem zweiten Protagonisten: Johann Böttger. Zwar möchte man ihn zwischendurch mächtig gegen die Wand klatschen, wenn man manchmal auf seine scheinbar bodenlose Naivität trifft, aber er ist dabei so charmant und liebenswert, dass man ihm nie lange böse sein kann.
Die Geschichte selbst ist rasant und hält einige Überraschungen bereit und der flüssige Schreibstil lassen ein Kopfkino entstehen, dass einen für ein paar Stunden vom stressigen Alltag ablenken kann und einen in das Jahr 1701 entführt.
Vor allem gut gelungen ist der Mix auf Fiktion und historischen Fakten, die sich in einanderfügen und ein Ganzes ergeben.
Besonders gelungen ist das Motiv der Krähe. Das Tier ziert nicht nur Buchunterschriften, sondern zieht sich auch als Motiv durch das ganze Buch. Der Vogel ist allgegenwärtig.
"Das Krähenweib" ist ein spannender, farbenreicher Roman, den ich wirklich nur empfehlen kann!
Rezension verfasst vor 1 Jahr (40)
1701: Annalena wächst als Tochter eines Henkers heran. Schön früh bekommt sie zu spüren, daß das Volk sie nicht akzeptiert. Henkersfamilien werden aus der Gemeinschaft ausgeschlossen und sind nicht gern gesehen. So bleibt Annalena auch als Frau nichts anderes übrig, als in eine andere Henkersfamilie einzuheiraten. Eine Hochzeit außer Standes ist nicht möglich. Ihr Ehemann aber mißbraucht sie. Fast jeden Tag wird sie gezüchtigt; ihr Rücken ist bereits übersät mit Narben von Peitschenhieben. Als ihr Gatte wieder einmal zur Peitsche greift, reagiert Annalena spontan und stößt ihren Mann die Treppe hinunter. Ihr bleibt nun nur die Flucht, und so kommt sie nach Berlin. Dort arbeitet sie als Magd bei einem Gewürzhändler und lernt den Apothekerlehrling Johann kennen. Die beiden verlieben sich ineinander, und endlich ist Annalena glücklich. Leider hält dieses Glück nicht lange, denn Johann hat noch eine andere Liebe: die Alchemie! Er versucht heimlich, aus Metall Gold zu machen. Als der König davon erfährt, muß er fliehen. Annalena flieht mit ihm gemeinsam, und so kommen die beiden bald nach Wittenberg und Dresden. Abgesandte des preußischen Königs und der Gewürzhändler sind den beiden auf den Fersen, und auch Annalenas Ehemann hat noch eine Rechnung mit ihr offen...
Unglaublich fesselnd wird die Geschichte von Annalena und Johann erzählt, so daß man sich schon fast selbst in die Zeit zurückversetzt fühlt! Man fühlt und leidet, hofft und bangt mit den Protagonisten. Die Charaktere werden sehr ausführlich geschildert, und man kann fast die Städte von früher vor sich sehen! Die Handlung wird nie langweilig; immer wieder tauchen neue interessante Begebenheiten auf. Fazit: ein unglaublich gelungener und absolut lesenswerter Roman mit viel Gefühl und Spannung!
Rezension verfasst vor 1 Jahr (21)
Kurzbeschreibung:
Als Annalena Habrecht 1701 den aufstrebenden Apothekerlehrling Johann Friedrich Böttger kennenlernt, verliebt sie sich Hals über Kopf. Doch Johann hat neben ihr noch eine andere Geliebte: die Alchemie! Und diese Liebe ist trügerisch, denn sie führt den vermeintlichen Goldmacher in die Kerker Augusts des Starken. Annalena folgt ihm nach Dresden und findet sogar eine Anstellung am Hof. Doch kann es ihr gelingen, Johann aus den Fängen des mächtigen Kurfürsten zu befreien?
Ein Buch, wo die Protagonistin aus einer fast unbekannten Schicht kommt… Henker sind sonst bloß die, welche das Leben anderer beenden und die von den Helden unzähliger Geschichten gefürchtet werden.
Doch schon der Prolog, wo Annalena noch ein kleines Mädchen ist und weint, macht die ganze Handlung von Beginn an menschlich und man hat Annalena als Henkerstochter gern.
Annalena ist verheiratet mit einem gewalttätigen Mann, der sie erniedrigt und unterdrückt. Er ergötzt sich täglich an ihrer Furcht.
Annalena kämpft gegen die Vorurteile, die ihren niederen Stand umgeben und flieht schließlich auch von ihrem Gatten nach Berlin.
Johann ist ein netter Bursche mit Herz. Dieses gehört allerdings nicht nur Annalena sondern auch der Forschung. Er will Gold herstellen können, ebenso wie den mächtigen Stein der Weisen.
Die Alchemie steht als starker Gegner zwischen Annalena und Johann.
Doch die Goldmacherei zieht bald viel größere Probleme mit sich. Johann bekommt Angst vor der Macht des Goldes und flieht zu Annalena. Als der König ihn mit einer hohen Belohnung suchen lässt, wird Johann verraten.
Rasant und entgegen jedem Vorurteil wird die zarte Liebe auf eine harte Probe gestellt.
Krähen ziehen sich als roter Faden durch das gesamte Buch. Die Bedeutung erschließt sich beim Lesen.
Während der Handlung findet Annalena mächtige Freunde und eiskalte Feinde. Bis zum Schluss wird die Antwort auf die Eine Frage: Werden sich Johann und Annalena wiedersehen? hinausgezögert. Und auch Annalenas Ehemann möchte noch eine offene Rechnung mit seiner Frau begleichen.
Gefühlvoll, spannend und traurig zugleich hat mich das Buch berührt zurückgelassen.
Eine Geschichte über eine starke Persönlichkeit, die gegen die Zwänge ihres Standes kämpft.
Mein Fazit: Absolut empfehlenswert!








