Wie konnte ich nur auf die Idee kommen, diesen Endzeit-Thriller im Original zu lesen? Fast ein halbes Jahr habe ich gekämpft, heute bin ich fertig geworden.
Keine Ahnung, was ich mir vorgestellt hatte. Oder sagen wir: Alles, nur nicht das!
Mal abgesehen davon, dass ich jedes 2. Wort nachblättern musste, es ist ein Buch ohne Hoffnung.
Was auch immer der Autor empfunden hat, mehr als maximal 30 Seiten am Stück konnte ich nicht lesen. Etwas ähnliches ist mir in meiner langen Lebenszeit nicht begegnet, ich hoffe auch, dass ich etwas ähnliches nicht mehr lesen muss.
Es handelt von einem kranken Vater mit kleinem Sohn, vielleicht so 5 oder 6 Jahre alt.
Die Welt ist komplett zerstört. Es bleibt offen, was passiert ist, denn offensichtlich wissen die wenigen Überlebenden selbst nicht, was eingetreten ist.
Alles ist defekt, es gibt keinen Strom, kein Wasser, keine Lebensmittel, keine Verbindung, kaum noch Menschen, keine Tiere, keine Pflanzen.
Alles ist verbrannt oder komplett zerstört.
Der Vater ist mit dem Sohn auf der Wanderschaft, Richtung Süden, Richtung Meer. Was es da allerdings geben soll, oder warum der Vater ruhelos den Weg in Richtung Süden sucht, bleibt ungewiss und offen.
Die Sonne scheint nie, es regnet einen unangenehmen, sehr kalten Regen. Ab und zu schneit es. Es ist bitterkalt.
Abgemagert und ausgehungert versuchen die Beiden am Leben zu bleiben.
Ob es gelingt, welche wenigen Glücksmomente die beiden haben, wie es dem Leser langsam Stück für Stück klar wird, dass da keine Handlung im eigentlichen Sinne kommt, keine Gespräche, keine Hoffnung, das lasse ich mal offen.
Ich habe jedenfalls lange gebraucht, um wirklich im Buch anzukommen, umso erschreckender ist die Erkenntnis über das Dasein, das dann folgt.
Welchen Sinn hat das Leben, warum kämpft man darum, wenn es doch keine Aussicht und keine Erfolge zu verbuchen gibt?
Ich bin froh, dass ich es gelesen habe, ich denke, es ist eines der wenigen Bücher, die mich den Rest meines Lebens innerlich begleiten werden, ich frage mich immer nur wieder, wie der Autor das durchhalten konnte, 307 lange Seiten ein so düsteres und unheilvolles Buch zu schreiben ohne jemals einen Hoffnungsschimmer einzubauen.
Eine beeindruckende Leistung!
Ich würde spontan das Buch niemandem empfehlen, der generell zu depressiven Stimmungen neigt!