Rezension verfasst vor 3 Monaten
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Dieses Buch atmet tiefe Hoffnungslosigkeit. So wie die Sonne, die das ganze Buch über, wenn überhaupt, dann nur hinter dicken Aschewolken zu erahnen ist, schimmert die Hoffnung eigentlich nur am Ende durch - und auch in den letzten Zeilen bleibt es nur ein Silberstreif.
Comarc MacCarthy erzählt die Geschichte von einem Vater und seinem Sohn auf dem
langen Weg durch zerfallene und verlassene Städte aus dem Landesinneren in Richtung
Küste, weil sie eben dort etwas finden wollen.
Was sie zu finden hoffen, bleibt ebenso diffus, wie das Ereignis, dass die Welt so hat werden lassen. Wir erfahren nur, dass es praktisch kein Leben mehr gibt.
Die Gräser sind tot, die Bäume sind tot, Flüsse sind nur graue Schlacke.
Es gibt weder Vögel, noch Tiere - die wenig verbliebenen Menschen meiden sich, da sie nicht selten sich gegenseitig töten, um sich in ihrer Verzweiflung zu essen.
Nur die beiden, mit denen wir uns auf den Weg machen, gehören zu „den Guten“, denn sie „bewahren das Feuer“.
Die wenigen Menschen, die auf dem Weg begegnen, gehören nicht dazu.
Wir erfahren nicht, was mit der Mutter passiert ist, oder wie lange die beiden schon unterwegs sind - wir erfahren weder das Jahr, in dem die Geschichte spielt, noch erfahren wir die Namen der beiden Protagonisten.
So ist es ein Buch, ohne Spannungsbogen, vielleicht auch ohne wirkliche Geschichte.
Das Buch nimmt dennoch gefangen. In seiner Sprache, in der sich beschreibende Sätze und wörtliche Rede abwechseln, ohne, dass es durch Satzzeichen erkennbar wäre, nimmt es mit auf den Weg und lässt uns keine Ruhe, bis ihr Weg zu Ende ist.
Die Tage reihen sich in einem Einheitsgrau aneinander und so erfahren wir auch nicht, wie lange wir die beiden Begleiten - nur gegen Ende erfahren wir, dass der Winter bald kommt.
Das Buch beschreibt keinen apokalyptischen Endkampf und malt kein Horrorszenario, in welchem möglichst viele Menschen auf möglichst jede erdenkliche Weise ihr Leben aushauchen.
Das alles ist passiert, bevor wir uns mit den beiden auf den Weg machten.
Das Buch beklemmt beim Lesen, weil nach dem etlichen auf und ab kann man dem Vater nachempfinden, wenn er sagt, dass das mutigste, was er je gemacht hat, war, „heute morgen aufzustehen“.
Es ist ein Buch der leisen Töne, die es aber umso mehr verstehen, einen in den Bann zu ziehen.
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