Leser-Rezension zu „Tintenherz” von Cornelia Funke

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cybersyssy cybersyssy
Verfasst von cybersyssy
am 3.02.2012
 

** INHALT **
Die 12-jährige Meggie lebt mit ihrem Vater Mo, der eigentlich Mortimer heißt, auf einem Bauernhof. Die Mutter ist vor ca. 9 Jahre gegangen, nicht gestorben - so erzählt Mo - und Meggie kann sich kaum an die Mutter erinnern.
Mo restauriert Bücher und ist eine Leseratte - wobei dies noch stark untertrieben ist. Diese Leidenschaft hat Meggie sich von ihrem Vater abgeguckt und liest seit ihrem 5. Lebensjahr "was das Zeug hält".
Eines Nachts taucht ein komischer, dünner Typ mit Narben im Gesicht auf, den Mo kennt und Staubfinger nennt.
Staubfinger spricht von einem Buch, welches ein gewisser Capricorn von Zauberzunge (so nennt er Mo) haben will.
Wieso bricht Mo am nächsten Morgen mit Meggie auf und fährt zu der Tante von Meggies Mutter - Elinor? Sind es wirklich die Bücher, die Mo bei Elinor restaurieren soll? Und wieso fährt Staubfinger mit? Und wer ist Staubfinger überhaupt? Welches Buch will dieser Capricorn haben? Was ist so besonders an diesem Buch? Warum nennt Staubfinger Meggies Vater Mo "Zauberzunge"?
Fragen über Fragen, die ihr nur beantwortet bekommt, wenn ihr das Buch selber lest oder mich im PGB danach fragt.

** MEINE MEINUNG **
Tja, so richtig begeistert bin ich nicht von dem Buch - da hatte ich mehr erwartet.
Aber mal der Reihe nach.
Zuerst einmal stehe ich der Tatsache, dass das Buch für Kinder ab 10 Jahren gedacht ist, skeptisch gegenüber. Einerseits kommt stellenweise recht viel Brutalität vor - "Messer an die Kehle halten" ist da noch die sanfte Szene. Andererseits ist der Schreibstil manchmal etwas verwirrend und ich musste einige Sätze zwei Mal lesen, um sie zu kapieren.
Zu Beginn eines jeden Kapitels hat Funke einen 4-6 Zeiler aus einem anderen Buch gesetzt, z.B. aus Hexen hexen, Peter Pan, Oliver Twist. Ich denke, dass diese Zeilen auf den Inhalt des Kapitels abzielen. Bei einigen Zitaten ist diese Verbindung auch wirklich gegeben, doch bei 65 % konnte ich den Zusammenhang nicht wirklich nachvollziehen.
Am Ende fast jeden Kapitels befinden sich kleine Zeichnungen, die Funke auch selber gezeichnet hat. Sie zeigen z.B. die Gassen des ligurischen Dorfes und verbildlichen die geschriebenen Worte sehr gut.
Der Spannungsbogen bricht für mich schon vor dem Ende, etwa im zweiten Drittel des Buches, ab. Dort konnte ich das Ende schon erahnen. Auch zwischendrin sind die Handlungsweisen der Hauptcharaktere (Meggie, Mo, Staubfinger, Elinor, Farid kommt später dazu) vorauszuahnen.
Obwohl Funke detailliert und bildhaft die Umgebung und das Äußere der Personen beschreibt, fehlt mir bei den Charakteren die Tiefe. Die Handlungen werden oft oberflächlich "hingeknallt" und die Motivation und die Gefühle dafür bleibt im Verborgenen.
Die Beziehung der Charaktere untereinander wird häufig durch Gedanken oder Beschreibungen der Einzelnen deutlich.
Funkes Erzählweise entbehrt für mich jede Kontinuität. Manche Dinge beschreibt sie "en Detail" und andere treten wiederum "Knall auf Fall" einfach so in die Handlung.
Auch der Perspektivenwechsel zwischen mind. 3 Handlungssträngen ist hier nicht wirklich gelungen. Sie finden sich zwar alle wieder, aber dadurch fällt dann, in meinen Augen, schon mal ein Handlungsstrang einfach flach.
Besonders am Schluss sind mir ein paar unlogische Geschehnisse "bitter aufgestoßen", aber dadurch hat sich Funke wohl die "Anknüpffäden" für "Tintenblut" geschaffen.

** FAZIT **
Das Buch ist nicht total schlecht, aber für 19,90 Euro hatte ich schon etwas besseres erwartet.
Außerdem habe ich es nur zu Ende gelesen, weil ich neugierig bin und nicht weil es mich total gefesselt hat.
Ob ich "Tintenblut" lesen werde, weiß ich nicht. Denn "Tintenherz" hat schon ein Ende, mit dem ich leben kann. Und die unlogischen Geschehnisse machen mich jetzt nicht so neugierig, dass ich unbedingt wissen will, wie es weiter geht.
Für Kinder halte ich es für brutal und für Erwachsene halte ich es für zu flach.

 

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Tintenherz Tintenherz
Cornelia Funke

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Tintenherz
von Cornelia Funke

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