Kurz nach seiner Ankunft, wird der Journalist Alex Lubin, im französischen Courchevel im Hotelzimmer ermordet. Dessen Chef Boris Ostrowskij wusste, dass er an einer Story über den russischen Milliardär und Waffenschieber Ivan Charkow gearbeitet hat.
Ostrowskij nutzt seine Kontakte und holt sich Hilfe beim israelischen Geheimdienst, weil dieser ein berechtigtes Interesse an Informationen über eine Bedrohung Israels und der westlichen Staaten haben könnte.
Ari Shamron, ehemaliger Chef und guter Freund von Gabriel Allon, einem israelischen Geheimagenten, holt diesen aus seinen Flitterwochen, damit er sich in Rom mit Ostrowskij treffen kann. Nur ungern lässt er seine Leidenschaft als Kunstrestaurator, der er in seiner Freizeit nachgeht und seine Frau Chiara zurück, um der Pflicht und Gerechtigkeit nachzukommen. Doch kurz vor dem Treffen fällt Ostrowskij einem Anschlag zum Opfer und Gabriel macht sich auf nach Moskau um mehr über die Zusammenhänge zu erfahren.
Dort angekommen möchte er sich mit Olga Suchowa, der stellvertretenden Chefredakteurin, in ihrer Wohnung treffen und kann sie in letzter Sekunde vor zwei Attentätern, die er ermordet, retten. Bevor er verhaftet wird, verrät sie ihm noch einen entscheidenden Kontakt, Elena, die Frau von Ivan Charkow. Geschickt versucht Allon einen unauffälligen Kontakt herzustellen und mit Spannung verfolgt man nun Abhör- und Täuschungsmanöver, Deals die ausgehandelt werden, Korruption und mehr oder weniger private Einblicke und russischer Machenschaften bis hin zum Finale.
Temporeich und mordend fängt der 7. Teil der Erfolgsreihe um den israelischen Geheimagenten Gabriel Allon an und man folgt gebannt den Zusammenhängen und der Recherche.
Der Autor Daniel Silva, ehemaliger CNN Reporter, strickt dabei souverän einen interessanten und nicht unbedingt frei erfundenen Spionage-Thriller. Er zeigt die Zusammenarbeit der Geheimdienste, vielschichtige Charaktere und lässt eine gewisse Ironie, sowie Charme des Hauptprotagonisten, nicht zu kurz kommen.
Der Sprachstil ist sehr angenehm und trotz vieler ausländischer Namen und Ortswechsel, kann man der Geschichte gut folgen. Man kann sich des Eindrucks nicht verwehren, eine Art James Bond vorgesetzt zu bekommen, wobei Silva einen ganz eigenen Stil für die Vorgehensweise und das Privatleben setzt und auf die Trickkiste technischer Waffen und Kniffe verzichtet, aber mit Ideenreichtum und Überraschungen überzeugt.
Die Stärke eines logischen Aufbaus, Schwerpunkte in intelligenten Dialogen und der Blickwinkel, auf zurückliegende und aktuelle politische Brennpunkte, machen diesen Thriller aus, wobei ein schwankender Spannungsbogen festzustellen ist, aber niemals ganz abfällt.
So erfährt man etwas über „Die Pfeile Allahs“ wo der Autor sich doch sehr nah auf Anschläge, die durch die Weltpresse kursierten, bezieht sowie über politisch verfolgte Personen und die russische Mafia, deren Machenschaften und Waffenhehlerei. Man muss die bisherige Reihe und die Vorgänger nicht unbedingt kennen, dies war auch mein erstes Werk, da jeder Band für sich eine abgeschlossene Handlung beinhaltet.
Der Sympath Allon, macht aber sehr neugierig und so werde ich die fehlenden Werke sicher noch hören oder lesen.
Achim Buch liest als Sprecher mühelos diesen Agenten-Thriller mit einer sehr ausgeglichenen und ruhigen Stimme, achtet in den Betonungen aber auf Tempowechsel und Situationen und lässt auch Sarkasmus und Witz durchscheinen.
Spannende Spionage- und Agentenkost verknüpft mit aktuellem, realem Zeitgeschehen, nachvollziehbarer, logischer Aufbau und Ablauf, ein schlüssiges, aber leider etwas zu schnelles Ende, gemessen am Gesamtinhalt der Story.