>reuters.com/business
>>Mathew Sobol verstorben.
>>Mathew Sobol, der Schöpfer des 2. WK Ego-
>>Shooters Over the Rhine und des Fantasy-
>>Rollenspiels The Gate, ist heute den Folgen
>>seines Gehirntumors erlegen. Mit ihm stirbt die
>>Gallionsfigur der Videospielindustrie, die
>>seinesgleichen sucht – CyberStorm wird
>>seinen kreativsten und innovativsten Kopf nur
>>schwerlich ersetzen können. (dv)
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Die Videospielentwickler Mathew Sobol stirbt an den Folgen eines Gehirntumors, aber noch vor seinem Ableben gleist er ein Online-Programm namens DAEMON auf, das die digitalen Nachrichten nach Ereignissen durchsucht und dann, sobald bestimmte Ereignisse auftreten, Aktionen auslöst. Die Aktionen reichen vom simplen Einschalten einer Überwachungskamera, über das Blockieren einer Webseite bis hin zu komplexen Vorgängen wie das Rekrutieren von realen Menschen für alle möglichen Zwecke oder das Unterwandern der Sicherheitsvorkehrungen der IT-Systeme von mächtigen Konzernen der Weltwirtschaft.
DAEMON besitzt dadurch innert kürzester Zeit Geld, Druckmittel und eine unzählbare Zahl loyaler und austauschbarer Mitarbeiter. Aus DAEMON wird im wahrsten Sinne des Wortes ein Dämon, gegen den die Behörden, Konzerne, Fachleute und die Protagonisten des Romans nicht oder wenigstens nicht mehr ankommen können.
Denn wen sollen sie zur Rechenschaft ziehen? Eine künstliche Intelligenz oder ein kopfloses, dezentralisiertes Netzwerk von nicht vollständig eingeweihten Menschen oder gar den verstorbenen Schöpfer des DAEMON, Mathew Sobol?
Lohnt es sich überhaupt DAEMON zu bekämpfen oder sollte man versuchen, sich irgendwie mit ihm zu arrangieren?
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Suarez hat mit der Software DAEMON und seinem gleichnamigen Roman einen erschreckend plausiblen Akteur geschaffen, der in unserer Welt, in der wir uns so von der Digitalisierung abhängig machen, durchaus existieren und agieren könnte.
Natürlich ist es ein Schreckensszenario und natürlich hat es Suarez aus schriftstellerischen Gründen aufgebauscht, aber möglich ist es trotzdem.
Und es ist nicht nur das Setting, das den Roman so spannend macht. Die Protagonisten, die gegen DAEMON vorgehen, sind hin und hergeworfen zwischen der Euphorie, Fortschritte zu machen, und dem Gefühl von totaler Machtlosigkeit; die Protagonisten für DAEMON zwischen moralischer Skepsis und der Erfüllung ihrer sehnlichsten Wünsche.
Innere und äussere Konflikte, Schlag auf Schlag und einer nach dem anderen, genau das, was ein spannender Thriller braucht.
Das technologische, gesellschaftstheoretische Fundament – ausserdem –, das Suarez mit zahlreichen Einschüben aus seinen Recherchen anreichert, verleiht dem Roman zusätzliche Tiefe und Plausibilität. Ich hatte nie den Eindruck, dass Suarez nicht weiss, wovon er spricht, wenn er Fachjargon verwendet oder etwas als Faktum darstellt.
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Fazit
DAEMON ist ein komplexer und dichter Roman, der aber keineswegs schwer verständlich ist und sich rasant liest. Es beginnt mit einem Mord, der Mörder ist schnell gefunden, kann aber aus den oben genannten Gründen nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Sofort ist man in der Story drin.
Sprache/Stil, Handlung und Figuren – ich sehe keine Schwächen. Mir hat der Roman total zugesagt, und jeder, der sich für Social Media, das WWW, Videospiele, künstliche Intelligenz und/oder Cyberkrieg/-terrorismus interessiert, wird um diesen Roman nicht herumkommen können.
Für weniger Technik-affine Leser wird der Unterhaltungswert vielleicht etwas abgeschwächt, aber da ist immer noch der Fokus auf die gebeutelten Protagonisten, der ebenso wichtig ist, wie der auf DAEMON. Müsste ich den Roman nämlich in Hard oder Soft Science-Fiction einteilen, entschiede ich mich für Letzteres.
Also, keine Scheu, auch Technik-averse Leser werden bei diesem packenden Science-Fiction Thriller auf ihre Kosten kommen.
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Volle Punktzahl!
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Teil zwei ist übrigens auch schon erhältlich, unter dem Titel „Darknet“. Den werd ich mir gewiss sehr bald vornehmen.