Rezension zu "Winters Knochen" von Daniel Woodrell

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Boris

Vor 2 Jahren

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Am 31.3.2011 kommt die Verfilmung von "Winter´s Bone" in die deutschen Kinos. Ich kann nur jedem raten: Schaut euch den Film an!
Dies ist doch eine Leseseite!!! Geht doch um Bücher!
Stimmt, aber das Buch ist so geschrieben, als hätte der Autor die Verfilmung beim schreiben schon im Kopf gehabt.
Der Autor, steht auf dem Klappentext, hat an Writer Workshops teilgenommen. Merkt man. Ist gut gemacht. Der Mann "kann" schreiben. Die gut 200 Seiten habe ich sehr schnell gelesen. Bestes amerikanischen Handwerk. Ich wußte durch den Film zwar schon wie es ausgeht, trotzdem bleibt man dran.
Ach ja, worum geht es eigentlich. Das Buch spielt im tiefsten Mittelwesten Amerikas, in Missouri. Die 17 jährige Ree kümmert sich um ihre beiden jüngeren Brüder und um ihre demente Mutter seit ihr Vater Jessup verschwunden ist. Die gesamte Sippe, man sagt wohl "White Trash", verdient ihren Lebensunterhalt durch das kochen von Meth.
Jessup ist zu seinem Gerichtstermin nicht erschienen, hat das Haus der Familie für seine Kaution verpfändet. Also muß Ree den Vater finden oder nachweisen: Er ist tot und konnte deswegen den Termin nicht "wahrnehmen".
Cormac McCarthy ist mir immer wieder beim lesen eingefallen. "Verlorene", zum Beispiel. Da kommt Woodrall natürlich auch nicht ansatzweise heran. Zu brav, zu kalkuliert das Ganze.
ABER: Geht ins Kino! Der Film ist richtig gut! Schaut ihn euch aber nur im Orginal an. Diese Menschen sprechen nicht Deutsch! Und das Gesicht von Jennifer Lawrence,...
Schluß mit der Schwärmerei!

Autor: Daniel Woodrell
Buch: Winters Knochen

asita

Vor 2 Jahren

du schreibst, das buch ist gut und der autor kann schreiben. aber wieso dann nur 3 sterne? was fehlt dem buch für mehr sterne, ;o))

Boris

Vor 2 Jahren

Es ist zu glatt, zu sauber gearbeitet, es fehlen Ecken und Kanten. Ich merke immer mehr, eine "straighte" Story alleine reicht mir nicht. Es ist, scheint mir, mit Blick auf ein zukünftiges Drehbuch geschrieben. Gute Literatur kann mehr. Der Versuch Cormac McCarthy zu verfilmen geht für mich immer schief, weil Film der Sprachgewalt der Vorlage nie gerecht werden kann. Bei "Winter´s Bone" funktioniert der Film. Vielleicht gerade deswegen, weil das Buch "einfach" ist. Das bedeutet für mich nicht "schlecht", aber eben "einfach". Bevor Du jetzt mit gelungenen Literaurverfilmungen kommst, also "Tod in Venedig" von Visconti oder neueren Datums "Schande" nach Coetzee: Ja: Gibt es, sind aber meiner Meinung nach sehr selten.
Um es auf einen Punkt zu bringen: Handwerk versus "Kunst".
Grüße, Boris

asita

Vor 2 Jahren

also meinst nach dem ich das buch gelesen habe, ab ins kino. werde ich machen. mit selten guten literaturverfilmung hast du recht. meist sind die bücher um einges besser.

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