Leser-Rezension zu „One Day” von David Nicholls

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FabAusten FabAusten
Verfasst von FabAusten
am 12.02.2012
 

One Day
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Wurde nicht schon alles zu diesem Roman gesagt, was gesagt werden konnte oder musste? Bestimmt. Trotzdem soll den unzähligen bereits existierenden Rezensionen eine weitere hinzugefügt werden, denn David Nicholls hat sie sich verdient.
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Über einen Zeitraum von 20 Jahren begegnet der Leser immer am 15. Juli Emma Morley und Dexter Mayhew. Er wird Zeuge wie sie sich anfreunden, sich streiten, vom Kurs abkommen, sich trennen, sich wieder finden, ihr Glück suchen und erkennen. Natürlich beinhaltet der Roman viel mehr als das.
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Aufgrund der Struktur wirft One Day Streiflichter auf das Leben seiner Protagonisten. Der Leser erfährt aus der Situation am jeweiligen 15. Juli was im vergangenen Jahr geschehen ist und wie Emma und Dexter derzeit zueinander stehen.
Dies ist einerseits ein interessanter Kunstgriff, der das Interesse wach hält, denn man möchte erfahren, was der nächste 15. Juli an Neuigkeiten bereithält. Andererseits verpasst der Leser Szenen, die er vielleicht gerne miterlebt hätte.
Es werden Ereignisse erwähnt, aber wie sie genau abgelaufen sind, erfährt er nicht. Allerdings handelt es sich hierbei meist um Geschehnisse, die wahrscheinlich auch nicht viel zur Story an sich beigetragen hätten und von daher ist dieser Aspekt zu vernachlässigen. Dennoch hätte ich manchmal gerne unmittelbarer an der Entwicklung der Geschichte und der Personen zwischen den Jahrestagen teilgehabt.
Ungeachtet dessen ist One Day absolut glaubwürdig. Die Geschehnisse könnten genauso passiert sein. Die Protagonisten werden in ihrem Tun, Denken und Fühlen authentisch dargestellt und wirken daher auch real. Emma Morleys Selbstwahrnehmung beispielsweise weicht stark von ihrer Außenwirkung ab. Sie ist sehr selbstkritisch und hat starke Selbstzweifel, obwohl sie sehr loyal, intelligent und witzig ist. Trotzdem wird sie nicht glorifiziert, sondern hat auch ein paar Macken. Emma wuchs mir besonders ans Herz, da sie eine große Identifikationsfläche bot. Sie sorgt vorrangig für den Humor und die Leichtigkeit im Roman. Obwohl Dexter manchmal idiotisch handelt, war es trotzdem nie der Fall, dass er unsympathisch wurde.
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Während Emma sich ihrer Gefühle für Dexter immer sicher scheint, geht er lange ein bisschen blind durch die Geschichte. Er hat ein paar schwierige Phasen, in denen die Zwei sich nicht so nah stehen, aber dennoch ist immer klar, dass sie eigentlich für einander bestimmt sind. Dies wird ebenfalls sehr nachvollziehbar dargestellt. Allerdings bin wegen des herzzerreißenden Twists, den er eingebaut hat, ein bisschen sauer auf David Nicholls. Natürlich hätte er ohne ihn nur eine von vielen Liebesgeschichten geschrieben, aber musste es so drastisch sein? Ich fand es schon ziemlich hart und hätte mir gewünscht, er hätte es anders gelöst. Obwohl ich den Kinofilm vorm Lesen des Buches gesehen habe, gab es ein paar Szenen, die mir sehr zu Herzen gingen. Sie sind noch nicht einmal sehr detailreich oder emotional ausgeschmückt, sondern es wird eher sachlich erklärt, was geschieht. Vielleicht liegt aber gerade darin, dass Geheimnis ihrer Wirkung. Die Gefahr allzu sehr ins Rührselige abzurutschen, wird damit eindeutig dezimiert. Kitschgefahr besteht bei One Day zum Glück nicht.
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Ich lese nie ausgewiesene Liebesromane, aber nachdem ich den Film gesehen hatte, wollte ich One Day gerne lesen. Es ist auch nicht wirklich ein reiner Liebesroman, sondern zeigt das Leben wie es ist oder sein könnte. David Nicholls stellt die tragischen, liebevollen, humorvollen und stillen Momente des Lebens.
Eine Botschaft habe ich auch für mich erkannt. Sie mag für jeden anders sein, denn mit dem Zaunpfahl wird sie nicht ausgeteilt. Sie scheint abgedroschen, ist aber dennoch richtig: Schieb nichts auf die lange Bank und mach das Bestmögliche aus jedem Tag. Ich werde One Day sicher noch häufiger lesen.
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Fazit
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One Day ist einerseits eine große Liebesgeschichte, aber es ist vielmehr als das. Es zeigt ebenso das Leben wie es ist und wie es meist ganz anders verläuft als man es sich vorgestellt hat. Wie heißt es so schön in einem indischen Sprichwort: Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm deine Pläne.

 

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David Nicholls

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One Day
von David Nicholls

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