Leser-Rezension zu „616 - Die Hölle ist überall” von David Zurdo
am 17.02.2010
Chi, Iota, Stigma: XIC. Das Böse! Der Priester Albert Cloister ist ihm auf der Spur.
Alle Knochen im Sarg eines alten Geistlichen sind zerbrochen. Ein Kloster wird Opfer vernichtender Flammen. Auch das Vendage Building. Am sechzehnten Tag im sechsten Monat. 616. Diese Zahl begegnet dem Priester von nun an fortwährend. Und dieser Unheil verkündende Satz: "Die Hölle ist überall!"
Seit dem Brand im Kloster ist der Gärtner nicht mehr er selbst. Statt des hellen Lichtes des Himmels sieht er Dunkelheit, Feuer, unendliches Grauen. Und er kann seine Rose nicht finden...Einen vertrockneten toten Stengel! Die Psychiaterin Audrey Barrett betreut Daniel, den alten, verstörten Klostergärtner. Auch der Feuerwehrmann Joseph Nolan fühlt sich zu ihm hingezogen - und zu ihr. Sie alle suchen nach der Wahrheit, ihrer eigenen Wahrheit. Und der Jesuitenpater Cloister sucht nach jener Wahrheit, die die Welt zusammen hält. Was sie alle finden, ist das Grauen. Das Böse, das nach den Seelen der Menschen greift.
Teufelsaustreibung, Besessenheit, tiefste menschliche Abgründe lassen die Autoren Zurdo & Gutierrez auf ihre Leser los. "616 - Die Hölle ist überall" ist das deutsche Debut dieser beiden spanischen Wissenschaftsjournalisten. Auf ungeklärte Vorfälle in der Menschheitsgeschichte haben sie sich spezialisiert - und das lässt hoffen. Hoffen auf mehr!!
Ein paar Personen, Gegebenheiten verlieren sich leider am Ende des Buches. Und nach hochspannenden Passagen und fingernägelzerkauenden Leseerlebnissen bleibe ich als Leserin nach rund 400 Seiten etwas unbefriedigt zurück. Dennoch: Ich könnte mir mehr mysteriöse Vorfälle aus der Feder dieser beiden Spanier vorstellen. Schauderhaftes aus einer anderen Dimension. Und hoffe es nicht: Dass Hoffnung eine Illusion ist...

