Rezension zu "Ein Turm am Meer" von Deirdre Purcell

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EiskalteHand

Vor 2 Jahren

(9)

Violet Shine wächst wohl behütet in Irland auf. Sie ist das jüngste von sieben Geschwistern. Sie lebt auf Whitecliff, einen großen Herrenhaus welches direkt an den Klippen liegt. Ihr Vater ist Händler und besitzt den Dorfladen. Alle halten die Familie für reich. Ihre Mutter spart aber wo sie nur kann und der Vater sitzt ständig über den Geschäftsbüchern. Einer ihre Brüder starb im Alter von sechs Jahren. Violet wird älter und nach und nach verlassen ihre Geschwister das große Haus, sei es um zu studieren, oder weil ihre zwei verbliebenen Brüder, Zwillinge, sich freiwillig der britischen Armee anschließen und in den Krieg ziehen. Es ist 1944 und Violet fühlt sich mit ihren Eltern und einer ihrer Schwestern Johanna sehr eingeengt in dem großen Haus. Der Tagesablauf ist immer der gleiche und die Eltern sind eher zurückhaltende Menschen, die nicht gern Gefühle zeigen. Also unternimmt Violet Spaziergänge an der frischen Luft um sich frei zu fühlen und trifft auf einem ihre Spaziergänge auf Coley Quinn dem Nachbarsjungen und Pächterssohn. Sie verliebt sich in ihn als sie gerade sechzehn ist. Sie treffen sich immer heimlich und tauschen erste scheue Küsse aus, es dauert nicht lange und sie schlafen miteinander. Bevor ihre Brüder in den Krieg ziehen beschließt ihre Mutter ein Fest zu veranstalten, um die beiden zu verabschieden und gleichzeitig den einundzwanzigsten Geburtstag von Violets Bruder Samuel zu feiern. Die Kinder dürfen alle Freunde zum Fest einladen, natürlich fällt auch die Wahl auf Coley. Violet ist sich der Gefahr bewusst aufzufliegen und versucht vorsichtig zu sein. Als sie sich am nächsten Abend nach dem Fest nackt auf einer Wiese nach dem Liebesakt in den Armen halten, werden sie von ihrem Vater entdeckt. Eine Strafe folgt natürlich prompt und sie bekommt erst mal Hausarrest und wird wie Luft behandelt. Sie musste auch auf die Familienbibel schwören sich nie wieder mit Coley zu treffen. Auch Coley wird bestraft, was Violet nicht mitbekommt, da sie das Haus nicht verlassen darf. Er muss das von seinem Vater gepachtete Land der Shines verlassen und sich allein in England durschlagen, was sie bei einem nächtlichen Ausbruch von seiner Schwester erfährt. Nach ihrem Ausbruch wird es schlimmer für Violet, auch wenn sie im ersten Moment keinen Verdacht schöpft als ihre Eltern sie zusammen mit ihrer Schwester Johanna ein neunes Gästezimmer mit Bad auf dem Dachboden einrichten ließen, welches ein vergittertes Fenster hat. Violet wird dort anschließend eingesperrt, bekommt dort ein Kind, welches ihr gleich weggenommen wird und wird erst 35 Jahre später befreit. Weitere 25 Jahre später erbt sie das inzwischen stark verfallene Whitecliff von ihrer Schwester Johanna, bei der sie seit ihrer Befreiung lebte und eine Immobilienmaklerin (Claudine) versucht das Vorkaufsrecht zu erlangen. Allerdings sieht Claudine bei einer heimlichen Besichtigung des Hauses einen Kamin, den sie von einem der vier Fotos kennt, die ihre Mutter zeigen. Ihre Mutter starb bei Ihrer Geburt und ihr Vater hat ihr nie etwas über ihre Mutter oder deren Familie gesagt, so hofft sie das die alte Dame, der das Haus gehört, ihr etwas mehr erzählen kann und macht sich auf den Weg. Wer jetzt glaubt Claudine sei ihre Tochter, der irrt. Hier wartet noch so mache Überraschung.
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Fazit: Dieser Roman hat mich umgehauen. Allein diese Ungerechtigkeit und Gefühlskälte sein Kind so lange für eine Jugendsünde büßen zu lassen und die Gelassenheit mit der Violet das Ganze erträgt und wie sie sich über ein vorbeihüpfendes Kaninchen freut, welches sie von ihrem vergittertem Fenster aus auf den Klippen sieht. Das Fenster kann sie übrigens nur über einen Stuhl erreichen. Man weiß gar nicht was man zuerst denken oder fühlen soll. Wut? Hass? Mitleid? Es ist schwer zu beschrieben. Und dann im Gegensatz dazu das Leben von Claudine. Es wird immer zwischen der Erzählung von Violet und Claudine gewechselt, bis sich ihre Wege kreuzen und so langsam Licht ins Dunkel kommt was die beiden verbindet. Danach geht es quasi gemeinsam weiter, allerdings immer noch mal aus Claudines Sicht und mal aus Violets.

Autor: Deirdre Purcell
Buch: Ein Turm am Meer
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