Leser-Rezension zu „Ein gerader Rauch” von Denis Johnson
am 28.12.2010
Wer an den Vietnamkrieg denkt, hat oftmals die Bilder von Filmen wie "Platoon" oder dem schier unglaublichen "Apocalypse Now!" vor Augen. Nach dem Lesen dieses Romans jedoch, wird das Spektrum um den Charaktere William Sands und seinem Onkel, dem "Colonel" definitiv erweitert.
Der Leser verfolgt in diesem, sprachlich sehr dichtem Werk die Werdegänge der zwei Protagonisten, die Mitte der 60er Jahre euphorisch in den Vietnamkrieg eintreten, aber nach und nach - parallel zur Streitmacht USA - immer mehr Rückschläge einstecken müssen und schließlich scheitern. Dieses Scheitern vollzieht sich auf mehreren Ebenen: militärisch, geistig und persönlich.
Die Sinnlosigkeit, Brutalität und der Surrealismus des Vietnamkrieges wird hier ausgezeichnet wiedergegeben, man fühlt sich als Leser quasi mitten im Geschehen.

