Leser-Rezension zu „Siebzehn Silben Ewigkeit” von Denis Thériault
am 4.01.2011
Ein Roman der hochgelobt wurde, auch durch den verliehenen Preis 2006 Prix littéraire Canada-Japon und mich dadurch schwer enttäuscht hat...Siebzehn Silben Ewigkeit von Denis Thériault ist nichtsdestotrotz ein unterhaltsamer Roman mit einer poetischen Ader.
Es geht um einen Briefträger, Bilodo, in Montreal, der das Laster hat handgeschriebene Briefe zu entwenden, sie zu lesen und einen Tag später vorsichtig versiegelt zu zustellen.
Dann gerät er an die Korrespondenz zwischen dem Literaturprofessor Grandpré und Ségolène, die sich Haikus schicken. Haiku ist eine Japanische Gedichtform, die kürzeste Gedichform der Welt, die nur aus 17 Silben (!) besteht im Reimschema 5 - 7 - 5. Er ist fasziniert von der Posie und dadurch auch von Ségolène. Wie es der Zufall will, ist Bilodo beim Unfalltod von Grandpré dabei und schlüpft in den folgenden Wochen in seine Welt und Rolle. Nun schreibt er Haikus an Ségolène.
Der Roman ist eine nette poetische, fast märchenhafte Geschichte, die einen sehr hohen Informationsgehalt hat, da es viel zum Thema Haiku und Tanka erklärt. Aber leider auch, für meinen Geschmack nicht mitreißend genug. Trotz Poesie, trotz Liebe und Leidenschaft, bleibt es eine erzählte Geschichte, die nicht einen "nicht abholt". Wahrscheinlich war meine Erwartungshaltung an den Roman zu hoch.

