Leser-Rezension zu „Der Atem des Jägers” von Deon Meyer
am 1.10.2011
deon meyer ist ein total netter und unprätentiöser typ (hab ihn mal in frankfurt zeitens der buchmesse kennengelernt) und zudem mittlerweile auch der erfolgreichste thrillerautor südafrikas. einige seiner titel stehen schon seit langem lektürebereit in meinem regal rum, irgendwie hat mich allerdings das südafrikanische setting immer wieder abgeschreckt.
nun hab ich aber doch endlich mal einen anfang gemacht und mir „der atem des jägers“ zu gemüte geführt. in dessen zentrum stehen zwei protagonisten, einerseits der versoffene superbulle benny griessel, dem sein alkoholismus nun langsam trotz aller ermittlerischer genialität den boden unter den füssen wegzuziehen droht und andererseits thobela mpayipheli, einem ehemaligen söldner, der mit einer frau und deren sohn ein neues leben beginnen wollte, in welchem ihm zuerst durch krankheit die frau und durch eine dumme schießerei schließlich auch noch der geliebte stiefsohn abhanden kommt.
und dann gibts da noch die ominöse christine, die im hinterzimmer einer kirche sitzt und dem dortigen priester in hoffnung auf irgendeine art von absolution ihr leben schildert.
natürlich müssen sich nun die leben dieser drei gescheiterten existenzen irgendwie verweben und das gelingt meyer ziemlich gut, wenngleich die einzige bis ziemlich zum schluß undurchschaubare rolle christine zufällt. ziemlich schnell ist klar, daß es sich bei jenem kriminellen, der seit kurzem die justiz in die eigenen hände genommen und vom gesetzt nicht bestrafte vermeintliche kinderschänder ihrer vermeintlich gerechten strafe zuführt, um thobela handelt, der seinem in seinen augen seit dem tod des sohnes wertlosen leben einen letzten sinn verleihen will. für benny stellt dieser fall die letzte chance dar, sich zu rehabilitieren und seine familie zurück zu gewinnen.
spannend gemacht das alles und natürlich gibts auch noch ein bißchen einblick in das leben in südafrika, welches kein zuckerschlecken zu sein scheint.
mich hats trotz allem nicht so irre angesprochen, was allerdings vor allem daran liegen mag, daß mir die handlung zu „männlich“ und zu trist angelegt ist: thobela mit seiner brutalen vergangenheit auf brutalem rachefeldzug, der seine frau schlagende, sich nicht um seine kinder kümmernde und versoffene griessel und zu guter letzt die einzige frau christine, die ihren unterhalt mit prostitution bestreitet. und der afrikanische kontinent ist für mich auch nicht wirklich ein sehnsuchtsort.
für den, ders mag sicher ein glücksgriff, für mich persönlich nicht wirklich ein volltreffer.

