Leser-Rezension zu „Die dreizehnte Geschichte” von Diane Setterfield
am 10.06.2011
Englands beliebteste Schriftstellerin Vida Winter läd die Buchhändlerin Margaret ein, ihre Biographie zu verfassen. Jahrzehntelang hat sie Schweigen über ihre Vergangenheit bewahrt. Jetzt, am Ende ihres Lebens, findet die alte Dame den Mut um die Wahrheit preiszugeben. Ihre Schilderungen führen weit in die Vergangenheit und fesseln die Biographin vom ersten Wort an. Was geschah in jener Nacht, als der Familiensitz bei einer Feuersbrunst in Schutt und Asche gelegt wurde? Und wer verbirgt sich wirklich hinter Vida Winters starrer Maske?
Die Dreizehnte Geschichte überzeugt ab der ersten Seite durch eine unglaublich bildhafte Sprache. Jede Szene, ob Gegenwart oder Vergangenheit, wird genau beschrieben, so dass man meinen könnte, die Figuren vor sich zu sehen.
Daneben hat die Autorin wirklich alle Register des englischen Schauerromans gezogen: vernebelte Moore, unheimliche Häuser die zu leben scheinen, Figuren nah dem Wahnsinn und ein mysteriöses Feuer.
Die Autorin springt gekonnt zwischen den verschiedenen Zeitebenen hin und her, nie entsteht das Gefühl eines Bruchs. Im Laufe der Geschichte werden Gegenwart und Vergangenheit immer mehr miteinander verwoben.
Die Geschichte ist spannend erzählt, das Ende zumindest für mich unvorhersehbar. Der Mittelteil ist an manchen Stellen etwas ausschweifend und daher langatmig, stört aber nicht den Gesamteindruck des Buches.
Der einzige Kritikpunkt ist die "Neben"Geschichte um Margaret und das damit verbundene zuckersüße Ende. Steht für mich in keiner Verbindung zum eigentlichen Erzählstrang und erscheint daher überflüssig und unpassend.
Insgesamt ein hervorragendes Buch für verregnete Nachmittage, natürlich mit einer Tasse Tee ;)

